Absenken der Reallohneinkommen soll offenbar fortgesetzt werden

Mindestgehälter-


Eine Anhebung der Reallöhne für die deutschen Arbeitnehmer scheint trotz der Mindestlohn-Diskussionen nicht im Interesse der Bundesregierung zu stehen. Das beinahe ununterbrochene Absenken der Reallohneinkommen seit den letzten 14 Jahren könnte fortgesetzt werden.

Arbeitskraft

Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen genießt eine höhere Priorität als die Arbeitnehmer

Verzögerte Mindestlohnanhebung und beständige Teuerungsrate

Ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 pro Stunde dürfe lediglich ein temporärer Anfang für schnell folgende Anhebungen sein. Der Chef der Gewerkschaft Verdi Frank Bsirske forderte im Gespräch mit Welt am Sonntag die Erhöhung des Mindestlohns auf 10,- Euro, am besten gleich nach dem Inkrafttreten Anfang 2015.

Bsirske kritisierte das niedrige Niveau des Mindestlohns in Deutschland gegenüber anderen europäischen Mitgliedsstaaten. In Frankreich betrage der Mindestlohn 9,53 Euro, in den Niederlanden 9,11 Euro. Deutschland bewege sich zum Level „ganz unten“. Die von der schwarz-roten Regierungskoalition vereinbarte Mindestlohn-Anhebung ab 2015 hat nur einen „kleinen Haken“. Ab dem 01. Januar 2015 sollen zwar 8,50 Euro Mindestlohn gelten, aber Tariflöhne bleiben vorerst unberührt. Erst ab 2017 könne es Anpassungen geben, die jedoch vorweg von einer Kommission geprüft werden sollen.

Der Verdi-Chef befürchtet ein Auslöschen der höheren Realeinkommen trotz Mindestlohnerhöhung aufgrund langer Zeitabstände und die beständige Teuerungsrate.

Offenbar ist auch die neue Regierungskoalition darin bestrebt, den Trend der vergangenen Jahre fortzusetzen und das Lohnniveau in Deutschland auf einem niedrigen Stand zu halten. Die Reallöhne sind laut den Untersuchungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zwischen den Jahren 2000 und 2012 um 6,9 Prozent gesunken. Das Niveau aller realen Bruttoeinkünfte schrumpfte zwischen 2000 und 2009 um 4,6 Prozent.

Das Reallohneinkommen sank auch zuletzt im Jahr 2013. Im Schnitt hatten die Arbeitnehmer um -0,2 Prozent weniger in der Tasche als noch ein Jahr zuvor. Die Nominallöhne wurden um 1,3 Prozent angehoben, jedoch von der Inflationsrate in Höhe von 1,5 Prozent mehr als neutralisiert.

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