Der Euro gefährdet den europäischen Frieden

Eurokrise-


Die Einheitswährung Euro treibt einen Keil in die Europäische Union. Dieser Ansicht ist der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. Er hält die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU für durchaus berechtigt, nimmt aber die derzeitigen Folgen der „Zwangsehe“ vollständig aus dem Zusammenhang.

Die Währungseinheit gefährde den Frieden in Europa

Euro Krise
Euro spaltet die Europäer

Die Europäische Union habe den Friedensnobelpreis zu Recht bekommen, aber der Euro sei nicht gut für den Frieden, erklärte Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger vom Jahr 2001, dem Handelsblatt (Montagausgabe) im Interview. „Die EU ist als Friedensprojekt gegründet worden und hat den Frieden in Europa gesichert. Also bekommt sie den Preis zu Recht. Stiglitz will erkennen, dass das Nobelpreis-Komitee die Botschaft aussenden wolle, es lohne sich für den Fortbestand des Friedensprojekts EU zu kämpfen.

Die ungewollte Zwangsehe
Für die Gemeinschaftswährung Euro fand der Wirtschaftsprofessor von der Columbia University in New York weniger lobende Worte und erklärte, „jeder unabhängige Beobachter von außen wird zustimmen, dass der Euro und die Politik zur Rettung des Euro im Moment die Europäer spalten“. Es wäre nicht gut für den Frieden, wenn extremistische und nationalistische Strömungen Auftrieb bekämen, so Stiglitz.

Im Augenblick wäre es nicht klar, ob es zu mehr oder weniger Integration kommen werde und die Lage in der Euro-Zone sei instabil, warnte der Wirtschaftswissenschaftler. „Es ist also möglich, dass die Gründerväter Recht behalten, aber sie haben sich bestimmt eine natürliche Evolution in Richtung politischer Union vorgestellt und nicht eine Zwangsehe zur Vermeidung eines Desasters“, fügte er hinzu.

Der europäische Unfrieden ist leicht zu erkennen

Es ist nicht schwer zu erkennen, wie u.a. in den Hauptstädten Griechenlands, Portugals und Spaniens die Straßen von tausenden, gelinde gesagt „besorgten“ Bürgern, beherrscht werden. Die lokalen Massenmedien leisten einen gehörigen Beitrag dazu, ein entsprechendes „Feindbild“ der vermeintlichen „EU-Leitnation“ Deutschland zu konstruieren.

Umgekehrt erlauben sich deutsche Politiker zu den Euro-Südländern teils polemische Vergleiche und Darstellungen, die einem Zusammenhalt nicht sehr förderlich sind.

Die Politik innerhalb der EU war seit ihrer Gründung noch nie in derartig differenzierter Meinung wie heute und täglich wird noch zugespitzt. Es wird einig über den Zusammenhalt in der Euro-Zone gepredigt, aber individuelle Interessensverfolgung praktiziert. Die vorgelebte Union besteht zum großen Anteil nur noch aus gegenseitiger Druckausübung bis hin zu blanken Erpressungen.

Es ist zu befürchten, dass der vom ehem. WestLB-Vorstand Ludwig Poullain angestellte Vergleich, Europa werde nach dem „Euro-Knall“ wirtschaftlich bei 1945 wieder zu Bewusstsein kommen, ebenso für die politische Situation gelten könnte.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen
Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.