Aussichten „negativ“ – Fitch gibt Warnschuss auf Niederlande ab

Bonität Niederlande-


Das angeschlagene Euro-Mitgliedsland Niederlande erhält einen weiteren Seitenhieb von der Ratingagentur Fitch. Diese hat die Aussichten des Euro-Nordlandes auf „negativ“ umgestellt und droht mit dem Entzug der Top-Bewertung.

Bankensektor und Immobilienmarkt drücken auf Bonität

Ratingagentur
Fitch schießt Niederlande vor den Bug

Die Niederlande verliert langsam aber sicher auch die Reste der „Hochglanzpolitur“ eines ehemaligen EU-Musterstaates. Mit der Androhung der Ratingagentur Fitch, die Topnote „AAA“ zu entziehen, wäre das Kapitel eines Vorzeigehaushaltes abgeschlossen und Akt 2 stünde am Anfang.

Nachdem sich die Verkündung der „beendeten Eurokrise“ durch den EU-Kommissions-Präsidenten Barroso als genauso nachhaltig herausstellte wie jede abgefeuerte Silvester-Rakete zum Jahresanfang, nahm das europäische Schuldenproblem trotz der etwas ruhig erscheinenden Lage dennoch wieder das „Tagesgeschäft“ auf. Mit den jüngsten Veröffentlichungen der Vorquartals-Bilanzen der Deutsche Bank sowie der Commerzbank, wurde zeitgleich der aus dem Jahr 2012 bekannte Krisenalltag auch in den Nordländern der Eurozone eingeläutet.

Vorerst stand mit der italienischen Monte dei Paschi eine italienische Bank im Mittelpunkt der wankenden Kredithäuser. Die Schlagzeilen wurden jedoch kurz darauf vom drohenden Untergang des niederländischen Finanzkonzerns SNS Reaal beherrscht. Die niederländische Regierung sah sich gezwungen, SNS mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Mit dem Einsatz von Haushaltsgeldern, sprich Steuermitteln, kommt die Hilfe einer Verstaatlichung der Bank gleich, samt „Rechte und Pflichten“.

Die Übernahme der Verantwortung durch die Regierung zu dem ohnehin bereits kriselnden Immobilienmarkt quittierte die Ratingagentur Fitch nun mit einer Umstellung der Bonitätsaussichten auf „negativ“. Noch zählt die Niederlande als ein EU-Mitgliedsland, das aufgrund seiner Wirtschaft als mustergültig eingestuft wird, dies ist jedoch nur relativ zu sehen. Fitch begründete den „negativen“ Ausblick zur Kreditwürdigkeit aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten im Immobilienmarkt und den nun erhöhten Belastungen durch den Bankensektor.

Abweichend von Fitch beurteilen jedoch die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s die Rettungsaktion für SNS Reaal nicht derart risikoreich ein, um eine Abstufung zu rechtfertigen. Beide Agenturen führen die Niederlande jeweils mit der Bestnote in ihren Büchern.

Wehe wenn der erste Dominostein angestoßen wird…

Besonders pikant wirkte sich eine tatsächliche Abstufung der Niederlande auf den dauerhaften Rettungsschirm ESM aus. Bereits heute steht der Rettungsfonds nur noch mit einem Bein auf der Top-Bewertung. Niederlande zählt mit Deutschland als einer der Hauptgeldgeber. Fällt die Bonität des ESM wäre auch seine Funktion infrage gestellt und hätte u.a. weitreichende Konsequenzen auf die deutsche Politik. Die vom Bundesverfassungsgericht (BverfG) festgezurrte, von Europa forderbare Obergrenze in Höhe von 190 Milliarden Euro für den ESM, könnte nur mit der Zustimmung des Parlaments erhöht werden.

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