Das Thema Euro-Crash wird bereits hofiert – Sparer als Gefolge

Euro Finanzkrise-

Ein ehemaliges Tabu-Thema erhält immer mehr Konturen. Einst noch am Euro als gemeinschaftliche, notwenige und stabile Währung festgehalten und jetzt wechseln sich in den Medien die Schlagzeilen zwischen „Weichwährung, Eurosturz, Euroschmelze und Währungsreformen“ ab.

Umdenken der Medien innerhalb Euro-Krise
Euro zerbricht
Euro auf Abschussliste

Ein letzter großer Umbruch innerhalb der europäischen Gemeinschaft fand mit der Wahl des neuen französischen Regierungsschefs François Hollande statt.

Die in der Öffentlichkeit vorgespielte, beinahe schon herzliche Einigkeit zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem ehem. Präsident Sarkozy, wurde schlagartig beendet.

Der gemeinsame Kurs gegen die Euro-Krise wandelte sich mit Hollande zu einer offenen Konkurrenz.

Frankreich, wohlwissend um die eigene Position vor dem Abgrund, gesellt sich in die Reihen der sog. Euro-Südstaaten ein. Noch unter Sarkozy stand Frankreich als einziges Euro-Land neben Deutschland auf der Geberliste für die notwendigen Hilfspakete an die insolventen EU-Länder.

Deutschland steht derzeit völlig auf sich alleine gestellt und hat mit seinem ehemaligen Verbündeten einen neuen scharfen Kritiker gegen sich.

Die Aufbröckelung der bisherigen Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bundesbank und der EZB kann als eine erste Konsequenz aus der isolierten Stellung Deutschlands gedeutet werden.

Medien „denken“ um in Richtung Realität

Offensichtlich hat die europaweite Krise ein Ausmaß erreicht, dass sogar „eingeschworene Medien“ veranlasst wurden, ihre Meldungen der Realtität ein Stück weit näher zu bringen. Tabu-Themen werden nun thematisiert.

Mit dem Wahlergebnis in Griechenland ist lediglich die kurze brennende Lunte gelöscht worden. Nebenher gilt es noch dutzend weitere Sprengauslöser zu entschärfen. Das wird nicht gelingen. Der drohende Kollaps des Euros mutiert medial bereits zur Tagesordnung.

Das Thema ESM und Fiskalpakt erhält Konkurrenz

Dominant sind nach wie vor das Europäische Stabilisierungsabkommen sowie der „gewünschte“ Fiskalpakt. Die Bitte des Bundesverfassungsgerichtes an Bundespräsident Gauck, den ESM nicht unmittelbar nach der Zustimmung zu unterschreiben, nahm eine Menge Gewicht aus dem Thema. Der 01. Juli 2012 als Starttermin ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Sieht man in die Details des geplanten Fiskalpakts, dann sind berechtigte Zweifel angebracht, ob die Regelungen jemals mit den angedrohten Konsequenzen eingehalten werden würden. Es „gab“ einen Maastrichter Vertrag.

Der Fiskalpakt könnte als eine modifizierte Abschrift bezeichnet werden. Doch das „historische Abkommen“ zur Europäischen Gemeinschaft wurde erst mehrfach, inzwischen dauerhaft durchbrochen, ohne jegliche Einleitung ernsthafter Maßnahmen.

Der Wandel in den Medien geht eindeutig in die Richtung eines Euro-Crashs. Sogar das Ende des Euros mit der Rückkehr zur alten, bzw. alternativen nationalen Währung wird als Alternative gehandelt.

Mehr Transparenz zur neuen Einstellung geht kaum noch
Besonders prägnant erklärte z.B. „Handelsblatt“ seinen Lesern, wie sich auch Kleinanleger und Privatsparer gegen einen crashenden Euro am Besten schützen könnten. Laut dem Magazin wäre z.B. der Einkauf von Edelmetallen (physisch, keine Wertpapiere) als konservativer und sicherheitsorientierter Weg besonders geeignet.

Ein hochspekulative Möglichkeit böte sich den Kleinanleger ebenfalls an:
Gezielte Wetten gegen den Euro„.

Spekulativ ist die Variante von Hebelpapieren gegen den Euro allemal. Müssten diese schon erworben und „eingesetzt“ werden, bevor der Euro auf dem Bauch gelandet ist.

Falls die Gemeinschaftswährung einen Höhenflug erlebt, sitzen alle Käufer eines Knock-out-Optionsscheins auf dem Trockenen. Noch werden aus den kurzfristigen Kursschwankungen Gewinne gezogen. Kracht aber der Euro tatsächlich in sich zusammen, dann mit Sicherheit sehr schnell im freien Fall.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Katze beißt sich förmlich in den Schwanz. Eine Aufklärungsleistung wie man sich am Besten gegen einen flächendeckenden Waldbrand schützen kann und als Rezept Streichhölzer empfehlen.

Das Ende der Nahrungskette: Der Sparer

Selbst bei einem noch längerfristigen Überleben des Euros, stehen die Verbindlichkeiten der Nehmerländer eher auf der Abschreibungsliste statt auf dem Rückzahlungsbeleg.

Ein ESM und Fiskalpakt werden voraussichtlich ebenso „linientreu“ eingehalten werden wie der „Ehevertrag aus Maastricht“. Deutschland als Milliardenspender bliebe auf seinen Schuldscheinen sitzen und hat zusätzlich mit eigenen Problemen im Finanzhaushalt zu kämpfen.

Im Falle des Euro-Zusammenbruchs werden die hochverschuldeten Länder wohl keinen Gedanken daran verschwenden, jemals eine Schuld zu begleichen. 3-stellige Milliarden Beträge gingen zu Lasten Deutschlands.

Innerdeutscher Haircut
Ein Auslöschen des Euros bedeutete die Rückkehr zur alten DM oder einer neuen Variante. Allgemeinhin wird zwar von einem extremen Kurszuwachs gegenüber den anderen Länderwährungen ausgegangen, aber wichtig ist erst der Umrechnungsfaktor zwischen „totem Euro“ und „neuer DM“.

An diesem Punkt ist ein gewaltiger Haircut bereits vorprogrammiert. Eine Rückrechnung DM:Euro von (knapp) 2:1 im gleichen Verhältnis kann direkt ausgeschlossen werden. Ein Verhältnis von 1:4 / 1:6 / 1:8 klingt realistischer. Hinzu käme die schon zur Euro-Umstellung teils wundersame Preisberechnung von Handelsketten und Restaurantbetreiber.

Am Ende wird immer der Privatsparer mit seinem Vermögen auf den zahlreichen Anlagenkonten bluten dürfen.

Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

MM Münzen

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