Arbeitsmarktzahlen April 2017: DGB kritisiert Niedriglohnsektor

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Das Bundesarbeitsministerium und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sind sich darin einig, dass sich die deutsche Wirtschaft auf einem guten Weg befinde. Doch der DGB sieht im Bereich des Arbeitsmarktes zahlreiche Missstände.

Niedriglohnsektor müsse ausgetrocknet werden

Arbeiter
Nahles jubelt, DGB kritisiert

Die Zahl der Beschäftigten in der Bundesrepublik nahm weiter zu. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zeigte sich von den aus Nürnberg präsentierten Zahlen für April 2017 höchst erfreut. „Im Vorjahresvergleich sind fast 720.000 Menschen mehr in Arbeit. Und diese Entwicklung kann weiter gehen, denn die Beschäftigungstrends sind gut und es gibt weiter mehr als eine Million offene Stellen. Erfreulich ist auch, dass die Arbeitslosigkeit weiter gesunken ist: Heute sind rund 175 000 Menschen weniger ohne Arbeit als vor einem Jahr“, so Nahles.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DKB) hält die deutsche Wirtschaft in einer guten Verfassung, allerdings nicht uneingeschränkt. Hinter den zahlreichen Arbeitsplätzen verbergen sich prekäre Jobs, so DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Diese Arbeitsplätze seien gezeichnet von unfreiwilliger Teilzeit, Minijobs, befristete Stellen, Werkverträge und Leiharbeit. In manchen Sparten werde der Mindestlohn nach wie vor umgangen und obwohl zahlreiche Betriebe über Fachkräftemangel klagen, bilden viele Unternehmen nicht aus.

Das Gebot der Stunde sei es, den Niedriglohnsektor auszutrocknen. „Gerade in guten wirtschaftlichen Zeiten gibt es keine Ausrede mehr für arbeitsmarktpolitische Missstände“, so Körzell.


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