Deutsche Bank Chefvolkswirt: Griechenland Hilfspakete notwendig

Eurokrise-


Deutschland müsse sich an ein weiteres Hilfspaket für Griechenland beteiligen, wenn der Euro in seiner jetzigen Form beibehalten werden soll. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sieht keinen anderen Weg als einen weiteren Schuldenschnitt oder dem Transfer aus den anderen Ländern der Eurozone.

Öffentliche Gläubiger müssten sich beteiligen

Schuldenschnitt
Weitere Hilfspakete notwendig
Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Der Chef-Ökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, sieht Griechenland in Zahlungsunfähigkeit und plädiert im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) (Samstagsausgabe) für ein weiteres Hilfspaket an das hoch verschuldete Euro-Mitgliedsland.

Mit den Sparprogrammen wäre Griechenland politisch an die Grenzen gestoßen, eine Ausweitung dieser Maßnahmen würde die Lage nur noch verschärfen, so der Chefvolkswirt und forderte: „Griechenlands braucht mehr Zeit, aber nur gegen strikte Auflagen“.

Für Griechenland müsse es entweder ein zusätzliches Hilfspaket geben oder ein neuer Schuldenschnitt, zu dem auch die öffentlichen Gläubiger beteiligt werden müssten, so Fokerts-Landau zur FAZ.
Der Chefvolkswirt sieht drei mögliche Wege, wie die Krise, die aus den zu hohen Schulden sowie der unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit entstand, zu lösen wäre.

Die Wettbewerbsfähigkeit müsste mithilfe einer gegenüber den anderen Ländern höheren Inflation in Deutschland ausgeglichen werden.

Den zweiten Weg sieht Folkerts-Landau in Transferzahlungen über die unterschiedlichen Kanäle wie aus dem ESM, über EU-Strukturfonds oder „durch eine weitere Sozialisierung von staatlichen Verpflichtungen wie durch eine direkte Rekapitalisierung der spanischen Banken“.

„Radikale wachstumsfördernde Strukturreformen“ werden vom Ökonom der Deutschen Bank als eine dritte Möglichkeit genannt.

Jedoch würde die Lösung am Ende aus einer Kombination der drei Maßnahmen werden, so Fokerts-Landau. Wenn die Euro-Zone zusammengehalten werden will, gäbe es um direkte oder indirekte Transfers keinen Weg. Die Unterschiede der Wettbewerbsfähigkeit wären „einfach zu groß“, so der Chef-Ökonom.

„Regierungen sind verpflichtet Banken zu retten“

Die Forderung von Rekapitalisierungen der Banken überrascht nicht, wenn sie vom Chef-Ökonomen der größten deutschen Bank geäußert wird. Die Deutsche Bank ist darüber hinaus jüngst zu den „Top 4 der weltweit gefährlichsten Banken“ eingestuft.

Offenbar verfolgt David Folkerts-Landau den Gedanken des EZB-Chefvolkswirt Jörg Asmussen, „die Rekapitalisierung der Banken muss auf verpflichtender Basis für alle systemrelevanten Banken in der gesamten EU erfolgen“, (Handelsblatt, 10.10.11) konsequent weiter und sieht im Interview die spanische Regierung in die Pflicht genommen, Banken auf Kosten der Steuerzahler zu refinanzieren.

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