Alexis Tsipras verteidigt griechisches Rentensystem gegen Kritik und Lügen

Griechenlandkrise-


Richtigstellung und Konter. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras verteidigt das griechische Rentensystem gegen Kritiken, aufgestellten Thesen und weit verbreiteten vermeintlichen Lügen.

Konjunkturanstieg

Statistiken können gebeugt und verbogen werden. Tsipras bricht

Das griechische BIP stürzte schneller ab als Rentenausgaben

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras geht mit den Kritikern des griechischen Rentensystems hart ins Gericht. Die These „deutsche Steuerzahler kämen für die Löhne, Renten und Pensionen der Griechen auf“, sei eine Lüge und ein weit verbreiteter Mytos. In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel stellt Tsipras weit verbreitete Unwahrheiten über die Rentenpolitik in Griechenland richtig.

Ein Irrglaube finge bereits mit dem durchschnittlichen Renteneintrittsalter in Griechenland an. Anders als behauptet liege das durchschnittliche Alter zum Renteneintritt von Frauen und Männern bei 67 Jahren. In Deutschland liege das Alter im Durchschnitt bei 65 Jahren.

„Griechenland geht mit Rente großzügig um“ – Falsch!

Die Behauptung, Athen ginge trotz Schuldenprobleme sehr großzügig mit der Rente um, sei ebenfalls unrichtig. Die Probleme des Systems rührten nicht aus der vermeintlichen Großzügigkeit, sondern aus dem dramatischen Rückgang bei den Einnahmen. Ein Resultat des Haircuts. Die Einlagen der Rentenkassen wurden „um 25 Milliarden Euro beschnitten“, so Tsipras. Die Einnahmen bei der Sozialversicherung gingen aufgrund des „scharfen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen und der Lohnkürzungen“ stark zurück. Zwischen den Jahren 2010 und 2014 resultierten die Maßnahmen in Einnahmeausfällen in Höhe von 13 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden die Sozialausgaben und Renten um bis zur Hälfte gekürzt worden. Weitere Eingriffe „in diesen sensiblen Bereich“ seien unmöglich.

Die vorgehaltenen Statistiken, Griechenland treibe die Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach oben, sei nicht in angehobenen Renten begründet. Tatsache sei, dass das BIP viel schneller abstürzte als die Ausgaben im Rentensystem.

Tsipras erklärte die Entschlossenheit seiner Regierung, das Rentensystem in Griechenland retten zu wollen. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen der Gläubigern und den eingeforderten Reformvorschlägen, nennt Tsipras die Abschaffung von Regelungen zur Frühverrentung, das Zusammenführen der Rentenkassen und weitere Abschaffungen von Sonderregelungen als konkrete dargelegte Vorschläge.

Der griechische Regierungschef schloss seinen Gastbeitrag folgend ab:
„Wie Benjamin Disraeli sagte, gibt es drei Arten von Lügen: gewöhnliche, katastrophale und statistische. Wir dürfen nicht zulassen, dass die obsessive Verwendung statistischer Parameter einen in den letzten Monaten herangereiften Kompromiss vernichtet. Es ist unsere Pflicht. Unser aller Pflicht.“





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