Adam Posen kritisiert Deutschlands Wirtschaftspolitik scharf

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Der US-Ökonom Adam Posen nahm kein Blatt vor den Mund und redete Klartext über Deutschlands Wirtschaftspolitik. Deutschland nutze seine Arbeitnehmer über Gebühr aus, um den Unternehmen eine konkurrenzfähige Position innerhalb der internationalen Wirtschaft zu geben. Ein Billiglohnland das auch nicht davon absieht, anderen Ländern durch die eigene Exportwut Schaden zuzufügen.

Adam Posen

Adam Posen erklärte Deutschland als ein Billiglohnland zu Lasten anderer Staaten

„Arbeitnehmer werden nicht gerecht entlohnt“

So langsam scheinen sich die Kritiker gegen Deutschland und seiner Wirtschaftspolitik zu formieren. Die Exportwirtschaft stand bereits durch die USA und dem Internationalen Währungsfonds (IFW) unter Beschuss, gefolgt von einer eingehenderen Untersuchung durch die EU-Kommission. Nun meldete sich auch ein prominenter Wirtschaftswissenschaftler zu Wort, der gleich eine ganze Reihe an Beispielen parat hatte, um auf die in Deutschland vorherrschenden und auch auf anderen Ländern negativ einwirkenden Missstände hinzuweisen

US-Top-Ökonom Adam Posen, Präsident vom Peterson Institute for International Economics in Washington D.C. und ehem. Mitglied im Rat der Bank of England, holte für seine Argumentationen gegen Deutschlands Wirtschaftspolitik sehr weit aus. In einem Gespräch mit dem Nachrichtensender CNBC nimmt Posen indirekt die Arbeitnehmer in den Schutz, indem er die Beschäftigten als ungerecht entlohnt bezeichnet. Die Arbeitnehmer würden um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden, da der durchschnittliche Lohn nicht der Produktivität des Landes entspräche. Darüber hinaus mangele es an Investitionen im privaten wie auch im öffentlichen Bereich. Deutschland sei somit ein Billiglohnland.

Andere Staaten würden von Deutschland über den Tisch gezogen, da der schwache Euro die Exporte des Landes subventioniere. Anderen Ländern werden von Deutschlands Deflations-Export die Marktanteile abgegraben.

Deutschland manipuliert das System, so Posen, und die Wirtschaftspolitik des Landes sind gleich die Probleme der anderen Länder. Die Krisenländer in Südeuropa erhielten nicht genug Transferzahlungen aus Deutschland. Eine expansivere Geldpolitik werde blockiert.

Adam Posen kritisierte bereits im Frühjahr 2013 die deutsche Bundesregierung aufgrund ihrer Krisenpolitik. Im Gespräch mit der Welt (27.03.13) bezeichnete der US-Ökonom die Berliner Politik als „unethisch“ und „richtig schlecht“, da u.a. den Banken ermöglicht wurde, ihre Verluste auf die Steuerzahler abzuwälzen.

Deutschlands Exportwut hatte der Top-Ökonom u.a. Mitte Juni angeprangert. Die Euro-Zone werde durch die „Sucht des Exportierens“ zerstört. Der Erfolg der letzten 12 Jahre basiere lediglich auf die billige Arbeit und dies sei keine Basis für ein gesundes Konkurrieren unter den reichen Ländern. Deutschland habe eine „interne Abwertung betrieben“, auf Kosten der Arbeitnehmer.

Posen ist seiner Linie offensichtlich treu geblieben und nahm bei seinen Argumentationen keine „zeitgemäßen Anpassungen“ vor.

Zusammenfassung der Kritikpunkte Posens gegen Deutschland

  • Arbeitnehmer sind angesichts der Produktivität unterbezahlt
  • Fehlende Investitionen in privaten und öffentlichen Sektoren
  • Deutschland konkurriert als ein Billiglohnland
  • Exporte Deutschlands werden durch schwachen Euro subventioniert
  • Deutschland exportiert Deflation und untergräbt die Marktanteile anderer Länder
Bild: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

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