Bevorzugt EZB geheime Anleihen Zinsschwellen? – Missbrauchsrisiken

Euro-Krise – Geheime Zinsschwelle Staatsanleihen-

Eine neue Variante der möglichen Zinsschwelle für die Staatsanleihen der Euro-Mitgliedsstaaten sorgt derzeit für große Diskussionen. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die ursprünglich vermutete Transparenz ins Gegenteil verdrehen und die Obergrenze der Anleihezinsen geheim halten wollen.

Aus Transparenz könnte totale Intransparenz werden

Euro-Krise
EZB lieber mit Geheimnis Krämerei

Grundsätzlich scheint sich die These, die EZB wolle eine Grenze für die ansteigenden Anleihezinsen der Krisenländer einführen, zu erhärten. Eine zuerst angesprochene Variante wäre der Weg gewesen, die Zinsgrenze für die Euro-Mitgliedsländer auf Basis der deutschen Zinssätze individuell zu berechnen und die Werte unmittelbar der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Kritiken aus Politiker- und Ökonomen-Kreisen ließen nicht lange auf sich warten. Im Vordergrund stand die Befürchtung, dass die Krisenländer eine „laxe Haltung“ zu notwendigen Reformen und Restrukturierungsmaßnahmen einnehmen könnten, da sich die EZB dafür bereit erklärte durch das Anwerfen der „Notenpresse“ für unbegrenztes Kapital zu sorgen.

Geheimhaltung als neue Variante zur Anleihen Zinsschwelle
Insider, die offenbar an den derzeit laufenden Diskussionen beteiligt sind, berichteten dem Magazin Die Welt (Donnerstagsausgabe), dass die Europäische Zentralbank derzeit eine weitere Variante der Anleihekäufe prüfe.

Die Festlegung der Zinsobergrenze für Staatsanleihen würde durch die EZB nach wie vor festgelegt werden, dafür würden die Änderungen jedoch nicht veröffentlich, sondern „unter Verschluss“ gehalten werden.

Diese Maßnahme solle der Notenbank einen größeren Spielraum verleihen, die Euro-Krisenländer stützen zu können. Eine Entscheidung soll jedoch frühestens am 06. September 12 bei der nächsten EZB-Ratssitzung gefällt werden.

Will die EZB das geringe Vertrauen endgültig verspielen?

Die EZB hat inzwischen mit herben Vertrauensverlusten der Märkte, Politiker und EU-Bürger zu kämpfen. Die Bundesbank zählt ohnehin nicht zu den Befürwortern der EZB-Pläne. Eine weitere Maßnahme gegen die Schuldenkrise per Geheimhaltung trägt keinesfalls zur Rückkehr des Vertrauens bei.

Wie groß ist der Radius der Wissenden?
Ein „eingeweihter“ Kreis muss naturgemäß von den Plänen und den umgesetzten Schwellwert-Grenzen wissen. Wie groß soll diese Gruppe der „Geheimnisträger“ sein und in welchen Funktionen sind diese Personen tätig?

Die Gefahr eines Missbrauchs der äußerst brisanten Kenntnisse ist klar erkennbar. Es handelt sich nicht um ein paar tausend Euro, es geht um Milliarden. Man stelle sich einfach die Situation vor, ein Großinvestor wüsste aus „welchen Quellen auch immer“, vom neu definierten Anleihen-Schwellwert ab der kommenden Woche. Die Vorteile im Anleihen-Handel wären immens.

Wer kontrolliert die Vorgänge? Eine Strategie der Geheimhaltung würde den Banken „indirekt“ über Insider-Informationen den gleichen Spielraum verleihen, die sie bereits beim Libor und wahrscheinlich auch beim Euribor voll ausnutzten.

Die Investment-Banken würden diese Chance nutzen, das ist so sicher wie „das Amen in der Kirche“ und sie würden auch eine Hintertür finden, um an die „geheimen“ Informationen leicht heran zu kommen

Bild: Gerd Altmann/Hintergrund:pixabay / pixelio.de

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