Schäden durch Böller & Silvester-Raketen – Wer was zahlt

Brandursache Silvesterrakete-


Alle Jahre wieder und das gleich pünktlich zum 01. Januar. Böller, Raketen und Knaller begleiten Käufer, Nutzer und Unschuldige regelmäßig mit einem frisch aus der Taufe gehobenen Schaden ins neue Jahr. Brände durch Feuerwerkskörper gehören zur Neujahres-Erscheinung ebenso wie die bunten Leuchtkugeln am mitternächtlichen Himmel.

Silvester Feier

Nicht in jedem Haushalt verläuft die Silvesternacht ohne Zwischenfälle

Als wenn die zur Weihnachtszeit auftretenden Seng- und Brandschäden durch Kerzen an Adventskränzen und Christbäumen nicht bereits für ansteigende Schadensmeldungen genug sorgen würden, folgt nur eine Woche später die „Knaller- und Raketen-Zeit“. .

Die in Deutschland legal verkauften Knall- und Feuerwerkskörper bieten ein Mindestmaß an Sicherheiten für den Nutzer. Das umfasst u.a. das Verhalten der Lunte, die ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen und nicht zuletzt die Begrenzung der Explosionsenergie. Doch mit dem Abheben der Rakete gelten nur noch die physikalischen Gesetze und wenn die plötzliche Windböe der Meinung ist, den Feuerwerkskörper geradewegs in das offene Fenster des Nachbarn befördern zu müssen, dann bleibt dem „Sprengmeister“ nichts Weiteres als nur zuzusehen.

Versicherer halten zum Jahreswechsel eine „Sonderschicht“, nicht ohne Grund. Ein verursachter Schaden gehört umgehend gemeldet. Das fordern die Risikoversicherer selbst mit wiederholtem Nachdruck ein. Mit der Verkaufseröffnung der Silvester-Knaller zum 30.12. eines Jahres halten die Hotline-Teams der Versicherungen den Telefonhörer bereits mit der Hand warm. Der erste Schaden durch fehlgeleitete Böller lässt nicht lange auf sich warten.

Bereits vor zwei Jahren gaben die Deutschen über 100 Millionen Euro für Silvester-Raketen und -Böller aus. Der Eurokrise zum Trotz erreichten die Ausgaben zum Jahreswechsel auf 2012 rund 113 Millionen Euro. Man könnte den Eindruck erhalten, als solle nicht das neue Jahr mit heller Freude begrüßt, sondern das alte Jahr mit „Schimpf und Schande“ verjagt werden.

Der Jahreswechsel von Silvester auf Neujahr ist für den Einzelhandel sehr erfreulich, für die Versicherer jedoch eine Phase der „Angst und Bange“.

Welche Versicherung für welchen Silvester-Schaden einspringt

Die Sachschäden durch Knaller, Raketen und Böller werden auch 2013 am Silvestertag sprunghaft ansteigen. Sollte der Schaden tatsächlich eingetroffen sein, dann ist für den Verursacher nur zu hoffen, dass die „passende“ Versicherung parat liegt. Andernfalls könnte die „explosive Investition“ von einigen Euro für Raketen zu einer „bombigen Riesenrechnung“ mutieren.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellte die jeweils zuständigen Versicherungsarten für die unterschiedlichen Schadenfälle durch Raketen- und Böller-Beschuss vor.

  • Hausratversicherung
    Gerät die Inneneinrichtung einer Wohnung in Brand und wird es durch Feuer sowie auch Löschwasser beschädigt bzw. zerstört, dann springt die Hausratversicherung ein. Beschädigte Möbel, Kleidungen oder Elektroartikel werden in der Regel zum Wiederbeschaffungswert ersetzt.
  • Wohngebäudeversicherung
    Verläuft die Flugbahn der Silvesterrakete mit „chirurgischer Präzesion“ genau in die Lücke der fehlenden Dachplatte beim Nachbarn und setzt dadurch den Dachstuhl in Brand, dann würde die Schadensregelung ein Servicefall für die Wohngebäudeversicherung sein. Mit einer solchen Police ist der Hauseigentümer gegen Beschädigungen am Gebäude finanziell abgesichert. Zum Schutzbereich gehört das Hauptgebäude und je nach vertraglicher Vereinbarung auch Nebengebäude, wie z.B. Gartenhaus oder Garage, auf dem gleichen Grundstück.
  • Haftpflichtversicherung
    Der Jahreswechsel fängt mit der Silvesterparty beim Nachbarn oder bei Freunden an und hört nicht selten am nächsten Tag mit der Schadenregulierung wieder auf. Wer eine Rakete oder einen Böller zündet und dadurch versehentlich mehr Schaden als Freude anrichtet, ist schadenersatzpflichtig. In diesem Fall hilft die private Haftpflichtversicherung, die übrigens nicht nur zu Silvester und Neujahr, sondern auch an den restlichen 363 Tagen dringend vorhanden sein sollte.
  • Kfz-Kaskoversicherung
    Der Rakete ist es persönlich egal wo sie die bunten aber äußerst heißen Leuchtkugeln an die Umgebung abgeben soll. So wird sie ihre zugedachte Aufgabe am freien Himmel ebenso zuverlässig erledigen wie unterm Benzintank des teuersten Autos des gesamten Wohnviertels.
    Eine Teilkaskoversicherung ersetzt den durch einen Feuerwerkskörper entstandenen Brandschaden am Fahrzeug. Die Vollkaskoversicherung würde sogar den Raketen-Schaden „aus heiterem Himmel“ ersetzen, auch wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann. Das gilt auch für den Übermut von angetrunkenen Party-Menschen, wenn diese es vorziehen, das Fahrzeug zu demolieren, statt gute Vorsätze für das nächste Jahr zu schmieden.
  • Unfallversicherung
    Leichtsinn und einfach Unglücksfall. Die Ärzte können ebenso wie die Versicherer von diversen „Auffälligkeiten“ zum Jahreswechsel sprechen. Bei einer Verletzung durch das Hantieren mit Feuerwerkskörpern und dem Davontragen eines dauerhaften Schadens, würde die private
    Unfallversicherung gerade stehen. Folgende Heilbehandlungen würden jedoch in den Zuständigkeitsbereich der Krankenversicherung fallen.
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