Destatis widerspricht Merkels These von „hoher Binnennachfrage“

Konjunktur-


Das Statistische Bundesamt bestätigte ein schwaches Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2012. Größter Dämpfer zum geringfügig angestiegenen Bruttoinlandsprodukt war der schwache Außenhandel.

Starker Rückgang der exportierten Waren und Dienstleistungen

Wirtschaftswachstum
Schwaches Quartal 2 2012

Bereits am 14. Februar 2013 kündigte das Statistische Bundesamt (Destatis) einen festgestellten Rückgang der deutschen Wirtschaft im 4. Quartal 2012 an. Heute veröffentlichte Destatis die ausführlichen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Quartal 4 2012.

Somit ging das BIP um 0,6% gegenüber zum Vorquartal zurück. Der Wert ist bereits saison-, preis- und kalenderbereinigt. Für das gesamte Jahr 2012 bleibt jedoch der bereits festgestellte Wert von +0,7% (+0,9% kalenderbereinigt) Bestand.

Besonders negativ auf die Gesamtentwicklung wirkte sich lt. Destatis im letzten Quartal 2012 der Außenhandel aus. Gegenüber Quartal 3 wurden Dienstleistungen und Waren um 2,0% weniger ins Ausland exportiert. Dem gegenüber steht jedoch ein Import-Rückgang von nur 0,6%. Die Differenz zwischen dem Importen und Exporten wirkte sich negativ auf die Entwicklung des BIP aus.

Lediglich der inländische Konsum konnte für positive Impulse gegenüber dem Vorquartal sorgen. Private Konsumausgaben legten um 0,1% und staatliche Konsumausgaben um 0,4% zu. Investitionen sind jedoch rückläufig gewesen. Gesamt wurde zur inländischen Verwendung von Maschinen und Geräten ein geringfügiges Plus von 0,2% gegenüber Quartal 3 festgestellt.

Im Quartal 4 2012 erbrachten 41,9 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland die gesamte Wirtschaftsleistung. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Zuwachs von 0,8% bzw. 320.000 Personen. Gemessen am preisbereinigten BIP reduzierte sich jedoch die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität pro Person um 0,7% gegenüber dem vierten Quartal 2011.

Woher kommt die These von der „starken Binnennachfrage“?

Am 24. Januar 2013 hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Davos eine Rede mit inhaltlich folgendem Satz:

„Im Augenblick wird unser deutsches Wachstum vor allem von der Binnennachfrage getrieben.“

Die „starke Binnennachfrage“ passt allerdings überhaupt nicht mit den Daten von Destatis zusammen.

Die Rede von Angela Merkel in Textform – Bundesregierung

…oder als Video-Aufzeichnung.



Bild: CC0 1.0 Universal

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