Deckelung Banker-Boni mit sehr flexiblen Optionen

Bonuszahlungen Banker-


Ab 2014 sollen Europas Banker keine übertriebenen Boni-Zahlungen mehr erhalten können, um die Risikobereitschaft der Banker im Zaum zu halten. Eine klare Begrenzung der maximalen Banker-Boni war offenbar nicht möglich, da es auch Sonder- und Ausnahmeregelungen geben soll.

Begrenzung Boni-Zahlungen mit „attraktiven Optionen“

Bonizahlungen Banker
An Geld wird es den Bankern nicht fehlen

Banker innerhalb der Europäischen Union sollen bereits ab 2014 keine Aussichten mehr auf „Mond-“ Boni haben können. Das Europaparlament, die Delegierten der Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission einigten sich auf eine Deckelung der Bonuszahlungen, die das Basisgehalt des Bankangestellten als Grundlage heranzieht.

Zukünftig sind die Boni für Banker auf die Höhe des Grundgehalts begrenzt und können lediglich doppelt so hoch ausfallen, wenn die Aktionäre mit einer drei Viertel Mehrheit zustimmten. Endgültig ist die Neuregelung der Banker-Boni noch nicht vom Tisch, da das EU-Parlament sowie die Mitgliedstaaten noch ihre Zustimmung abgeben müssen. Voraussichtlich werde es an diesem Punkt jedoch keine Hindernisse zu überwinden geben.

Othmar Karas, Verhandlungsführer des Parlaments, erklärte lt. Spiegel online (Donnerstag), dass es in der Geschichte der EU-Finanzmarktregulierung erstmalig zu einer Begrenzung der Banker-Boni gekommen sei.

Der Anreiz für hohe Risikobereitschaft soll genommen werden
Offenbar fühlten sich die Banker allzu sehr dazu motiviert, ein unangemessen hohes Risiko bei ihren Anlagestrategien einzugehen, da ihnen sehr hohe Bonus-Zahlungen in Aussicht gestellt wurden. Der Anreiz für zu hohe Risiken soll mit der Begrenzung der Boni auf ein festes Grundgehalt, mit optionaler Verdoppelung nach Einwilligung der Aktionäre, genommen worden sein. Udo Bullmann, SPD-Abgeordneter, sprach sogar von „revolutionären“ Änderungen im Finanzmarkt, da offenbar das Zehnfache eines Gehalts an Bonus-Zahlungen nicht der Seltenheit angehörte.

Es hat nicht nur Befürworter zur Boni-Begrenzung gegeben
Großbritanniens Wunsch, nicht zu sehr in die internen Vorgänge der Kreditinstitute einzugreifen, wurde nicht erfüllt. Dennoch fanden die Verhandlungspartner einen Weg, der auch den Britten einem Schritt entgegen gekommen ist. Die durch Aktionäre gebilligte Verdoppelung der Bonuszahlung an Banker könne auch noch höher ausfallen, sofern die Auszahlung auf einen langen Zeitraum gestreckt werde. Lt. Spiegel online seien mit dieser „Extra-Regelung“ bis zu 25 Prozent der variablen Vergütung möglich.

Eine „einfache Deckelung“ war nicht einfach möglich

Mit der „Begrenzung“ der Banker-Boni wurde wiederholt eine klare und transparente Linie verfehlt. „Bonus nur in Höhe eines fixen Grundgehalts“, aber „bei Einwilligung der Aktionäre durchaus das Doppelte“ und auch noch „ein Viertel des variablen Grundgehalts“ sofern die Auszahlung in die Länge gestreckt werden würde.

Sofern die Konzerne nicht die Grundgehälter soweit anheben, um die durchschnittlichen Bonizahlungen der letzten Jahre zu erreichen, würde das Konzept ggfs. aufgehen. Nicht ganz klar herausgestellt ist allerdings, ob zwischen Bargeldauszahlungen, geldwerte Vorteile oder Sachgegenstände unterschieden wird. Der Spielraum für die Schaffung von Anreizen zum Eingehen eines gewissen Risikos scheint dennoch sehr groß zu bleiben.

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