DGB fordert Regierung zu Kampf gegen Psycho-Stress auf

Psycho-Stress Arbeitsplatz –


Die stets steigenden psychologischen Erkrankungen aufgrund erhöhten Stresses und härteren Arbeitsbedingungen sind längst bekannt. Die alte Bundesregierung forderte, tat aber nichts. Der DGB fordert die neue Regierung zu Maßnahmen auf, um der schädlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten.

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Die psychische Überlastung am Arbeitsplatz gehört in Deutschland bereits zu einem alltäglichen Bild. Stets steigende Belastungen und erhöhter Druck auf „die Nerven“ resultieren irgendwann in chronische Beschwerden, die den Arbeitnehmer rund um die Uhr begleiten.

Der „Stressreport Deutschland 2012“ hatte es bereits zu Tage geführt. Die Arbeitsbedingungen verschärfen sich zusehends, die Stresseinwirkungen legen immer weniger Pausen ein. „Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er darf auch nicht krank machen“, forderte Ende Januar 2013 die ehemalige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegenüber BILD. Wohlwollende Worte ohne folgende Taten.

Nicht von „grauer Theorie“ sondern von wahrhaftigen Fakten der überaus auffälligen Mehrung von Berufsausstiegen wegen psychischer Erkrankung sprechen die Versicherer einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Anzahl der berufsunfähigen Arbeitnehmer steigt permanent an.

DGB fordert eine „Anti-Stress-Politik“

Mit der neuen Bundesregierung könnte das Thema Psychostress am Arbeitsplatz neu aufgerollt werden. Keinesfalls dürfe es von der oberen Position der politischen Agenda abrücken, so die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). „Wir brauchen eine Anti-Stress-Politik, damit Arbeit nicht länger krank macht“, forderte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Der Arbeitsplatz sei Stressfaktor Nummer eins und verursache Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe, so der Buntenbach. Die Mehrheit der Arbeitgeber setzten sich mit dem Problem nach wie vor nicht genug auseinander. Die nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtende Gefährdungsbeurteilung zu psychischen Belastungen wird von 70 Prozent der Unternehmen nicht umgesetzt. Das Kriterium Psycho-Belastungen werden bei der Kontrolle der Arbeitsplätze bei lediglich neun Prozent der Arbeitnehmer berücksichtigt.

Inzwischen sei es bereits so weit gekommen, dass 42 Prozent der Neurentner aufgrund der verschärften Arbeitsbedingungen in die Erwerbsminderungsrente abgeschoben werden. Im Alter drohe die Verarmung. Im Schnitt betrage die Erwerbsminderungsrente nur noch 646 Euro pro Monat. Ein Betrag der unterhalb des Grundsicherungsniveaus liegt. Neben einer „notwendigen Humanisierung der Arbeit“ fordert der DGB gleichzeitig eine ebenso wichtige „deutliche Aufwertung der Erwerbsminderungsrente“.

„Arbeitnehmer sind keine Weicheier“

Nachweisbar leiden die Beschäftigten unter einem steigenden Druck am Arbeitsplatz. Der Anteil der Beschäftigten, die innerhalb der gleichen Zeit immer mehr leisten müssen, sei bereits auf zwei Drittel angestiegen. Über die Hälfte der Arbeitnehmer müsse sich abhetzen und mehr als Viertel müsse zu jeder Zeit erreichbar sein. Kein Wunder, dass 44 Prozent oft „ausgebrannt sind“, so der DGB. Die Beschäftigten seien längst nicht zu „Weicheier“ geworden.

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