Bafin bescheinigt Deutscher Bank miserablen Kulturwandel

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Offenbar hat die Deutsche Bank gehörige Schwierigkeiten, den motiviert angegangenen Weg eines „Kulturwandels“ umzusetzen. Die ersten Zwischenergebnisse werden von der Finanzaufsicht Bafin mit miserablen Noten versehen. Scheinbar hat der deutsche Bankenprimus den selbst ins Leben gerufenen Begriff etwas missverstanden.

Justiz

Im grundsätzlichen Verständnis zu Recht & Unrecht gibt es gehörige Schnittmengen

Ein kultureller Wandel ist nicht erkennbar

Die Kritik der deutschen Finanzaufsicht Bafin an die Deutsche Bank könnte aus den Federn Marcel Reich-Ranickis entsprungen sein, wenn dieser ein jüngst veröffentlichtes Buch förmlich in der Luft zerrissen hatte.

Das Buch der Deutschen Bank trägt den Titel „Kulturwandel“. Offensichtlich verspricht der Buchtitel weitaus mehr als es der Inhalt zu erfüllen vermag. Die Bafin erwartete wohl eine „Autobiografie“ und erhielt lediglich einen „Roman“. Die Bewertung der Finanzaufsicht ist entsprechend miserabel. Der Aufsatz eines Schülers zum Thema „Kulturwandel“ würde wegen Themaverfehlung mit ein „Ungenügend“ quittiert werden.

Es hat den Anschein, als wenn die Deutsche Bank den Begriff „Kulturwandel“ schuf, um die wegen des Verdachts zahlreicher grober Verstöße seit Monaten laufenden Untersuchungen begleitend abzumildern. Wohlwissend um die zu erwartenden Bußgelder stockte der deutsche Bankenprimus die interne „Straf-Kasse“ wiederholt auf mehrere Milliarden Euro auf. Ein Teil davon wurde bereits Anfang Dezember 2013 in Anspruch genommen. Die vorgenommenen Manipulationen an verschiedenen Referenzwerten an den Finanzmärkten erhielten einen Preis.

Die Finanzaufsicht Bafin hat im Zuge der Libor-Ermittlungen gegen die Deutsche Bank einen Zwischenbericht erstellt. Im Mittelpunkt der teils heftigen Kritik steht nicht das Geldinstitut selbst, sondern die Führungsspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Der Bericht liegt dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL vor und hieraus ginge hervor, dass die Bafin den angekündigten „kulturellen Wandel“ durchaus als Maßstab zu den vorgefundenen Ergebnissen ansetzte. Die Prüfer der Finanzaufsicht erhielten jedoch einen völlig anderen Eindruck, aus dem sich schließen ließe, dass innerhalb der Deutschen Bank keinerlei klare Konsequenzen gezogen worden seien.

Die These von „Verfehlungen einzelner Personen“ innerhalb der Bank könne demnach nicht mehr aufrecht erhalten werden. Zahlreiche maßgebliche Posten seien lt. dem Bafin-Bericht nach wie vor von den gleichen Personen besetzt, andere seien von den Co-Chefs sogar befördert worden. Personelle Konsequenzen aus den zahlreichen Verfehlungen seien nicht erkennbar. Darüber hinaus mangele es insbesondere an der Qualität der internen Untersuchungen.

Der festgestellte Ablauf der hausinternen Kontrollen sei ein „Indikator für eine möglicherweise sachlich unangemessene Einflussnahme von Geschäftsbereichen, hier dem Handel, auf die Innenrevision“, zitierte SPIEGEL den Bafin-Bericht. Die eigentliche Aufgabe der internen Kontrolle sei eigentlich die Aufklärung von regel- oder gesetzeswidrigen Verhalten.

Die Deutsche Bank hält nach wie vor an der Variante der vereinzelten „schwarzen Schafe“ fest und bekräftigte die „vollumfängliche“ Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden. Gegen die betroffenen Personen seien bereits „angemessene Maßnahmen“ ergriffen worden.

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