Dem Rettungsschirm Spaniens etwas Positives abgewinnen?

Eurokrise-

„Ein aufatmendes Europa“ und „beflügelte Börsen“ sind u.a. die Überschriften der Medien über das Aufspannen des Rettungsschirms über Spanien. Eine kurze Atempause.

Rettungsschirm Spanien: Kurzlebiger Effekt an den Aktienmärkten

Die Reaktion der Börsen auf die versprochenen finanziellen Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro an das abrutschende Spanien, verdeutlicht die Kurzlebigkeit der internationalen Finanzmärkte. Ein Augenblick der Entspannung. Die Nachwirkung dieser „guten Nachricht“ aus Brüssel wird aber nur von kurzer Dauer sein.

Eurokrise
Rettung für Spanien?

Neben Kurzlebigkeit herrscht in den Aktienmärkten derzeit eine besondere Kurzsichtigkeit vor. Griechenland gibt ein lebendiges Beispiel für die Wirksamkeit aller bisher eingeleiteten „Rettungsmaßnahmen“ ab. Finanzielle Hilfen durch den EFSF erwiesen sich als völlig unzureichend und vergaben dem Begriff „Rettung“ nicht ansatzweise seine Bedeutung.

Eine „Endlos-Spirale“
Das vorläufige Resultat trotz der Milliarden Zuschüsse via EFSF, ist die verstärkt diskutierte Möglichkeit über Griechenlands Ausstieg aus der Euro-Zone. Das Ziel, Griechenlands Haushalt gegenüber den Verbindlichkeiten zu den bankrotten Banken, auf eine zukunftssichere Handlungsfähigkeit zu bringen, wurde nicht erreicht.

Lediglich um zwei, drei Einheiten grösser scheint sich der Vorgang mit Spaniens Banken zu wiederholen. Erfahrungen zählen nicht, im Gegenteil, man ist von Anbeginn dazu bereit, vorweg noch größere Summen in ein schwarzes Finanz-Loch zu werfen.

Die Probleme werden nicht gelöst
Der kurzfristige Effekt von Börsenerholungen überwiegt. Die Mitnahme der Spekulationsgewinne aus den Märkten können effektiv für weitere Wetten gegen den Euro eingesetzt werden.

Wie auch der Fall Griechenland bereits mehrfach zeigte, ist mit 100 Mrd. Euro der Endpunkt Spaniens Defizit garantiert noch nicht markiert worden. Für Irland und Portugal sind die angestrebten Entwicklungen ebenfalls noch ausgeblieben.

Banken sprechen viele Sprachen, aber am wenigsten den „Dialekt der Wahrheiten“. Aus diesem Grund werden nach weiteren Einsichten in die hauseigenen Bilanzen weitere „Überraschungen“ für neue Unruhen sorgen.

Nicht ganz auszuschliessen ist der eingeschlagene Weg, sich mit den derzeitigen Zahlen über die Zeit zu retten bis der ESM abgesegnet wurde. Ein Abwarten auf die Zustimmung aller EU-Länder ist nicht erforderlich. Bereits die Ratifizierung aus Deutschland würde genügen, um sich aus dem potenziell noch einzig zur Verfügung stehenden Topf, bedienen zu können. Eine Hemmschwelle wäre damit überwunden.

„Europa atmet auf?“
Eine sehr mißlungene Schlagzeile, die allenfalls für eine handvoll Politiker und Wirtschaftsfunktionäre gelten mag, aber ansonsten wohl nur dem Zweck dient, dem aufgespannten Rettungsschirm über Spanien als etwas „Positives“ zu suggerieren.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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2 Gedanken zu „Dem Rettungsschirm Spaniens etwas Positives abgewinnen?

  • Eine fiskalpolitische Union wäre für Deutschland eine Katastrophe. Frankreich windet sich dagegen, aus sehr guten Gründen. Das Seltsame ist nur, dass ein Abgeben der Haushaltskontrolle Deutschlands von Frankreich und auch von der Bundesregierung selbst beinahe gefordert wird. Merkels bisheriger Widerstand scheint einzubrechen und stellt sich am Ende doch nur als ein politisches Manöver heraus.

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  • Deutschland macht in dieser Angelegenheit erneut Druck und will die weitreichende europäische Kontrolle über nationale Haushalte durchsetzen. Bei einer fiskalpolitischen Union müssten die Mitglieder ihre Haushaltshoheit einer noch zu bildenden europäischen Haushaltsbehörde übertragen und der Vorschlag findet deshalb etwa in Frankreich heftigen Widerstand.

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