Deutscher Außenhandel 2018 mit erneut zweifelhaftem Rekord

Konjunktur –


Wieder einmal erreichte der deutsche Außenhandel im Jahr 2018 einen neuen zweifelhaften Rekord bei den Außenhandelsbilanzen. Exporte und Importe stiegen weiter an. Das einzig Positive ist der Rückgang bei den anhaltenden Überschüssen der Außenhandelsbilanz.

Exportindustrie

Handelsbilanzüberschuss = Außenvermögen = Schulden der Anderen = So gut wie weg

Exporte bei 1,25 Billionen Euro – Importe bei rund 1 Billion Euro

Der deutsche Außenhandel erreichte im Jahr 2018 wiederholt ein neues Rekordniveau. Die Unternehmen fuhren lt. vorläufigen Angaben der Statistikeinrichtung Destatis Waren im Wert von fast 1.250 Milliarden Euro aus. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Exporte somit um rund 3 Prozent an. Einen noch größeren Sprung vollzog im Außenhandel der Import mit einem Plus von 5,7 Prozent auf rund 1.000 Miliarden Euro. Damit bleibt wiederum ein enormer Außenhandelsüberschuss von 227,8 Milliarden Euro für das Jahr 2018. Aufgrund der stärker angestiegenen Einfuhren blieb der Bilanzüberschuss unter dem Wert vom Vorjahr in Höhe von rund 248 Milliarden Euro.

Die größten Abnehmer der deutschen Ausfuhren waren mit einem Anteil von 778 Milliarden Euro die Länder innerhalb der EU. Ein Anstieg um knapp 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Umgekehrt stieg der Import aus dem EU-Raum um über 6 Prozent an. Ein Export-Anteil von 539 Milliarden Euro ging an die Länder außerhalb der EU (Drittländer).

Grund zur Freude. Nur für wen?

Grund für Jubelsprünge? Kommt darauf wer gemeint ist. Exportüberschüsse der deutschen Industrie und Dienstleister sind die Schulden des Anderen. Wenn nicht ausgeglichen, bleiben die Außenstände (=“Außenvermögen“) reine Zahlungsversprechen. Das Target II-System im Euroraum weist die Bundesrepublik mit Abstand als den größten Gläubiger aus, während die Überschüsse außerhalb der Eurozone auf „anderen Wege“ bereinigt werden. Exportüberschüsse können auch mit Kapitalexport gleich gesetzt werden. Im Jahr 2015 ging vom gesamten erwirtschafteten Exportüberschuss der deutschen Wirtschaft ein Anteil von 22 Prozent an die USA (54,6 Mrd. Euro), ein weiterer Teil von 51 Milliarden Euro nach Großbritannien und 36 Milliarden Euro gen Frankreich. Zusammen kamen diese drei Länder auf 141,6 Milliarden Euro des deutschen Exportüberschusses, also fast 82 Prozent.

Während die deutschen Außenhandelsüberschüsse bis in die frühen 70-er gemäß Bretton-Woods-System noch in Gold aufgewogen wurden und die Währungsreserven der Deutschen Bundesbank in Gold bis dahin noch anstiegen, kam mit dem Ende des Gold-Standards auch gleichzeitig das Ende der zuwachsenden Goldreserven. Der Blick auf die aktuellen Währungsreserven der Bundesbank wirft zwangsläufig die Frage auf, wo die bis dato angelaufenen Überschüsse mit weit über 12 Billionen Euro eigentlich verblieben sind, besonders mit Hinblick auf die drei eifrigsten Außenhandelspartner.




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