Bundesbank bereitet Finanzminister Freude mit 2,4 Mrd. Euro

Geldpolitik –


Die Deutsche Bundesbank bereitet dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz eine Freude mit der Überweisung von 2,4 Milliarden Euro aus dem Überschuss im Jahr 2018.

Geld im Überfluss

Jens Weidinger überweist Olaf Scholz 2,4 Milliarden Euro

Negativzinsen sorgten für größten Batzen Mehreinnahmen

Auf den Bund kommt nach den Rekordsteuereinnahmen im Jahr 2018 ein weiterer Geldsegen zu. Nachdem die Deutsche Bundesbank einen Jahresüberschuss von 2,5 Milliarden Euro erreichte, überweist sie nach Abzug der Rücklagendotierung (Rücklage für Pensionen) einen „Restbetrag“ von 2,4 Milliarden Euro an den Bundesfinanzminister. Im vergangenen Jahr lag der Überschuss bei 2,0 Milliarden Euro und ans Finanzministerium gingen 1,9 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bundesbank profitierte nach eigenen Angaben von angestiegenen Zinserträgen aufgrund der Negativverzinsung („Strafzins“) der gestiegenen Einlagen. Der sog. Strafzins liegt bei -0,4 Prozent und gilt für Banken und Institute, die ihr Kapital bei der Notenbank parken.

Im Jahr 2018 erhöhten sich die Zinserträge um 1,0 auf 6,2 Milliarden Euro und bildeten damit gleichzeitig die größte Geldeinnahmequelle der Bundesbank. Ausschlaggebend war die Zunahme der Erträge aus Negativverzinsung der Einlagen um 0,6 auf 3,8 Milliarden Euro. Der Nettozinsertrag kletterte um 0,7 uaf 4,9 Milliarden Euro an, da u.a. die Zinsaufwendungen mit 0,2 auf 1,2 Milliarden Euro nur geringfügig zunahmen.

Mit 1,8 Billionen Euro verbucht die Bundesbank im Jahr 2018 eine neue Rekord-Bilanzsumme. Diese stieg gegenüber dem Vorjahr um 114 Milliarden Euro an. „In den vergangenen vier Jahren hat sich die Bilanzsumme der Bundesbank damit um mehr als 1 Billion € oder um rund 140 Prozent erhöht“, so Johannes Beermann, Vorstandsmitglied der Bundesbank und zuständig für Rechnungswesen und Controlling.

Den größten Beitrag für die Ausweitung der Bilanzsumme leisteten auf der Aktivseite die Zukäufe im Rahmen des EZB-Anleihekaufprogramms sowie das aus dem europäischen Ausland zugeflossene Kapital. Der Bestand an Euro-Wertpapieren stieg binnen eines Jahres um 60 auf 572 Milliarden Euro. Die Forderungen aus TARGET2 gegenüber der Europäischen Zentralbank kletterten um 59 auf 966 Milliarden Euro.

Im gleichen Zeitraum nahmen die Verbindlichkeiten auf der Passivseite um 37 auf 573 Milliarden Euro ab. Die Einlagen (Euro-Guthaben) der Anleger aus dem In- und Ausland stiegen um 87 auf 409 Milliarden Euro an.

Bemerkenswert ist jedoch die plötzliche Abnahme der Target2-Forderungen um knapp 100 Milliarden Euro alleine im Januar 2019.



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