Deutschlands Schulden steigen trotz Rekord Steueraufkommen

Haushaltsschulden Deutschland-


Trotz unverhofft hoher Steuereinnahmen für den deutschen Fiskus, kann dieser Geldsegen nicht für die „Erosion“ des Schuldenbergs sorgen. Die öffentlichen Schulden sind auch in den letzten Monaten ständig angewachsen und haben eine neue Rekordmarke erreicht.

Die Einbahnstraße der deutschen Haushalts-Verschuldung

Haushaltsschulden
Stets steigende Rekordschulden
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Die Gesamtverschuldung Deutschlands ist im ersten Halbjahr 2012 auf 2.082 Mrd. Euro angewachsen. Gegenüber dem Quartal I 2012 entspricht die neue Zahl einen Schuldenanstieg um rund 40 Mrd. Euro (ca. +2,0%).

Lt. dem Statistischen Bundesamt (Destatis) häuften die Länder im ersten Halbjahr 2012 um rund 6,2 Prozent mehr Schulden an als noch im Vorjahreszeitraum. Die Bundesländer standen zum Ende der ersten sechs Monate 2012 mit 643,1 Milliarden Euro im Schuldenstand. Als hauptsächlicher Grund für den neuen Schuldenstand wird die Abwicklung der WestLB angegeben.

Der Bund hängt mit einem Anstieg der Verbindlichkeiten um 1,5 % und 1.306 Mrd. Euro Gesamtschulden nicht weit hinterher.

Gemeinden und Gemeindeverbände standen zum Halbjahres-Stand mit 133 Mrd. Euro in den roten Zahlen, ein Zuwachs von 3,7% gegenüber den ersten sechs Monaten 2011.

Hohe Steueraufkommen sind „Erdnüsse“ gegenüber Euro-Kosten

Eigentlich wäre es müßig zu den Haushaltsschulden von einer Rekordsumme zur nächsten zu berichten. Die Bilanzen der Haushaltskassen von Bund, der Länder und Gemeinden kennen im Gesamten nur eine nach oben steigende Schuldenlinie. Eigentlich wäre mit jedem neuen Augenblick eine neue Rekordsumme erreicht.

Die „frohe Botschaft“ von erhöhten Steuereinnahmen
Das Jahr 2012 wird voraussichtlich mit einer neuen Rekordsumme zum gesamten Steueraufkommen in Deutschland abschließen. Sogar für das folgende Jahr rechnen die Experten mit einer noch höheren Summe, obwohl diese Einschätzung als sehr gewagt eingestuft werden kann, da offensichtlich alle halbe Jahr die Prognosen für die Konjunktur korrigiert werden müssen.

Für 2012 wird noch mit einem Steueraufkommen von gut 601 Mrd. Euro gerechnet, rund 28 Mrd. mehr als noch im Vorjahr. Eine enorm große Zahl, die aber gegenüber den eingegangenen Verpflichtungen zu den vermeintlichen Euro-Rettungsprogrammen lediglich einen kleinen Betrag darstellt.

Dennoch versuchte das Finanzministerium die Öffentlichkeit mit Nachdruck über stark gestiegene Steuereinnahmen zu beglücken. Ein Versuch war es ja allemal wert.

Ende August 2012 wies die Bundesbank offene Target-Forderungen in Höhe von 695 Mrd. Euro aus. Geldbeträge die der deutsche Steuerzahler von den anderen Notenbanken der EU-Zone getrost in „freudiger Erwartung“ halten kann. Dazu kommt der noch sehr junge „Posten“ ESM. Deutschlands Anteil zum Gesamt-Rettungspaket besteht zu 27%.

Für den Rettungsschirm ist eine Bar-Einzahlung von insg. 80 Mrd. Euro vorgesehen, somit hat der Bund rund 21 Mrd. Euro in bar zu leisten. Die theoretische Gesamthaftung beträgt inkl. Garantieleistungen 190 Mrd. Euro, sofern der Bundestag keine Erhöhung bewilligen sollte.

Dem Schuldenstand von rund 2.082 Mrd. Euro stehen Forderungen von knapp 700 Mrd. (Target) gegenüber, die allerdings durch rein gar nichts ernsthaft abgesichert sind. Die verbindlichen Leistungen für den Euro-Rettungsschirm ESM stehen eigentlich gar nicht zur Verfügung, also müssen weitere Kredite aufgenommen werden. Die voraussichtlichen Steuermehreinnahmen um rund 40 Mrd. Euro für 2012 sind ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.