Arbeiten EU-Regierungen an Euro-Crash Szenario?

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Knüpfen die Regierungen der EU im Hintergrund bereits Pläne, die bisher noch nie von offizieller Seite ausgesprochen wurden? Eine Möglichkeit wäre u.a. die „heimliche Vorbereitung“ auf einen kommenden Euro-Zusammenbruch, der zwar nach wie vor als „unmöglich“ propagiert, aber ggfs. dennoch als unabwendbar behandelt wird.

Der Euro-Crash wird durchaus als möglich eingestuft

Euro-Crash
Vorbereitungen zum Euro-Crash?

Sollte der Euro-Crash tatsächlich eintreten, wären die Regierungen auf jeden Fall gut beraten, darauf vorbereitet zu sein.

Ist der Zusammenbruch erwartet, würde dies allerdings die Frage aufwerfen, warum nach wie vor die Strategien auf einen Erhalt der Gemeinschaftswährung ausgerichtet sind und welche Vorteile eine „Irreführung“ der Öffentlichkeit für die Märkte und Politik hätte.

Ein umfassendes Euro-Rettungsprogramm hatte es noch nie gegeben
Alle bisherigen Maßnahmen zur Stabilisierung der kippenden EU-Länder waren lediglich kurze „Kreuzfeuer“ mit Kapitalüberschwemmungen für Regierungen und primär den kriselnden Banken. Reaktionen statt Aktionen. Die Einführung des EFSF kann gegenüber den Schulden-Dimensionen als ein „Pflaster aus der Erste Hilfe Box“ bezeichnet werden. Es wurde auch nie ein Hehl daraus gemacht, gilt der Rettungsfonds als provisorisch und Vorläufer des geplanten Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM.

Ob der EFSF lt. Programmliste jemals abgelöst werden wird, stellt sich frühestens am 12. September 12 heraus. An diesem Tag will das Bundesverfassungsgericht die Entscheidung zu den von ESM-Gegnern eingereichten Klagen verkünden. Wird dem stattgegeben, bedeutete es das vorläufige Aus für den ESM. Deutschlands Ratifizierung ist als „ernannter Hauptfinanzierer“ für die gewünschte Funktion des ESM unumgänglich.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Samstag) arbeiteten die EU-Regierungen an Strategien, um das Auseinanderbrechen der Euro-Zone zu verhindern. Die bisher unternommenen Einzelschritte hätten zwar zeitliche Brücken geschaffen, aber das Vertrauen der Finanzmärkte und Bürger nicht zurück gewonnen.

Wird Euro Zukunft im Herbst 2012 entschieden?
Inzwischen sind rund zwei Jahre Euro-Krise vorüber gegangen und der kommende Herbst scheint für die Währungsunion eine entscheidende Phase zu werden. Griechenlands Schuldenprobleme halten seit über einem Jahr unentwegt an und waren nur kurzfristig von den aufflammenden Schwierigkeiten in Frankreich, Italien und Spanien aus den Gesprächen verdrängt worden.

Derzeit herrscht wieder eine angeheizte Stimmung, ob die Helenen die Währungsunion verlassen können, dürfen oder sogar sollten. Überwiegend wird ein Griechenlandaustritt noch als eine „große Katastrophe“ behandelt und nach dieser Vorstellung werden die Entscheidungen getroffen.

Die Süddeutsche Zeitung will in Erfahrung gebracht haben, dass sich die EU-Mitgliedsländer gemeinsam für einen Austritt Griechenlands vorbereiten wollen. Eine Vielzahl möglicher Reformoptionen soll bereits erörtert worden sein. In den nächsten Wochen soll aus den Einzelpositionen eine „stimmige Gesamtstrategie“ entwickelt werden. Die EU-Länder hätten erkannt, dass die bisher vereinbarten Schritte zwar „punktuelle“ Verbesserungen brachten, aber nach wie vor kaum Vertrauen von Bürgen und Finanzmärkte vorhanden wären.

„Unfreiwillig“ volles Programm für den kommenden Herbst

Vor der verkündeten Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht am 12.09.12 wäre jegliche Fixierung von entwickelten Strategien mit dem Risiko behaftet, schlicht hinfällig zu werden. Bleibt der ESM auf unbestimmte Zeit nicht durchführbar, wären Strategien mit Einbezug des Stabilitätsmechanismus völlig sinnlos.

Darüber hinaus steht und fällt Griechenland in Abhängigkeit der Troika-Berichte. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammen gestellte Untersuchungs-Kommission wartet voraussichtlich bis September, wenn nicht sogar bis Oktober mit dem abschließenden Bericht zu Griechenlands Finanzlage sowie den Reformumsetzungen.

Erst nach dem Troika-Bericht steht die Frage von weiteren Hilfszahlungen an. Werden diese verweigert, bliebe Griechenland wohl nichts anderes übrig, als die Euro-Zone zu verlassen und zur alten Währung zurück zu kehren.

Falls Griechenland austritt…
Im Gespräch sei lt. SZ ein paralleles Hilfspaket, das die noch verbleibenden Euro-Länder in der Krisensituation Unterstützung leisten könne. Das beträfe besonders Portugal und Irland, die ohne zusätzlichen Puffer der Gefahr ausgesetzt wären, die zu erwartenden Schocks in den Finanzmärkten nicht verkraften zu können. Italien und Spanien würden gleichzeitig präventive Kredite vom ESM beantragen können. Ein vorbeugender Antrag wäre Voraussetzung, um die massiven Anleihenaufkäufe durch die EZB erst zu legitimieren.

Dem bereits ausgetretenen Griechenland würde für einen wirtschaftlichen Neustart durch EU-Zahlungsbilanzhilfen unter die Arme gegriffen werden.

Joschka Fischer warnt vor einem Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone
Der frühere Außenminister Joschka Fischer sieht für die Zukunft Europas nur wenige Möglichkeiten. Zur Bild am Sonntag erklärte Fischer, dass es lediglich die Wahl zwischen einer Haftungs- und Schuldenunion, inkl. Euro-Bonds und dem Euro-Aus gäbe.

Das Scheitern der Währungsunion nennt der Ex-Außenminister eine mögliche „Katastrophe“. Zum Ende es Euros könnte es lt. Fischer kommen, wenn Griechenland austräte und damit Italien und Spanien ansteckte. Aus diesem Grund warnte der Grünen-Politiker vor einem Austritt Griechenlands.

Die Bundesbürger sind in der Euro-Frage offenbar in zwei gleiche Lager geteilt
Lt. einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, veröffentlicht in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wären 50% der Befragten bereit, bei einer Volksabstimmung für den Verbleib Deutschlands in der Euro-Zone stimmen. Weniger als ein Drittel würden ein Verlassen der Währungsunion befürworten.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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