Banken-Pleiten: Euro-Finanzminister beschließen Bail-In statt Bail-Out

Bankenabwicklung-


Der EU-Steuerzahler soll künftig vor den finanziellen Belastungen bei Bankenrettungen bzw. -abwicklungen verschont bleiben. Dafür haften künftig die Inhaber, Großeinleger und Sparer für eine Bankenpleite. Kleinsparer bis 100.000,- Euro Einlagen sollen jedoch verschont bleiben.

Bail-In

Bail-In für EU-Bankenrettungen – Mitgehangen – Mitgefangen

Aktionäre, Großeinleger und Sparer haften für ihre Bank

Wer als Anleger sein Geld bei einer Bank anlegt, geht automatisch das Risiko ein, die Ersparnisse zu einem großen Teil zu verlieren. Am Donnerstag einigten sich die Finanzminister der EU-Länder auf die Regelung, dass bei einer Bankenpleite die Inhaber (Aktionäre), Großinvestoren und auch Sparer für die Rekapitalisierung des insolventen Geldhauses aufkommen müssen. Dafür sollen erst Geldeinlagen ab 100.000,- Euro zum Zuge kommen. Kleinere Geldbeträge auf den Bankkonten bleiben (noch) unberührt.

Das bereits im April entworfene „Abarbeitungsprogramm“ für die Bankenabwicklung sieht eine bestimmte Reihenfolge vor, bei denen zuerst die Bankeninhaber, Aktionäre, dann die Großinvestoren und letztlich die Sparer zur Kasse gebeten werden sollen. Der für die direkte Banken-Finanzierung erweiterte Rettungsschirm ESM käme als letzte Instanz zum Einsatz, falls die „konfiszierten“ Gelder nicht ausreichend sein sollten. Die Haftungssumme der zwangsbeteiligten Aktionäre und Großeinleger soll bis zu acht Prozent der Bilanzsumme der betroffenen Bank betragen.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (Finanzminister Niederlande) betonte die „absolute Sicherheit“ für Kleinsparer mit einem Anlagevermögen von unter 100.000,- Euro. Sparer und auch kleinere Unternehmen über 100.000,- Euro Guthaben sollen bei der Abwicklung bzw. Rettung einer Bank erst zum Schluss ihren Beitrag leisten müssen.

Steuerzahler sollen bei Bankenpleite entlastet werden

Das bisherige Prinzip eines „Bail-Outs“, bei denen der Steuerzahler für die Bankenrettung aufzukommen hatte, wird durch das „Bail-In“ Verfahren abgelöst. Wer als Kunde seinem Kreditinstitut Geld anvertraut, muss somit nach dem Motto „im gleichen Boot sitzend“ damit rechnen, dass sein Kapital über 100.000,- Euro vollständig verloren gehen könnte.

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