Armutsrisiko: ifo Studie rät zum Perspektiven-Wechsel

Studie –


Wer sich dem Armutsrisiko ausgesetzt glaubt, kann es mit dem Wechsel seiner Position versuchen und seine Lage von einer anderen Perspektive betrachten. Das ifo-Institut kam nach einer Studie zum Ergebnis, dass den Einkommen auch die Ausgaben gegenüber gestellt werden sollten.

Perspektive

Arm oder nicht arm? Alles nur eine Frage der Perspektive und des Empfindens

Regionale Einkommensverhältnisse sind aussagekräftiger

In den neuen Bundesländern ist das Einkommensniveau im Durchschnitt etwas geringer als in den alten Bundesländern. Doch das Armutsrisiko liege in einigen Regionen Westdeutschlands höher als in den Landkreisen innerhalb der neuen Bundesländern, so das Münchner ifo Institut. Wie die regionale Armut zu bewerten ist, sei eine Frage der Perspektive.

Wenn zur Bestimmung der Armutsquote das bundesweite Durchschnittseinkommen zugrunde liegt, dann gelten aktuell rund 16 Prozent der Bundesbewohner als armutsgefährdet. In diesem Fall liege ein besonderer Schwerpunkt in den neuen Bundesländern und auch in einigen Städten des Ruhrgbietes. Wird jedoch anstatt des bundesweiten Durchschnitteinkommens das regionale Einkommensniveau berücksichtigt, erhalte man ein differenziertes Bild.

Das ifo Institut hält es für die Ermittlung der Armutsgefährdungsquote sinnvoller, die regionalen Schwellenwerte zu berücksichtigen. Außerdem hänge es auch davon ab, ob sich jemand „als arm empfindet oder nicht“. Werden die regionalen Verhältnisse, insbesondere die Kaufkraft herangezogen, so sei das Armutsrisiko in den Landkreisen der neuen Bundesländern deutlich niedriger als in zahlreichen westdeutschen Landkreisen, so Joachim Ragnitz, einer der Autoren der ifo-Studie. „Ein Grund hierfür ist, dass das Einkommensniveau in Ostdeutschland insgesamt niedriger ist und dass die Einkommen hier gleichmäßiger verteilt sind als in Westdeutschland“, so Ragnitz.

Bei dieser Betrachtungsweise seien es vor allem die Städte, in denen die Armutsgefährdung besonders hoch ist. Dies liege vor allem am höheren Mietpreis-Niveau und damit fällt auch das Niveau der Realeinkommen geringer aus. Das Armutsrisiko im ländlichen Raum sei daher geringer, da das Leben billiger sei.

Die Neuerfindung des Rades

Wenn man weniger verdient als der Durchschnitt, lebt aber in einer Region, in der das Leben günstiger ist als im Durchschnitt, dann kommt man auch über die Runden.

Stimmt. So, oder so ähnlich. Die Studie trifft den Nagel auf den Kopf, aber die große Erleuchtung ist diese Expertise nicht gerade. Eher eine bereits abgebrannte Kerze, eben nur wissenschaftlich aufbereitet.


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