1 Billion Dollar Münze: Wenn Satire und Ernst verschwimmen

US Haushaltskrise-


Es klingt wie eine bittere Satire, zeigt aber dennoch sehr deutlich den realen Ernst der politischen und wirtschaftlichen Lage in den USA auf. Die fantastisch anmutende Idee, eine Münze im Wert von 1 Billionen Dollar zu prägen, um damit dem Schuldenlimit zu entgehen, kann nur noch als ein Akt der Verzweiflung gedeutet werden.

Eine einzige Münze soll temporäre Problemlösung bringen

1 Billionen Dollar
1 Billionen Dollar All-Heils-Münze
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Dem normalsterblichen Bürger ist der Weg per Gesetz versperrt und der US-Regierung bleibt lediglich das Ausnutzen eines Schlupflochs im Gesetzestext. Mit der Erschaffung, bzw. Herstellung von Banknoten hat sich der Staat ein Monopol gesichert. In den USA gab der Staat diese Aufgabe bereits im letzten Jahrhundert der privaten „Bankenvereinigung“ Federal Reserve (Fed) ab. Damit unterliegt die alleinige Kontrolle über den US-Dollar der US-Notenbank und nicht einmal der US-Regierung ist es gestattet, Geld in irgendeiner Form herzustellen.

Bis auf eine Ausnahme: Die Münzprägung mit dem Material Platin. Damit bliebe der US-Regierung die Möglichkeit, z.B. heroische Großtaten einzelner Personen in einer Gedenkmünze zu verewigen.

Die US-Wirtschaft wird derzeit mit viel Energie auf einen globalen Kollaps gesteuert, deren Quelle aus der riesigen Haushaltsverschuldung in Höhe von gut 16 Billionen Dollar besteht. Republikaner und Demokraten konnten das Land zum Jahreswechsel nur mit Mühe vor dem Sturz über die sog. Fiskal-Klippe bewahren. Dennoch ist das Problem des Schuldenwachstums auf keinen Fall gelöst worden. Der nächste wichtige Termin ist bereits von einer weiteren Anhebung der Schuldenobergrenze geprägt, denn die derzeitige Grenze von 16,4 Billionen Dollar ist bald geknackt.

„Not mach erfinderisch“, also warum nicht eine Platin-Münze prägen, die einen Wert von 1 Billionen Dollar repräsentiert? Die Herstellungskosten sind äußerst gering und der Materialwert bewegt sich in der Relation im minimalen Bereich. Darüber hinaus könnte ein einfaches Stück Metall tagelange zermürbende Streitgespräche im US-Senat vermeiden, wie hoch nun die Schuldengrenze gesetzt werden könnte. Statt sich mühselig auf eine neue Marke von 17,4 Billionen Dollar einigen zu müssen, wäre eine (fiktive) „Schuldenrückzahlung“ von 1 Billion doch viel eleganter. Damit wäre das gleiche Ziel erreicht, das Land behielte seine Zahlungsfähigkeit.

Die Idee einer 1-Billionen-Dollar-Münze erhielt sogar den Segen des Nobelpreisträgers für Wirtschaft, Paul Krugman. Dieser sieht es jedoch relativ pragmatisch, denn einem verrückten Schuldenlimit könne man mit ebenso verrückten Lösungen begegnen. Nach seiner Ansicht wäre es gar nicht so abwegig, dass derzeit jeglicher Trick zur Anwendung käme, der auch nur irgendwie verfügbar ist. Ein Beleg dafür, in welcher tatsächlichen Lage sich Politik und Wirtschaft der USA befinden. Ein Land das wiederholt mit erhobenem Zeigefinger die Euro-Zone ermahnte, doch endlich die global gefährdenden Probleme in den Griff zu bekommen.

Es bliebe eigentlich nur noch zu klären, wem diese 1 Billionen Dollar Mammut-Münze gewidmet werden könnte, dessen Antlitz von der Zahl 1.000.000.000.000 Dollar eingekreist würde.

„Sein größter Bluff – The Million Pound Note“

Eine Filmkomödie aus dem Jahr 1954, die auf die Geschichte „The Million Pound Bank Note“ von Mark Twain beruht, könnte als „satirische Vorlage“ für die 1 Billionen Dollar Münze genommen werden. Nicht zu verkennen sind die Parallelen eines tatsächlich nur virtuellen Wertes, der dennoch wenigstens vorübergehend alle Toren und Türen öffnet und die Probleme aus der Welt zu schaffen vermag.

Im Film „Sein größter Bluff“ erhält ein armer Amerikaner aufgrund einer Wette eine Banknote mit dem nominalen Wert von 1 Million Pfund ausgehändigt. Die Geschichte spielt in England im Jahre 1903, die Banknote spiegelt eine für diese Zeit enormen Wert wider. Mit dieser Banknote im Besitz ändert sich das Leben des verarmten Amerikaners schlagartig. Ohne die 1 Millionen Pfund-Note einwechseln zu müssen, geschweige auch nur einen einzigen Pfund davon auszugeben, wurde ihm alles zugetragen, was er nur wollte. Alleine der Besitz der Banknote und deren Vorzeigen reichten aus, um zumindest für den Zeitraum der Wette jegliche Armut hinter sich zu lassen.

Ein weiteres Remake der Story mit Mario Draghi als Hauptdarsteller wäre durchaus denkbar.

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