Deutsche Bank setzt neue realistische Ziele zur Eigenkapitalrendite

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Die Deutsche Bank will zukünftig „kleinere Brötchen backen“ und verabschiedet sich vom Rezept mit den Anteilen einer 25%-igen Eigenkapitalrendite. Aufgrund „schwieriger Zeiten“ sei Deutschlands größtes Finanzhaus dazu gezwungen, die gesteckten Ziele etwas zu kaschieren.

Eigene Ziele an die Realität angepasst

Deutsche Bank
Deutsche Bank schraubt
eigene Ziele zurück

Das eigene Ziel der Deutschen Bank war klar vorgegeben: Das Erreichen von 25% Eigenkapitalrendite. Jürgen Fitschen, neben Anshu Jain Co-Chef des Instituts, erklärte auf einer Frankfurter Konferenz, dass dieses Ziel auf absehbarer Zeit nicht mehr zu erreichen wäre. Lt. Medienberichten erklärte Fitschen die niedrigen Margen aufgrund der Schuldenkrise sowie die hohen Kapitalkosten als Hauptursachen für die Kürzung der Zielsetzung.

Für die Branche sei derzeit eine Rendite von 14 bis 15 Prozent als realistisch anzusehen. Dennoch kommt Fitschen offenbar nicht aus der Ruhe und erklärte, dass „mit dem Thema gelassener umgegangen werden sollte“, denn der Markt entscheide am Ende darüber, welches Niveau angemessen sei.

Der Co-Chef der Deutschen Bank sieht die Finanzbranche auf fortgesetzt schwierige Zeiten zugehen. Der Bankensektor könne nicht von weitreichenden Möglichkeiten eines Wachstums ausgehen, welche die Probleme schnell aus der Welt schaffen könnten. Fitschen rät, sich für die kommenden Jahre auf beständige Marktunruhen einzustellen.

Das Zusammenspiel zwischen den Banken und Staaten bezeichnet Fitschen als ein „Kernproblem“, welches als Schicksalsgemeinschaft ein für allemal gelöst gehörte.

Deutsche Bank auf einem „leidvollen“ Weg

Auch eine Deutsche Bank ist trotz aller „Freiheiten“ nicht gefeit von den Einflüssen der Umwelt in der sie sich bewegt. Bereits Mitte Juli kündigte die Großbank einen massiven Stellenabbau im Investmentbereich an. Aus den ersten Vermutungen, etwa 1.000 Beschäftigte würden ihre Sachen packen müssen, wurden am Ende des Monats dann doch 2.000 Investment-Banker, die ihre Schreibtisch-Schubladen ausleeren durften. Die Bank verspricht sich durch den weltweiten Stellenabbau rund 3 Mrd. Euro Einsparungen.

Eingetrübte Stimmung in der Bank auch durch den Verdacht der Ermittler, sich an den Libor-Manipulationen beteiligt zu haben. Gepaart mit den Gerüchten, der Ex-Vorstand Josef Ackermann hätte die neue Doppel-Spitze als „Loser“ bezeichnet, wurden die längst aufgezogenen Gewitterwolken über das Frankfurter Hochhaus deutlich sichtbar.

Bemerkenswert ist die Äußerung Fitschens, die Schicksalsgemeinschaft zwischen Banken und Staaten wären ein Kernproblem. Ein Satz, der je nach Interpretation für x-beliebige Richtungen verwendet werden könnte. Die Lösung des „Problems“ könnte ebenso gut eine Auflösung jeglichen gegenseitigen Verpflichtungen darstellen, wie eine noch engere Verflechtung als bisher schon.

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