BAföG 2011 auf Rekord-Niveau – Alles nur relativ!

Statistik BaföG 2011-

Mehr als 3 Milliarden Euro gaben Bund und Länder im Jahr 2011 für Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) aus. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gab heute bekannt, dass mit insg. 3,18 Mrd. Euro die 3 Mrd.-Grenze das erste Mal überschritten wurde.

Rekord-Leistungen für BAföG Studenten und Schüler

BaföG Statistik
BaföG auf Rekordhoch

Gegenüber dem Jahr 2010 entspricht die Mehrleistung von 307 Millionen Euro eine Steigerung um 10,7%. Anteilsmäßig wurden für die Studierendenförderung 2,270 Mrd. Euro (plus 251 Mio Euro) und für die Schülerförderung 0,91 Mrd. Euro (plus 56 Mio. Euro) bereitgestellt.

Pro Person weit über 300,- Euro im Durchschnitt
Studierende wurden demnach mit durchschnittlich 452,- Euro mtl. gefördert, eine Steigerung um 16,- Euro. Schüler erhielten 2011 durchschnittlich 28,- Euro mehr und kommen auf 385,- Euro pro Person.

Knapp ein Drittel der geförderten Personen (29%) befanden sich 2011 im Haushalt ihrer Eltern, 71% wohnten außerhalb des Elternhauses.

Anzahl der BAföG Empfänger 2011 deutlich gestiegen
Rund 963.000 Personen erhielten im letzten Jahr Förderungen im Rahmen des BAföG. Im Vorjahresvergleich eine Steigerung um plus 5,1%. Gleichzeitig war allerdings ein Rückgang der geförderten Schüler (-1,5%) festzustellen, wohingegend die Anzahl der Studierenden um 8,6% zulegten.

Die Relationen Bildungsförderungen stimmen längst nicht mehr

Die Veröffentlichung der BAföG Statistiken kommen „wie gerufen“. Einen Tag nachdem der Bundestag das 100 Mrd. Hilfspaket für Spanien mehrheitlich durchwinkte, steht die Zahl 3,18 Mrd. Euro Fördergelder zur Bildung „frisch“ gegenüber.

Liegt die Zukunft im kranken System oder in der Bildung?
Die Ausbildung von heute bildet die Basis von morgen. Mehrausgaben für Bildungsförderungen werfen ein positives Licht auf das Bildungssystem in Deutschland. Bund und Länder teilen sich zusammen eine Jahres-Förderung von über 3 Mrd. Euro, damit vielen Schülern und Studierenden überhaupt ein Weg für den beruflichen Fortgang eröffnet wird.

Obwohl der Haushalt von Bund und Länder mit mehr als 2 Mrd. verschuldet ist („bereinigte Daten“), werden dennoch Förderungen von rund dem 1,5-fachen zur Verfügung gestellt.

Gestern wurden mit nur wenigen Handzeichen der Regierungsparteien sowie der Oppostion (außer DIE LINKE) 100 Mrd. Euro an einem einzigen Nachmittag ins Ungewisse geschickt. Die Adresse Spanien und deren insolventen Banken steht fest, aber der Rückfahrtschein des Kapitals wurde wahrscheinlich nicht mit angehängt.

100 Mrd. Euro sind das rund 31,5-fache von 3,18 Mrd. Euro. Der Gesamtbetrag BaföG bezieht sich auf ein ganzes Jahr, also rund 8,71 Mio. Euro täglich. Dem stehen 100.000 Mio. Euro genehmigte Hilfsgelder für Spanien gegenüber.

BaföG an Schüler gelten als Vollzuschuss und werden nicht zurück erstattet. Förderungen an Studierende fallen im Regelfall wieder zur Hälfte an Bund und Länder zurück.

Alle bisherigen Gelder in Form von Hilfspaketen wie EFSF scheinen jedoch hoffnungslos in den Sand gesetzt zu sein, viel schlimmer noch, die Löcher werden größer, es wird immer mehr Kapital hineingeworfen. So auch gestern mit der Genehmigung von 100 Mrd. Euro an Spanien durch den Deutschen Bundestag. Das Geld kann getrost als verloren angesehen werden, zu lasten des Steuerzahlers.

Welchen Sinn machen 3,18 Mrd. Euro „teilfinanzierte“ Bildungsförderung, wenn mit 31,5-fach größeren Schritten einer Staatspleite entgegen gelaufen wird? Lediglich das private Sparvermögen könnte und wird die Insolvenz Deutschlands aufhalten können, für eine Zeit lang. Denn sollte sich grundlegend nichts am bisherigen Fortlauf der EU, deren Banken- und Finanzsystem ändern, werden Privatvermögen, Sparkonten, Immobilien und anderer Privatbesitz den finanziellen Niedergang nur hinauszögern können.

Förderungen für das Ausland
Schon seit Jahren jammert die Wirtschaft über den Mangel an qualifizierte Fachkräfte. Die hohe Anzahl der Abwanderung von Top-Studienabgängern ins Ausland wäre dramatisch. Offensichtlich finden Spitzenkräfte in Deutschland vergleichsweise schlechte Bedingungen vor. Deutschland nach der (finanzierten) Ausbildung den Rücken zu kehren, gehört schon längst nicht mehr zu einer Ausnahmeerscheinung.

Wären lediglich 2% der genehmigten Spanien-Hilfen, also 2 Mrd. Euro, zu viel, um die Bedingungen in Deutschland dahingehend zu verbessern, dass dem zukünftigen Fachpersonal die Lust an „der Flucht“ verginge?

„Der Euro muss gerettet werden, um jeden Preis“, doch keiner kann bisher den Preis benennen. Das ständig blinde Nachwerfen von Kapital in das finanzielle EU-Vakuum gleicht der Bekämpfung eines Flächenbrandes mit dem Nachwerfen von Papier, in der Hoffnung das Feuer damit zu ersticken.

Sofern relativiert sich die „Großleistung“ von Bund und Ländern, die zukünftigen „Abwanderungs-“ Fachkräfte mit einem Rekord-Betrag gefördert zu haben.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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