Deutsches Auslandsvermögen zu rund 20% verloren

Bilanzüberschüsse-


Mit den deutschen Leistungsbilanzüberschüssen wurden bisher Milliarden verschleudert. U.a. das IMK fordert eine verstärkte Verlagerung der Investitionen im Ausland in das Inland.

Rund 20 Prozent Auslandsvermögen sind verloren

Deutsche Volkswirtschaft
Deutsche Volkswirtschaft verschleudert Vermögen

Die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands scheinen nicht nur reine „Papierwerte“ zu sein, sondern haben offenbar auch ein großes Potenzial als Kapitalvernichter.
Um bereits rund 20 Prozent hätte das deutsche Auslandsvermögen an Wert verloren. Im Verlauf der Finanzkrise wären rund ein Fünftel der Überschüsse gegenüber dem Ausland verloren gegangen, so eine Studie, an der auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) beteiligt war.

Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnet seit gut 40 Jahren fast ununterbrochen Überschüsse in ihren Leistungsbilanzen. Mit durchschnittlich 5,1 Prozent lagen die Leistungsbilanzüberschüsse innerhalb der letzten 10 Jahre besonders hoch. Eine Kernfrage zum Studium sollte die Auswirkungen auf die Vorsorge einer alternden Gesellschaft wie in Deutschland ausleuchten, wenn im Ausland Vermögen gebildet werde.

Für die Analysen sammelte das Forschungsteam aus dem IMK, dem Bundesarbeitsministerium und dem Wirtschaftsministerium die Daten zum deutschen Nettoauslandsvermögen, welches die Differenz zwischen den Forderungen der Inländer gegenüber dem Ausland und das umgekehrte Verhältnis beschreibt. Demnach ist das Nettoauslandsvermögen seit 1999 extrem angestiegen und zwar von 7 Milliarden auf 1.013 Milliarden Euro bis zum dritten Quartal 2012. Der Überschuss in den Leistungsbilanzen summierte sich innerhalb des gleichen Zeitraums auf 1.275 Milliarden Euro.

Eigentlich hätte die Deutschen aus dem anfänglichen Nettoauslandsvermögen in Höhe von 7 Milliarden Euro netto Forderungen in Höhe von 1.282 Milliarden gegenüber dem Ausland anhäufen müssen. Eine Diskrepanz in Höhe von 269 Milliarden Euro, bzw. eine Abweichung von 21 Prozent.

Das Forschungsteam sieht die Gründe für die hohen Verluste in der seit 2007 vorherrschenden internationalen Finanzkrise. Selbst wenn die „historische Größenordnung der Einbußen“ außer Acht gelassen werde, würde sich seit den 1970-er Jahren ein jährlicher Verlust bei rund 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ergeben. Zusätzlich wäre im Ausland die Durchschnitts-Verzinsung deutscher Vermögenswerte auf langfristige Sicht nicht über, sondern unter der Verzinsung für Finanzlagen von Ausländern in Deutschland gelegen.

Die Wissenschaftler fordern aufgrund der Forschungsergebnisse eine deutliche Reduzierung der Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands, schon aus eigenem Interesse heraus. Es wäre sinnvoll Kapital mehr im Inland als wie bisher im Ausland zu investieren. Deutlich höhere öffentliche und private Investitionen in Infrastruktur und Bildung wären angeraten.


Auf einem Nenner gebracht: Das Ausmaß der Verluste durch die Leistungsbilanzüberschüsse sind her geschenkte Waren und Dienstleistungen. Anstrengungen der deutschen Volkswirtschaft zum Nulltarif. Und „wehe“ ein Krisenland kann den Forderungen nicht mehr nachkommen.

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