Brüssels EU-Traum entwickelt sich langsam zum Europa-Albtraum

EU-Krise-


Die Zweifler und Skeptiker gegen eine Europäische Union sind innerhalb der letzten fünf Jahre angewachsen. Das Vertrauen der Bürger, egal ob Geldgeber- oder Geldnehmerland, in die EU ist bei einem neuen Tiefpunkt angelangt. Barroso sieht nationalistische Tendenzen als eine Gefahr für den EU-Traum.

Schuldner- oder Gläubiger-Staat, Vertrauen der Bürger sinkt

EU-Vertrauen
Vertrauen in die EU ist dramatisch gesunken

Mit 59% misstraut eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Institution EU und deren Anteil lag im Mai 2007 mit 36% noch deutlich darunter. Die stark angestiegene Skepsis gegenüber der Europäischen Union ist jedoch kein Phänomen deutscher Bürger, sondern wird von den Bewohnern des Vereinigten Königreichs (69%) und Spaniens (72%) noch deutlich übertroffen.

Die öffentliche Meinung in den sechs größten EU-Mitgliedsländern über die Europäische Union ist lt. dem Guardian (24.04.13) auf ein historisches Tief gesunken. Besondere Zweifel bestünden demnach an die demokratische Legitimation der EU.

Sehr deutliche Spuren hinterließ die bisherige Eurokrise in Spanien. Hatten im Mai 2007 noch 23% der Spanier eine ablehnende Haltung gegenüber die EU, so stieg der Anzahl innerhalb von rund fünf Jahren dramatisch an. Die weit über die zweidrittel Mehrheit ragende Zahl von 72% wurde zwar im November 2012 erhoben, aber die Aktualität dürfte kaum eingebüßt haben.

Schlechte Karten wird wohl die Bereitschaft der Euro-Einführung in Polen haben. Die Bürger im EU-Mitgliedsland wendeten sich ebenfalls so weit von der EU ab, dass aus den ehemaligen 18% von 2007 inzwischen eine knappe Mehrheit von 42% geworden ist, die kein Vertrauen in das EU-System zeigen. In Italien halten bereits 53% der Bürger die EU für „problematisch“. Die Skepsis in Frankreich war bereits vor fünf Jahren mit 41% schon relativ weit verbreitet, aber die Entwicklungen brachten den Zweiflern einen weiteren Zulauf und erhöhten den Anteil der Bürger auf 56%.

José Ignacio Torreblanca, Chef des ECFR (European Council on Foreign Relations) in Madrid, erklärte, dass es keinen Unterschied mehr mache, ob die Skeptiker aus einem Schuldnern- oder Gläubigerland kämen. Der Schaden wäre inzwischen sehr groß. Die Bürger der Länder glaubten, ihre nationale Demokratie werde durch die Art der Eurokrisen-Bekämpfung untergraben.

Die äußerst trübe Stimmung gegenüber der EU ging offensichtlich auch nicht an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso spurlos vorüber. Er warnte davor, dass der „Traum Europa“ bereits vom Wiederaufleben des „Populismus und Nationalismus“ bedroht werde.

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