Brüssel gewährt Millionensummen für den „Verzicht auf Ernte“

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Die Antwort Russlands auf die vorab verhängten Sanktionen durch die westlichen Länder kommt der EU teuer zu stehen. Neben den Ausgaben von Millionen-Summen droht auch eine Lebensmittelvernichtung durch den „Verzicht auf Ernte“.

Birnen

EU-Kommission: Wer auf die Ernte verzichtet, bekommt den halben Preis erstattet

Moskau spricht von „erzwungenen Gegenmaßnahmen“

Angesichts der Folgen von den über Russland verhängten Wirtschaftssanktionen drängt sich die Frage auf, ob die EU tatsächlich Moskau wegen „unterlassener Deeskalation“ der Ukraine-Krise bestrafen wollte oder sich selbst. Seit der „Einverleibung“ der Halbinsel Krim durch Russland teilten die EU und die USA mit dem Verhängen von Strafmaßnahmen gegen Einzelpersonen und Unternehmen zahlreiche Nadelstiche aus. Moskau reagierte über Monate mit Gelassenheit. Der letzte Hieb traf jedoch mitten in die russische Wirtschaft und brachte das „berühmte Fass“ zum Überlaufen.

Russland antwortete mit einem Importverbot von Lebensmitteln aus der EU, den USA, Kanada, Norwegen und Australien. Besonders hart betroffen sind die Obstbauern in der EU. Ausgerechnet bei Äpfeln wird in diesem Jahr mit einer besonders hohen Ernte gerechnet und Russland als Großabnehmer entfällt. Die Bauern bleiben auf einem Großteil ihrer Erzeugnisse sitzen.

Nun zeichnet sich in der Europäischen Union eine kostenintensive Lebensmittelvernichtung abzuzeichnen. Brüssel stellte eine Liste mit 20 leicht verderblichen Obst- und Gemüsesorten auf. Die Erzeuger dieser Agrarprodukte dürfen von der EU Hilfen beantragen.

Die EU-Kommission rechnet mit Ausgaben in Höhe von rund 125 Millionen Euro für die Aufkäufe, Entschädigungen für vorzeitige Ernte oder dem Verzicht der Ernte.

Brüssel will den Landwirten für die vorzeitige Ernte, den Ernteverzicht oder für andere Aufkäufe den halben Preis erstatten. Den vollen Ausgleich soll es geben, wenn sich die Erzeuger dafür entscheiden, die Waren kostenfrei zu verteilen.

Das von Russland verhängte Embargo trifft neben Obst, Gemüse und Getreide auch Milchprodukte wie Käse, Joghurt sowie Schweinefleisch und Rindfleisch.

Der Kreml zeigte jedoch Verhandlungsbereitschaft. Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew betonte am Montag, dass der Importstopp eine „erzwungene Gegenmaßnahme“ sei. Er hoffe aber, dass der Importverbot nicht sehr lange dauern wird, wie RIA Novosti berichtete. Das Embargo könne überdacht werden, sollten sich die westlichen Länder „konstruktiver“ zeigen. Moskau sprach das Lebensmittelembargo vorläufig auf ein Jahr befristet aus.





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