Deutsche Bank in Top 4 der globalen systemrelevanten Institute

Finanzstabilitätsrat FSB-


Die Deutsche Bank zählt nun zu den „vier gefährlichsten Banken der Welt“. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hatte noch am Abend des Donnerstags eine neue Aufstellung der weltweit brisantesten Geldhäuser veröffentlicht. Die deutsche Commerzbank ist nicht mehr auf der Liste zu finden.

Deutsche Bank wurde nach oben gestuft

Bankenkrise
Internationale Brisanz

Mit der neuen Einordnung der sog. „gefährlichsten Banken der Welt“ teilen sich die Deutsche Bank, Citigroup, JP Morgan und HSBC die „Klassifizierung 4“ in der FSB (Financial Stability Board) erstellten Liste der international systemrelevanten Banken (G-SIBs).

Alle vier als höchst brisant eingestuften Geldhäuser haben gemeinsam, neben den Interbankengeschäften auch das Privatkundengeschäft zu betreiben. Die Deutsche Bank stünde jetzt im Zugzwang, ab 2016 das Eigenkapitalpuffer um 2,5 Prozentpunkte zu erhöhen. Das gesteckte Ziel ist die Mindestausstattung aus Gewinnrücklagen und Grundkapital in Höhe von 9,5% bis 2019.

Wer ggfs. auch die Goldman Sachs (G & S) in der derzeit höchsten besetzten „Stufe 4“ (möglich wären 5) vermutete wird sich vielleicht wundern, dass Großbank in der Kategorie 2 eingeordnet ist, die lediglich einen Kapitalpuffer-Aufschlag von +1,5% erfordert. Der Unterschied zur Deutschen Bank liegt in der Privatkundenbetreuung. G & S betreibt ausschließlich Investmentbanking.

„Die Entschärfung der Systemrelevanz“
Die Großbanken, besonders die Finanzhäuser mit Privatkundenverkehr, müssen in den kommenden Jahren zu ihren Bilanzen ein Kapitalpuffer von min. 7% (Investmentbanken) aufbauen. Die Deutsche Bank zum Beispiel 9,5%.

Mit diesen Auflagen reagierten die Aufsichtsbehörden auf die erkannten Fehler einer „too-big-to-fail“ Klausel, sowie die Auswirkungen nach dem Zusammenbruch der Großbank Lehman Brothers. Darüber hinaus solle möglichst vermieden werden, dass die Steuerzahler für den Crash einer Bank aufkommen müssen, nachdem diese wegen ihrer „Wichtigkeit“ eine Zeit lang bereits mittels Steuergelder am Leben gehalten wurde.

Banken haben wiederholt gezeigt, dass sie keine Lehren aus der Finanzkrise gezogen haben und sich aufgrund ihrer „zuerkannten Systemrelevanz“ in Sicherheit wiegen. „Im Notfall hilft der Steuerzahler aus“. Mit schärferen Auflagen sollen Großbanken dazu gebracht werden, Krisenzeiten aus eigener Kraft überwinden zu können. Zu den Maßnahmen gehört auch die drohende Spaltung und Abwicklung einer Bank, sollte es zu einem Zusammenbruch gekommen sein.

Nationale Regelungen
In Deutschland ist mit der Veröffentlichung der „FSB-Liste“ noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Die Finanzaufsicht BaFin will ihre eigene Liste der „national systemrelevanten“ Banken aufstellen und entsprechende Pläne für notwendige Sanierungsmaßnahmen vorlegen. Die Abwicklung einer „fallenden Bank“ soll ebenfalls eine konkrete Beschreibung erhalten.

Die international systemrelevanten Banken (G-SIBs)

Klassifizierung Aufstockung
Eigenkapital-
puffer
Systemrelevante Bank
5 3,5% (nicht besetzt)
4 2,5% Citigroup, Deutsche Bank, HSBC, JP Morgan Chase
3 2,0% Barclays, BNP Paribas
2 1,5% Bank of America, Bank of New York Mellon,
Credit Suisse, Goldman Sachs,
Mitsubishi UFJ FG,Morgan Stanley,
Royal Bank of Scotland, UBS
1 1,0% Bank of China, BBVA,
Groupe BPCE, Group Crédit Agricole,
ING Bank, Mizuho FG,
Nordea, Santander,
Société Générale, Standard Chartered,
State Street, Sumitomo Mitsui FG,
Unicredit Group, Wells Fargo

Quelle: FSB

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