Bietet bayerisches Chiemgau Regiogeld Rettung für Griechenland?

Komplementärwährung zum Euro-


Griechenlands Probleme werden von Tag zu Tag größer. Nur stückweise geraten neue Hiobsbotschaften über den desolaten Zustand des Helenen-Haushalts an die Öffentlichkeit. Doch im Hintergrund vergrößern sich die Finanzlöcher beständig und der europäische Zusammenhalt steht kurz vor dem Zerreißen.

Während Politiker, Wirtschaftsexperten und „Verbände“ darüber rätseln, wie sie diesen drohenden Zusammenbruch verhindern könnten, ohne ihre eigenen Interessen zu sehr in den Hintergrund drängen zu müssen, könnte ein „einfacher“ Wirtschaftslehrer aus dem bayerischen Prien ein fast schon 10 Jahre altes Rezept parat haben. Lokale Währungen, bzw. Komplementärwährung ganz nach dem Prinzip des „Chiemgauer Regiogeld“.

Griechenland lädt Erfinder des Chiemgau-Geldes ein

Chiemgau-Währung
Chiemgau-Geld in Co-Existenz
zur Nationalwährung

Bereits 2003 führte Christian Gelleri, Wirtschaftslehrer an der Waldorfschule Prien in Chiemgau, im Rahmen eines Schülerprojekts der 10. Klasse, die eigene Währung „Chiemgauer Regiogeld“ ein. Gelleri ist ein „Verfechter“ von zinslosen (Mikro-) Krediten, die aus seiner Sicht das herkömmliche Kreditzins-System in einer Übergangszeit ablösen sollten. Das Projekt der Komplementärkredite befindet sich in einer experimentalen Phase. Die vergebenen zinslosen Kredite werden in Regionalgeld ausgezahlt.

Offensichtlich ist die Idee einer lokalen Währung auf großes internationales Interesse gestoßen. Der Nachrichtensender CNBC (Montag) berichtete über die Einladung Gelleris, in die griechische Region Mazedonien zu reisen, um den lokalen Politikern das Prinzip der „Komplementärwährung“ und einen möglichen Weg aus dem Euro aufzuzeigen.

„Wir sehen lokale Komplementärwährungen als eine mögliche Lösung an, um die Unterschiede zwischen den Regionen innerhalb eines Währungsraumes auszugleichen“, erklärte Gallerie der CNBC.com und fügte hinzu, „wenn Sie eine Region wie München mit Theassaloniki vergleichen, sieht man die sehr großen Unterschiede, die innerhalb der Euro-Zone vorherrschen“.

Der Lehrer glaubt mit der Idee einer lokalen Währung das Auseinanderbrechen der Euro-Zone auf lange Sicht verhindert zu können. Für Griechenland empfiehlt er die komplementäre Währung auf der gesamten Landesebene. Sollte das Land vollständig aus dem Euro herausbrechen, sieht Gellerie in der lokalen Währung ein Mittel, in der Co-Existenz zur Drachme auch ärmere Gebiete wirtschaftlich stärken zu können.

In seiner Heimat feiert das Konzept der Komplementärwährung nächstes Jahr das bereits 10-jährige Bestehen. Gellerie zeigt große Zuversicht auf einen fortgesetzten Erfolg und erläuterte, „mit einem Umsatz von 6 Millionen Euro im vergangenen Jahr und einer Wachstumsrate von 20 Prozent können wir eine kontinuierliche und sehr positive Entwicklung vorweisen“.

Das Vorbild „Chiemgauer Regiogeld“ fand inzwischen im englischen Bristol eine Nachahmung. In dieser Woche wird zum ersten Mal der „Bristol Pound“, unter der Leitung von der Bristol Pound Community Interest Company eingeführt. Der Wechselkurs wird zu Beginn mit 1:1 zum Pfund Sterling festgelegt.

Bild: F.H.M. / pixelio.de

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