Anleger-Wetten für Euro-Crash und D-Mark Rückkehr

Wetten für D-Mark Rückkehr-

Kapitalschutz im sicheren Hafen Deutschland, oder „edelstes Spielkasino“ für Devisen-Zocker? Der Anleger lässt in der Regel Papiere liegen, die fast keine Renditen abwerfen, oder an denen sogar ein Preisschild angehängt ist. Aus den Kursen der deutschen Staatsanleihen ist ein neuer „Typus von Investoren“ entstanden.

„Sichere Wetten“ für Euro-Crash und D-Mark Rückkehr

D-Mark
Zocken um die D-Mark

Für den „erzkonservativen“ Bundesbürger waren deutsche Schuldverschreibungen stets das Nonplusultra für Sicherheit und auch Renditen. Diese Zeiten gehören endgültig der Vergangenheit an.

Die Sicherheiten der deutschen Staatspapiere sind nach wie vor sehr hoch. Allerdings nur wenn die absolute Betrachtung mit einem relativen Vergleich zu anderen Bonds ausgetauscht wird. Renditen sind buchstäblich „verschwunden“. Sie tendieren gen Null und bringen teilweise sogar Negativrenditen, spätestens aber nach Inflationsbereinigung.

Dennoch gehen die deutschen Papiere weg wie die berühmten „warmen Brötchen“. Die Investoren haben mit deutschen Staatsanleihen ein warmes Nest gefunden. Es bietet keine Gewinne, dafür aber eine gewisse Sicherheit für das eingesetzte Kapital. Mit dem zweiten Blick entpuppt sich allerdings ein riesiges Gewinnpotenzial.

Was ist wenn der Euro crasht und die D-Mark zurückkehrt?
Wer zum Zeitpunkt des „fliegenden Wechsel“ von Euro auf die D-Mark deutsche Anleihen in seinem Portfolio vorweisen kann, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu den großen Gewinnern zählen. Im „Untergrund des sicheren Hafens“ hat sich eine „Zockerhöhle“ versteckt, in der mit freudiger Erwartung gegen den Euro gewettet wird. Welt Online (Dienstag) spricht von „Spekulationen die auf eine Kompensation durch Wechselkursgewinne ausgelegt sind“.

Eurobefürworter müssten die These am besten kennen, „die Rückkehr zur D-Mark hätte eine ungeheure Aufwertung zur Folge, die dem deutschen Export gehörigen Schaden zufügen würde“. Die Aufwertung ist so gut wie sicher, ob eine weitreichende Wirtschaftsschädigung eintreten würde, ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen.

Wer zu Euro-Zeiten in deutsche Anleihen investiert und Mini-Renditen, bzw. einen kleine „Miete“ in Kauf nimmt, macht nach einer Aufwertung der neuen Währung einen gewaltigen Reibach.

Politiker „retten“ und Anleger „wetten“

Aus den führenden Politikerkreisen der Ländern, der EZB und der EU-Kommission sind lediglich Verlautbarungen zur Euro-Rettung zu hören. „Es wird alles Erdenkliche getan werden“, „die Bazooka steht bereit“, „die Dicke Berta ist geladen“, etc. Virtuelle Schwellen für Anleihen der Länder stehen im Gespräch, Erhöhungen der Hilfsfonds, weitere Hilfszahlungen aus EFSF, IWF werden eingeteilt, direkte Staatenunterstützungen durch Investitionen in den Sekundärmarkt, usw. Die Thesen- und Formel-Kette für den Euro-Erhalt ist bereits ellenlang.

Während sich die Politiker- und Funktionärsstimmen für den Euro überschlagen, legen Investoren „seelenruhig“ in deutsche Anleihen an, um sich das Ende der Gemeinschaftswährung herbei zu wünschen.

Ein geradezu „paradiesisches“ Umfeld für die Anleger. Ihr investiertes Kapital ist kaum Risiken ausgesetzt. Leichte Negativ-Renditen sind leicht zu verschmerzen. Für den „Otto-Normalverbraucher“ entspräche diese Situation gleich dem geparkten Geld auf einem gebührenpflichtigen Girokonto.

Die „versteckten“ Wetten gegen den Euro sind offenbar auf einen gezielten Austritt Deutschlands aus der Währungsunion gerichtet. Michael Markovic, Chef-Stratege für Festverzinsliche bei Credit Suisse Zürich, erklärte der Welt Online, „die Währungswette wird sichtbar, wenn man die Cash-Rendite und die Kosten für Kreditausfallswaps vergleicht.

Investoren würden daher wohl von ihrer Wette auf Währungsgewinne ablassen, wenn sie den wahren Preis erkennen, den Deutschland zur Deckung der Kosten eines Ausstiegs anderer Länder aus der Eurozone bezahlen müsste.“

Einfach ausgedrückt, das Wett-Ziel wäre damit klar, „Deutschland steigt aus“ und kommt nicht mehr für die Kosten anderer Länder auf.

Bild: tarifometer24.com

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