Abschaffung 500-Euro-Geldschein: EZB nimmt sich der Idee an

Euro-Schein-


Die Europäische Zentralbank scheint sich dem Vorschlag, den 500-Euro-Geldschein aus dem Verkehr zu ziehen, anzunähern. Nach anfänglichem Zögern könnte jetzt doch die Einstampfung des violetten Zahlungsmittels zu einem ernsthaft diskutiertes Thema werden.

500,- Euro-Geldschein steht auf der Abschussliste

500-Euro-Geldschein
Existenzberechtigung ist bereits in Frage gestellt

Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint für den Vorschlag, den 500,- Euro-Geldschein zur Historie werden zu lassen, ein offenes Ohr zu haben. Nachdem der Finanz-Spezialist der Bank of America, Athanasios Varnvakidis, bereits der Vorschlag einbrachte, den großen Euro-Geldschein von der Bildfläche verschwinden zu lassen, werden nun auch die Stimmen in der EZB lauter, den Reißwolf für einen Berg voll Papier schon mal vorzubereiten.

„Das Geld des Verbrechens und der Syndikate“, lautet etwas überspitzt der Tenor der Begründungen zur Einstampfung des 500,- Euro-Scheins. Der Groß-Schein würde demnach überwiegend zur baren Lagerung von Schwarzgeld sowie zur „spurlosen“ Bezahlung zweifelhafter Geschäfte Verwendung finden. Im Alltag jedoch würde die Euro-Einheit weniger den Besitzer wechseln.

Aus diesem Grund zog die EZB, trotz anfänglicher Dementi, jetzt doch die Abschaffung des violetten Zahlungsmittels in Erwägung. Die EZB gibt eine Menge von beinahe 600 Millionen in Umlauf befindliche 500-er Scheine an. Deren Einstampfung würde die nominale Geldmenge um beinahe 300 Milliarden Euro reduzieren. Stimmen die Angaben des Amtes für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens in London (Soca), würde der komplette Abzug der 500-Euro-Scheine zu rund 90 Prozent das kriminelle Umfeld betreffen. Demnach müssten sich rund 270 Milliarden Euro in bar in kriminellen Händen befinden.

Varnvakidis schlug bereits vor, den Geldschein in einer Übergangsfrist aus dem Umlauf zu nehmen, in dem alle Besitzer Gelegenheit hätten, den Umtausch in kleinere Einheiten mit einem Nachweis zur Herkunft des 500-ers zu erledigen. Das organisierte Verbrechen würde jedoch in arge Bedrängnis gebracht werden.

Sollten jedoch frühzeitige Details zu ernsthaften Plänen an die Öffentlichkeit geraten, dürfen sich u.a. die Bankschalter vermutlich auf ein erhöhtes Aufkommen von Wechsel-Willigen einstellen.

Bild: tarifometer24.com

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