Alt-Kanzler Schmidt sieht in Ukraine-Krise Parallelen zum 1. Weltkrieg

Ukraine-Konflikt-


Alt-Kanzler Helmut Schmidt erkennt in der Zuspitzung der Ukraine-Krise Parallelen zum Werdegang des 1. Weltkriegs. Die EU handelte „größenwahnsinnig“ und die beteiligten Länder agierten wie „Schlafwandler“.

Helmut Schmidt

Schmidt wurde von den Medien bereits als „Putin-Versteher“ abgestempelt

„Die Lage verschärft sich wie im August 1914“

Die EU-Kommission lehnt sich bei der Krise in der Ukraine zu weit aus dem Fenster. Die Lage im Osten Europas droht zu eskalieren. Inzwischen seien Parallelen zu den Entwicklungen vor dem ersten Weltkrieg zu beobachten. Die derzeitige Krisensituation sei „zunehmend vergleichbar“ mit der europäischen Lage im Sommer 1914. Die von der EU-Kommission praktizierte Außenpolitik hält der Altkanzler für „größenwahnsinnig“.

Im Gespräch mit der BILD warnte Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt vor einer Zuspitzung der Lage in der Ukraine. Europa, Amerikaner sowie auch die Russen verhielten sich wie „Schlafwandler“, so wie es Christopher Clark in seinem Buch über den Anfang des 1. Weltkrieges beschrieb. Täglich nehme die Gefahr zu, dass sich die Situation verschärfe wie im August 1914, warnte Schmidt.

Die meisten EU-Kommissare verstehen kaum etwas von der Weltpolitik, aber sie mischten sich darin zu sehr ein, so Schmidt. Die Außenpolitik der EU-Kommission sei größenwahnsinnig. Der Versuch, die Ukraine der EU anzugliedern sei ein jüngstes Beispiel. Dann soll auch noch Georgien. Helmut Schmidt erinnerte daran, dass Georgien nicht innerhalb Europas liege. Die EU habe dort nichts verloren.

Die Ukraine sei von der EU vor „die scheinbare Wahl“ gestellt worden, sich entweder für den Osten oder den Westen entscheiden zu müssen. Dies sei ein Fehler gewesen. Nun müssen die Führungen der beteiligten Länder an einen Tisch kommen, auch die Russen, die Ukraine und die Weißrussen, so Schmidt.

Alt-Kanzler Schmidt kritisierte bereits Ende März die Reaktionen des Westens gegen Russland zum Krim-Konflikt und wurde von den Medien dafür zum „Putin-Versteher“ mehr oder weniger abgestempelt.





Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Nvpswitzerland
Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.