Deutsche Bank setzt auf das „sichere“ Bad Bank Prinzip

Deutsche Bank – Eigenkapitalquote-


Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Wenn der „reguläre“ Weg nicht mehr funktioniert, müssen unkonventionelle Lösungen gesucht und auch gefunden werden. Die Deutsche Bank beabsichtigt offenbar eine „hauseigene“ Bad Bank zu gründen, um die als riskant eingestuften Wertpapiere in die Quarantäne zu verschieben. Das ausgewiesene Ziel lautet: „Stärkung der Eigenkapitalquote“.

Risikopapiere in Bad Bank sollen Eigenkapitalquote erhöhen

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Deutsche Bank - Bad Bank
Auf Nummer sicher gehen?

Deutschlands größte Bank will ihre Bilanzen aufpolieren und die eintrübenden Papiere mit einem Volumen von rund 135 Milliarden Euro außer Haus schaffen. Die Financial Times (FTD) (Dienstagsausgabe) berichtete, dass die Deutsche Bank eine separate Geschäftseinheit mit dem Namen „Non-Core-Operations“ tragen soll. Die Namensfindung lehnt sich an die Idee, die „toxischen Papiere“ in ein Separee zu übertragen, das dem Kern-Geschäft ausgelagert ist.

Zu den „ungeliebten“ Risiko-Positionen sollen besonders verbriefte Wertpapiere zählen, die bisher im eigenen Investment-Bereich geparkt wurden. Bis März 2013 soll die erste Tranche von Papieren, an denen Eigenkapital gebunden ist, in einem Bereich von 45 Milliarden Euro vom „Haupthaus Deutsche Bank zur Bad Bank“ übertragen worden sein, zumindest sieht die Zielsetzung diesen Zeitraum vor.

Mit der Gründung einer „Auslagerungsbank“ verfolge die Deutsche Bank das Ziel, die eigene Kapitalquote zu erhöhen. Die Quote ergibt sich aus dem Eigenkapital geteilt durch die Summe der risikobehafteten Vermögenswerte. Die Eigenkapitalquote lässt sich dadurch erhöhen, wenn mehr Gelder aufgenommen, oder aber Risikowerte abgestoßen werden. In diesem Fall entschied sich die Großbank für das Entledigen der Risikopapiere.

Die derzeitige Kapitalquote von ca. 7 Prozent soll bis Ende März 2013 auf mindestens 8 Prozent angehoben werden. Für die weitere Entwicklung peilt die Deutsche Bank eine Eigenkapitalquote von über 10% für das erste Quartal 2015 an. Auf langfristige Sicht erwarteten die Banken-Aufseher eine Quote von rund 9 Prozent.

FTD hebt hervor, dass die größte Bank Deutschlands zwar eine riesige Bilanzsumme von rund 2 Billionen Euro aufweist, aber aufgrund der geringen Eigenkapitalquote lt. Analysten-Einschätzungen nur 6 bis 13 Milliarden Euro bräuchte, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Die angestrebte Anhebung der Eigenkapitalquote folgt nach der Absenkung der „erwünschten“ Eigenkapitalrendite von 25 Prozent auf rund 15 Prozent Anfang September. Zum „Gesamt-Paket“ kommen noch geplante Einsparungen in der Größenordnung von 4,5 Milliarden Euro bis 2015. Zu den Kürzungsmaßnahmen zählt auch der seit bereits Juli angekündigte Abbau von Arbeitsplätzen, besonders in der Sparte Investmentbanking.

Die Bad Bank Gründung scheint auch Risiken zu minimieren

Der Vorgang der einfachen Gründung einer „x-beliebigen“ Bad Bank zeigt wiederholt sehr deutlich, welche Instrumente den Banken zur Verfügung stehen, um sich die „Welt passend zu machen“, wie es gerade beliebt.

Das etappenweise Ausgliedern von risikobehafteten Papieren wirkt sich zwar positiv auf die mathematisch berechnete Eigenkapitalquote des Mutterunternehmens aus, aber wer übernimmt die Risiken für die neu gegründete „Quarantäne-Bank“? Eine Gesamtbilanz von rund 135 Milliarden Euro für Risiko-Papiere könnte beim Zerplatzen einer großen Blase unheimlich viel Schaden anrichten. Wer fängt dieses dicke Minus am Ende auf?

Die Hypo Real Estate zum Vorbild?

Die Hypo Real Estate (HRE) erlebte 2009 einen unrühmlichen Untergang aufgrund geplatzter Immobilienkredite in den USA, die das ehem. private Bankhaus bereits Anfang 2008 schwer erschütterten. Letztendlich konnte nur eine Verstaatlichung die HRE davor bewahren, aus den deutschen Branchen-Büchern gestrichen zu werden. Zwar erhielt HRE vom Bund kräftige Stützen, um sich selbst auf den finanziellen „Prothesen“ halten zu können, aber die faulen Papiere waren noch nicht aus der Welt geschafft.

Es wurde eine „Bad Bank“ gegründet und erhielt den Namen FMS Wertmanagement. Dorthin wurden alle bisher bei der HRE geparkten „Seifenblasen-Papiere“ ausgelagert. Die von nun an staatliche Hypo Real Estate wurde „resetet“ und konnte an den wieder aufstrebenden Märkten rasch Gewinne einfahren.

Die „Bad FMS Wertmanagement“ ist jedoch vollgeladen mit geplatzten Schuldverschreibungen aus dem US-Immobilienmarkt. Für das Jahr 2011 fuhr die „Pseudo-Bank“ knapp 10 Milliarden Euro Verlust ein. Wer finanziert den Ausgleich? In erster Linie sollten es die Aktionäre sein, aber am Ende einer Einbahnstrasse stünde nur der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin.

Somit könnte der deutsche Steuerzahler gleich zweifach belastet werden. Die Verstaatlichung der HRE setzte eine Rekapitalisierung voraus, ein Fall für den Bund, also dem Steuerzahler. Die laufenden Verluste der „Bad Bank“ gleicht der staatliche Fonds Soffin aus, bzw. direkt der Bund durch den weiteren Kauf von Anteilen, die eigentlich keiner haben will. Am Ende landet die Rechnung wieder beim Steuerzahler.

So schnell wird FMS auch nicht auf den grünen Zweig kommen können. Aus der Sicht der Griechen ist die Bad Bank der größte deutsche Investor im Land und ein nicht unerheblicher Anteil des gesamten Bestandes ist in die Länder Spanien und Italien investiert.

Die Deutsche Bank hat die Vorgänge und Entwicklungen rund um die HRE und „Bad Bank“ sicher mit großem Interesse verfolgt und auch ausgewertet.

Das Resümee der Deutsche Bank Doppelspitze könnte lauten:
„Was kann schon schief gehen?“.

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