1. Quartal 2015: Schuldenquote EU28 & ER19 gestiegen – Griechenland baute ab

Haushaltsschulden-


Die Schuldenquote in der EU28 sowie in der Eurozone stieg im ersten Quartal 2015 erneut an. Griechenland sticht aus der Statistik sogar durch einen Abbau der Schulden zum BIP deutlich heraus. Angesichts der Gespräche zum dritten „Hilfsprogramm“ allerdings nur eine Eintagsfliege.

Europaspiel

EU- und Euro-Länder stecken nach erstem Quartal 2015 noch tiefer in der Kreide

Kurzfristeffekt für Abbau Griechenlandschulden – Die nächste Welle rollt an

In der Eurozone sowie in der EU28 stieg im ersten Quartal 2015 die jeweilige Schuldenquote erneut an. Im Vergleich zum Vorjahres-Quartal erhöhte sich die Schuldenquote innerhalb der EU28 von 86,2 Prozent auf 88,2 Prozent. In der Währungsgemeinschaft kletterte die Schuldenquote im gleichen Zeitraum von 91,9 Prozent auf 92,9 Prozent, so die Mitteilung des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) am Mittwoch.

Die höchste Verschuldungen gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) wiesen die Länder Griechenland (168,8%), Italien (135,1%) und Portugal (129,6%) auf. Die geringsten Schuldenquoten hatten im ersten Quartal 2015 die Länder Estland (10,5%), Luxbemburg (21,6%) und Bulgarien (29,6%).

Deutschlands Schuldenquote war in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 rückläufig, allerdings mit 74,4 Prozent des BIP zum Stand Ende März 2015 noch weit über das Maastricht-Kriterium von „eigentlich“ maximal 60 Prozent.

Griechenland baute Schuldenquote wundersamer Weise ab

Interessant ist in der Statistik der Rückgang der Schuldenquote Griechenlands. Ein Resultat politischer Natur, jedoch nicht das eigentliche Ziel einer Schuldenverringerung. Im Februar zahlte Athen an den europäischen Rettungsfonds EFSF einen Betragt von 10,9 Milliarden Euro zurück, wie Spiegel Online (Mittwoch) darlegte. Die Mittel standen zum Zeitpunkt dem griechischen Bankenhilfsfonds HFSF zur Verfügung. Nach dem Wahlsieg der linksgerichteten Syriza mit Alexis Tsipras an der Spitze verlangte der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Rückzahlung des Betrages, damit diese Summen der neuen Regierung nicht „in die Hände“ fielen.

Ein weitere Anteil der Schuldenreduzierung Griechenlands sei den Rückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verdanken. Der Schuldenberg des Dauerkrisen-Landes reduzierte sich demnach auf 301,5 Milliarden Euro. Ein Rückgang um 15,5 Milliarden Euro.

Die positiv anmutenden Zahlen sind potenziell nur von sehr kurzer Dauer, denn mit den geplanten gut 80 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm ESM, den laufenden Zahlungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an den griechischen Bankensektor („ELA-Hilfen“) und dem Überbrückungskredit dürfte die Schuldenquote Griechenlands im laufenden oder nächsten Quartal 2015 erneute Rekordhöhen erreicht haben.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.