Armutsbericht: 13,7 Mio. Menschen in Bundesrepublik sind arm

Armutsbericht –


Armut und nicht Armutsgefährdung. Der Paritätische Wohlfahrtsverband möchte im Rahmen des aktuellen Armutsberichts für die Bundesrepublik mit den „populären aber falschen Bildern“ aufräumen.

Bittere Armut

Paritätischer Wohlfahrtsverband spricht von Armut, nicht von Armutsgefährdung

Armutsquote bei Mieter-Haushalten bei 29 Prozent

Der Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. legte vergangene Woche den aktuellen Bericht für die vorherrschende Armut in der Bundesrepublik vor. Demnach sind bereits 13,7 Millionen Mensch im Bundesgebiet von der Armut betroffen. Das entspricht 16,8 Prozent der gesamten Bevölkerung. Dabei hob der Verband klar hervor, dass es sich nicht um die sog. Armutsgefährdung, sondern um tatsächliche Armut handelte.

Als Armutsgefährdungsgrenze gilt das Einkommen von 60 Prozent des mittleren Einkommens im gesamten Bundesgebiet. Dabei handelt es sich allerdings nicht um den Durchschnitt, sondern um den Median. Während beim Durchschnitt die Summe aller Einkommen durch die gezählte Anzahl der Einkommen geteilt wird, zählt beim Median der Wert, der bei der Hälfte aller gezählten Einkommen markiert wird.

Unter 60 % ist Armutsbereich, nicht Armutsgefährdungsbereich

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes vermeidet explizit den Begriff Armutsgefährdung und spricht Tacheles. Wer weniger als 60 Prozent hat, ist arm. Punkt. „Es ist Zeit, dass populäre, aber falsche Bilder über Armut in Deutschland korrigiert werden. Der Bericht zeigt, dass eine Neujustierung des armutspolitischen Instrumentariums dringend notwendig ist“, so die Forderung des Hauptgeschäftsführers.

Zu den Armen im Bundesgebiet zählten lt. dem Sozialverband vor allem die Mieter. Während von den Eigenheimbewohnern lediglich vier Prozent von Armut betroffen seien, liege die Quote bei Mietern bei 29 Prozent.

Als erforderliche Gegenmaßnahme gegen die vorherrschende Armut in der Bundesrepublik fordert der Sozialverband u.a. eine Anhebung des Mindestlohns auf 12,63 Euro pro Stunde und die Schaffung einer Kindergrundsicherung. Dazu müsse das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent wieder auf 53 Prozent angehoben werden. Letztendlich gelte dieser Wert als „Sicherung des Lebensstandards“.

Gesetzliche Rente wäre günstiger als die Privatrente

Der Armutsbericht geht davon aus, dass ein Rentenniveau von 53 Prozent für Einzelne auch in der Zukunft finanzierbar sei. Dies sei sogar günstiger als die private Rentenversicherung. Nach den Angaben des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) müssten die Rentenbeiträge im Jahr 2045 bei 23,6 Prozent liegen, damit das Rentenniveau von lediglich 41,7 Prozent finanziert werden könne. Die Versicherten hätten damit einen Beitrag von 11,8 Prozent zu stemmen. Mit diesen Rentenplänen käme auf die Versicherten jedoch eine „faktisch zwingende private Vorsorge“ zu. Mit weiteren 4 Prozent läge der Beitragsanteil bei 15,8 Prozent.

Werde nun das Niveau der gesetzlichen Rente auf 53 Prozent angehoben, läge der Beitragssatz für die Versicherten hälftig bei 14,7 Prozent. Somit wären die Arbeitnehmer günstiger abgesichert. Auf eine zusätzliche Altersvorsorge könne somit verzichtet werden.

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