Überflüssige Reiseversicherung – Mehr Kosten als Nutzen

Versicherungsschutz auf Reisen-


Ein Zuviel von Versicherungen bietet in der Regel weder erhöhten finanziellen Schutz noch besondere Sicherheiten. Oft schließen Reisende ein Versicherungspaket ab, deren Deckungsbereich durch bereits vorhandene Policen voll erfüllt ist. Eine „Doppel-Deckung“ sorgt lediglich für Kosten, die man hätte einsparen können.

Standard-Versicherungen leisten oft mehr als gedacht

Kosten sparen
Sparen durch Verzicht
überflüssiger Versicherungen

Wenn der Kunde im Reiseshop seinen Urlaub bucht, fällt in der Regel die obligatorische Frage, ob man wirklich auf das „Rund-um-Sorglos-Reise-Sicherheitspaket“ verzichten wolle, da zahlreiche unvorhergesehene Dinge im Ausland passieren und das Urlaubsbudget letztendlich sprengen könnten. Dabei könnten Leistungen für Schadenfälle enthalten sein, die der vermeintliche Versicherungsnehmer schon längst in seiner Schublade zuhause liegen hat.

Wichtige Versicherungen, wie u.a. die Haftpflicht und der Rechtsschutz, enthalten bereits einen Deckungsbereich, der weit über die nationalen Grenzen Deutschlands hinaus gehen. Asstel Versicherungen hat eine Reihe möglicher überflüssiger „Reise-Paket-Versicherungsbestandteile“ aufgezählt, die keinen höheren Schutz sondern lediglich mehr Kosten verursachen.

Die Privathaftpflicht begleitet den Versicherungsnehmer weltweit
Eigentlich sollte jeder Haushalt eine Haftpflichtversicherung zuhause liegen haben. Die Experten sind sich einhellig darüber einig, dass diese Police ein Muss für Singles und ganz besonders Familien ist. Differenzen gibt es lediglich bei der Mindest-Versicherungssumme, ob bereits 3 Mio. Euro oder doch besser 5 Mio. Euro erforderlich wären. Viele Alt-Policen wären bezüglich Versicherungssumme besser zu überprüfen, da diese oft eine weit niedrigere Deckungssumme aufweisen.

Wer auf Reisen gehen will, braucht sich als Inhaber einer Privathaftpflicht keine Sorgen zu machen. Diese bietet weltweiten Schutz, „egal, ob sich der Vorfall nun in der Schweiz oder in den USA ereignet“, erklärt, Marcus Danel, Versicherungsexperte von Asstel. Die Ausnahme wie auch innerhalb Deutschlands, stellt der mitgenommene Hund. Wer seinen Vierbeiner mit einer Hundehaftpflicht bereits versichert hat, kann diesen ebenfalls unbekümmert an den Urlaubsfreuden teilhaben lassen. Der Wirkungsbereich einer Hundehaftpflichtversicherung ist ebenfalls weltweit.

Der Streitfall im Ausland – Rechtsschutz
Weltweiter Auslandsaufenthalt ist längstens bis zu 3 Monate mit der „heimischen Rechtsschutz-Police“ gedeckt und sollte es zu einem Streitfall kommen, werden die Kosten für juristische Auseinandersetzungen bis zu einer vertraglich vereinbarten Summe ersetzt. Anders sieht es jedoch für den inner-europäischen Bereich aus. Hier gilt die Privatrechtsschutz-Police auch für einen dauerhaften Aufenthalt.

„Mallorca-Police“ für das geliehene Fahrzeug im Reiseland
Die Kfz-Versicherung im Ausland deckt bereits die im Reiseland gültige Mindest-Versicherungssumme. Die sog. „Mallorca-Police“ sorgt für einen erweiterten Versicherungsschutz und hebt das Niveau auf die in Deutschland geltenden Mindestsummen an. Eine Option, die sich durchaus bezahlt machen kann.

Extra-Schutz für das Reisegepäck – Fragwürdig
Wer reist, führt in der Regel Gepäck mit sich. Bis auf den „fahrenden Händler“ sind in der Regel die Kofferinhalte aus dem heimischen Haushalt. Aus diesem Grund sehen zahlreiche Versicherungsexperten eine separate Gepäckversicherung für ziemlich überflüssig an, wenn der Reiselustige sein Hab und Gut bereits mit einer Hausratversicherung geschützt hat. Diese enthält u.a. eine Außenversicherung, die bereits einen gewissen finanziellen Schutz nach Einbruchdiebstahl und sogar Raub des Gepäcks anbietet. Ausnahmen bilden Taschendiebstähle und Verlust durch Trickbetrüger.

Sollte keine Hausratversicherung zum privaten „Portfolio“ zählen, wandelt sich die Gepäckversicherung in den Augen der Experten von „ziemlich überflüssig“ zu „ziemlich sinnlos“. Die Bedingungen für einen Schadenersatz nach Gepäckdiebstahl erscheinen beinahe praxisfremd. So müssten die Reisenden förmlich auf ihren Koffern sitzen oder diese zumindest beständig beaufsichtigen, um nach Diebstahl Ersatzansprüche stellen zu können.

Reisekrankenversicherung ist die „große Ausnahme“
Da wo es richtig teuer werden könnte, im Gesundheitswesen, sieht es mit den „großzügigen Extraleistungen“ von Standard-Policen bereits völlig anders aus. Wer eine Auslandsreise antritt und lediglich die Mitgliedskarte einer gesetzlichen Krankenkasse mit sich führt, „spielt mit dem Feuer“.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat lediglich mit ausgewählten Ländern ein Abkommen getroffen, bei denen der Versicherte auf finanziellen Ersatz hoffen kann. Immens teuer kommen jedoch Krankenrücktransporte aus dem Ausland zurück in die Heimat. Die Kosten stehen weit außerhalb des „vernunftbegabten Denkens“. Je nach Entfernung können für einen medizinisch notwendigen Rücktransport gut und gerne 50.000,- Euro und mehr zusammen kommen. Unter 10.000,- Euro ist der Transport kaum zu haben. Gesetzliche Versicherungen zahlen grundsätzlich nicht für einen Rücktransport.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung zählt tatsächlich zu den Absicherungen für Reisende die dringend angeraten werden.

Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de

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