Bonitätseinstufungen durch S&P wird jetzt Euro-flächendeckend durchgeführt

Konjunktur – Rating europäischer Unternehmen-

Standard & Poor’s bewertet die Privatwirtschaft innerhalb der Euro-Zone neu. Banken und Versicherungen teilweise um 2 Stufen abgesenkt. Moody’s und Fitch üben sich noch in Zurückhaltung.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s geht nach einer einfachen Überlegung vor, „schwache Staaten haben schwache Unternehmen“. Nachdem zunächst neun Euro-Mitgliedsstaaten teilweise kräftig Federn lassen mussten, nahm sich die US-Agentur nun die Sparte der Privatunternehmen zur Brust.

Nach dem Online-Magazin Handelsblatt sind neben den Banken vor allem die Versicherer ins Visier geraten. Selbst Staatskonzerne blieben von einer Korrektur der Bonitätsnote nicht verschont.

Nach den Euro-Ländern sind jetzt EU-Privatunternehmen an der Reihe

Bereits nach der Abstufung der neun Euroländer, kündigte Standard & Poor’s an, dass eine geringere Bonitätseinstufung der Länder neben den Konsequenzen für den Rettungsschirm EFSF auch Auswirkungen auf die Bonität von Versicherern, Banken und weitere Unternehmen haben kann.

S&P hält es nur für sehr gering wahrscheinlich, dass die Regierungen im Krisenfall die Unternehmen unterstützen könnten. S&P plante bereit, die Bonitätsstufen für Unternehmen innerhalb der nächsten vier Wochen zu überprüfen und entsprechend anzupassen.

Euroschirm
Der Euro-Schirm wird kleiner
Bild: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Mit einer zweifachen Abstufung auf die Bonitätsstufe „BBB+“, muss seit Dienstag der spanische Versicherungskonzern Mapfre auskommen. Der italienische Versicherer Generali wurde von S&P um eine Stufe tiefer gestellt. Generali, Eurpas drittgrößter Versicherungskonzern, ist auf dem deutschen Markt ebenfalls vertreten und repräsentiert sich durch Central Krankenversicherung, AachenMünchener und CosmosDirekt.

Die Deutsche Bahn ging nach der Bonitätsanpassung durch Standard & Poor’s sogar gestärkt hervor. S&P korrigierte zur Bonitätsstufe die negative Perspektive auf stabile Aussichten. Die weiteren „populären“ Ratingagenturen Moody’s und Fitch halten sich noch mit Theorie zurück und verzichten noch auf eine praktische Umsetzung einer Bonitätsanpassung.

Moody’s will für Frankreich die Kreditwürdigkeit „AAA-“ beibehalten aber weiterhin unter Beobachtung stellen. Die Ratingagentur Fitch hat angekündigt, ihre aktuelle Top- Bonitätsstufe Frankreichs für das gesamte Jahr unverändert zu lassen. Fitch ist im mehrheitlichen Besitz einer französischen Investorengruppe.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) im Fadenkreuz
Negative Ausblicke für die EIB durch S&P und mögliche Abstufung noch im Jahr 2012, spätestens 2013, falls sich die eingeschätzten Ausblicke bestätigen sollten. Als Gründe für diese Entscheidung werden die wenigen verbliebenen „AAA“-Länder innerhalb der Euro-Zone genannt.

Bestnoten von S&P haben lediglich Deutschland, Niederlande, Finnland und Luxemburg. Die Abstufung Österreichs und Frankreichs verringerte automatisch das von der EIB abrufbare Kapital aus AAA-Ländern von 137 Milliarden auf 96 Milliarden Euro. Gleich geblieben ist jedoch lt. EIB-Angaben die Gesamtsumme des abrufbaren Kapitals, unabhängig von der Bonitätsstufe der einzelnen Staaten.

Quelle: Handelsblatt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.