Deutsche Bank: Agrar-Rohstoffhandel verursacht keinen Hunger

Lebensmittelspekulationen-


Die Deutsche Bank verteidigt ihren Standpunkt zu Spekulationen mit Lebensmittel- und Agrarrohstoffen. Der Beitrag zum weltweiten Hunger sei Populismus. Negative Auswirkungen durch Agrarspekulationen gebe es keine.

Agrarspekulationen

Die Ernte des Bauern sind die Renditen der Banken und Aktionäre, nicht jedoch gefüllte Teller

Fader Beigeschmack des Kulturwandels mit politischer Unterstützung

Die Interessen der Kunden stehen vor dem Ausschluss der Unschädlichkeit von Nahrungsmittelspekulationen. Mit diesem Standpunkt verteidigte die Deutsche Bank im Januar 2013 ihre Absicht, an den Spekulationen mit Lebensmitteln und Agrarprodukten festhalten zu wollen. Immerhin sei der Nachweis von schädlichen Auswirkungen durch Nahrungsmittelspekulationen nicht erbracht worden.

Der Gegenbeweis blieb jedoch ebenfalls aus. Somit nimmt die Deutsche Bank die theoretische Möglichkeit, den Welthunger durch Spekulationen mit Lebensmittel zu fördern, billigend in Kauf. Einen deutlichen Hinweis auf negative Auswirkungen auf die weltweite Nahrungssituation durch den Handel mit Agrar-Rohstoffen gab unlängst die Verbraucherorganisation footwatch. Demnach lagen Unterlagen vor, aus denen die Deutsche Bank selbst von „inakzeptablen Auswirkungen“ gesprochen haben soll.

Gras drüber. Aktionäre erleiden in der Regel keinen Hunger und haben somit ausreichend Energie, möglichst hohe Dividenden mit Nachdruck einzufordern.

Nach knapp einem Jahr scheint sich die Situation im Agrar-Markt grundlegend geändert zu haben. Banken hätten keinerlei negativen Einflüsse auf die globale Nahrungsmittelsituation. „Es ist populär zu sagen, dass die Banken zum Hunger in der Welt beitragen. Aber das stimmt einfach nicht“, so Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Samstagsausgabe). Die Doppelspitze des größten Geldhauses Deutschlands, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, kündigten im SZ-Gespräch eine Aussprache mit Kritikern im kommenden Jahr an. Es handelte sich schließlich u.a. um Verfehlungen der Politik und in der Branche sei bereits ein Kulturwandel sichtbar.

Die Politik habe es bis heute noch nicht geschafft, ein global faires Spielfeld zu schaffen, so die Kritik von Anshu Jain. Die Deutsche Bank spreche sich nicht für weniger, sondern sogar für mehr Regulierung aus.

Kulturwandel der Deutschen Bank erfordert politischen Begleiter

Der längst angekündigte interne Kulturwandel bei der Deutschen Bank vollzieht sich mehr träge und holprig als souverän. 1,4 Milliarden Euro durften jüngst aus dem „Rechtsstreits-Fonds“ für die Vergleichszahlung in den USA abgezwackt werden. Ein Ende der laufenden Prozess-Kette ist noch nicht in Sicht, ebenso wie die noch zu erwartenden Strafzahlungen. „Es gibt keine Endsumme, wir befinden uns in einem laufenden Prozess“, so Fitschen zur SZ.

Offenbar hatte sich Deutschlands Bank Nummer Eins im internationalen Wettbewerb ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. Die Übung im Wettstreit gegen die erfahrenen Widersacher hinterließ verbrannte Finger. Die Politik soll nun Geleitschutz für die zukünftigen Vorstöße im globalen Spielcasino bieten. Damit würde sich die neue Bundesregierung zum Komplizen der möglichen negativen Folgen von Lebensmittelspekulationen machen.

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