Bankenstresstest: EU-Bankenaufsicht EBA spielt mit ihren Muskeln

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Die Europäische Bankenaufsicht zeigt zu den bevorstehenden Stress- und Bilanzprüfungen der EU-Banken Stärke. „Mit harter Hand“ werde man vorgehen und äußerst genau hinsehen. Doch solange keine Einigung erreicht wird, wie mit den Ergebnissen umzugehen sei, verbleibt die Ankündigung im Raum von „Schall und Rauch“.

Banken

Stress- und Bilanzentest soll von den Banken ein klares Bild schaffen

In der EU herrscht große Uneinigkeit zu unbekannten Größen

Die EU spielt mit ihren Muskeln und kündigte eine „harte Hand“ beim kommenden Stresstest der Kreditinstitute Europas an. An vorderster Front steht die Europäische Bankenaufsicht (EBA). Die EU-Institution mit Hauptsitz in London fordert die Abwicklung schwacher Bankenhäuser. Im kommenden Jahr wird die Aufsichtsbehörde zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) den „Ist-Zustand“ der untersuchten Geldhäuser feststellen.

Der Chef der Bankenaufsichtsbehörde, Andrea Enria, erklärte im Interview mit der F.A.Z. (Montagsausgabe), dass in Europa bisher zu wenige Banken abgewickelt wurden und vom Markt verschwunden sind. Bei der bevorstehenden Überprüfung der Geldhäuser werde man sehr viel genauer hinsehen als es bisher üblich gewesen sei.

Offenbar schreitet die Umsetzung der zentralen Bankenaufsicht nur äußerst schleppend voran. Enria beklagte die Neigung der Regierungen, die nationalen Geldhäuser im Markt halten zu wollen. Dies habe den Reparaturprozess verlangsamt. Darüber hinaus fehle noch ein gemeinsamer EU-Abwicklungsfonds für die bankrotten Banken.

Neben der Uneinigkeit zwischen den Euro-Mitgliedsländern sorgen zwischen den Banken sichtlich auch ungleiche Gewichtungen der Risiken für eine Schräglage. Der EBA-Chef betrachtet die großen Unterschiede in der Bilanzierung risikoreicher Staatsanleihen besonders kritisch. „Das geht nicht. Wir werden auf einheitliche und konservative Bewertungen im Stresstest dringen“, so Enria zur F.A.Z.

Die Geldhäuser scheinen zu den bevorstehenden Stresstests eine gewisse Gelassenheit vorzuspielen. Doch deren Apell für „Fairness und Vernunft“ an die Untersuchungsbehörden verrät eine gewisse Nervosität. Die EZB erwartet bei den Testergebnissen offenbar erhebliche Schieflagen einiger Banken und forderte bereits in einer „ungewöhnlichen Weise“ eine „blinde Zusage“ von den Euro-Ländern, die fälligen Finanzierungen in noch unbekannten Milliarden-Höhen vorab zuzusagen.

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