Risikolebensversicherung: Finanzielle Risiken meist unterschätzt

Unterschätzte Todesfallrisiken-


Der Todesfall des Lebenspartners wirft das ganze Leben durcheinander. Die ursprünglich finanziell sehr solide Lage wird mit einem Schlag aus den Angeln gehoben. Sehr viele Bürger wissen im Prinzip, dass mit einer Risikolebensversicherung das „Gröbste“ abgefangen werden kann. Jedoch scheint sich das längst nicht gänzlich herum gesprochen zu haben. Im Gegenteil. Die Mehrheit der Bürger weiß nicht, wie hoch die Risikoabsicherung mindestens liegen sollte.

Finanzielles Desaster wird von Mehrheit unterschätzt

RLV Risiken
Unterschätzte Todesfallrisiken
Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de

Das Leben in einer gefestigten Partnerschaft formt in der Regel die Lebensumstände so aus, dass hieraus eine gegenseitige finanzielle Abhängigkeit hervorgeht. Die Finanzierung des Eigenheims kann in vielen Fällen nur dann realisiert werden, wenn beide Partner vollbeschäftigt sind und über ein entsprechendes Einkommen verfügen. Eine laufende Immobilienfinanzierung kann zu zweit einfach gestemmt werden. Sollte jedoch ein Einkommen ausfallen, z.B. durch den Todesfall des Partners, steht der Gerichtsvollzieher potenziell bereits parat.

Eine andere Variante der Partnerschaft kann auch rein auf geschäftlicher Basis gründen. Wenn zwei Bekannte eine Firma gründen, beide als Geschäftsinhaber bzw. Geschäftsführer fungieren, steckt in der Regel auch von beiden „CEO’s“ das Startkapital im jeweiligen Anteil mit drinnen. Sollte ein Partner ausfallen, könnte das Fortbestehen der Firmenexistenz auf dem Spiel stehen.

Beide o.g. Beispielfälle sind keine Seltenheit und sollten Anlass genug sein, um sich gegenseitig gegen die finanziellen Ausfälle im Todesfall abzusichern. Mit einer Risikolebensversicherung lassen sich die verschiedenen Varianten der Risikogruppen leicht abdecken.

Stark unterschätzte Folgen im Todesfall des Partners

Obwohl die gemeinsame Bau- oder Immobilienfinanzierung in der Partnerschaft oder eine Co-Gründung eines Unternehmens keine Ausnahmesituationen darstellten, werden die möglichen Risiken nach Ausfall des Lebens- oder Geschäftspartners weit unterschätzt.

So zeigt eine Umfrage des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag der Hannoverschen, dass zwei Drittel der Deutschen nicht wissen, wie hoch eigentlich die Absicherung sein muss, um im Todesfall für den Hinterbliebenen eine ausreichende finanzielle Absicherung bieten zu können.

Lediglich 35 Prozent schätzen die Risiken richtig ein und wissen, wie eine existenzbedrohende Situation beim Ausfall des Neben- oder Hauptverdieners vermieden werden kann.

Empfohlene Mindestsumme Risikolebensversicherung

Innerhalb einer Familie sollte die Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung das Vier-, besser das Fünffache des Brutto Jahreseinkommens betragen.

Fehleinschätzungen zu den gesetzl. Regelungen

Rund ein Fünftel der Bundesbürger ist jedoch der Ansicht, dass ein einfaches Jahreseinkommen als Versicherungssumme ausreichen würde, um die finanziell sehr schwierigen Zeiten nach dem Tod des Hauptverdieners überbrücken zu können. Laufen jedoch parallel Kredite oder eine es gilt eine Hypothek zu bedienen, dann sind die finanziellen Reserven sehr schnell aufgebraucht. In der Familie kommen meist weitere Belastungen durch Kinderbetreuung oder auch Ausbildungskosten hinzu.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist meist kaum in der Lage, die aufgerissene Finanzierungslücke zu schließen. Eine gesetzliche Hinterbliebenenversorgung stellt sich meist als unzureichend heraus. Im Höchstfall würden Hinterbliebene 55 Prozent der Rente für den verstorbenen Versicherten erhalten. Derzeit beträgt die gesetzliche Hinterbliebenenrente in Deutschland lediglich 535 Euro mtl. im Durchschnitt.

Beinahe zwei Drittel der Deutschen kennen die gesetzlichen Regelungen für Hinterbliebene nicht. Lt. der Studie der Hannoverschen haben nur 37 Prozent der Befragten Kenntnis von den zu erwartenden Höhen der Leistungen. Die anderen zwei Drittel können keine Angaben machen oder schätzen den („erhofften“) Betrag aus der gesetzl. Hinterbliebenenversorgung viel zu hoch ein.

„Je älter desto aufgeklärter“

Es scheint, dass auch im Bereich Wissensstand um eine Risikolebensversicherung (RLV) die „Weisheit“ erst mit dem Alter kommt. Bei der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jährigen konnten die befragten Personen ihre Kenntnisse um den Zweck und Sinn einer RLV noch am besten herausstellen. Knapp 60 Prozent dieser Altersgruppe geben an, das Prinzip einer Risikolebensversicherung verstanden zu haben. Darüber hinaus ist der Umstand, dass eine Hypothek finanziell abgesichert werden kann, durchaus bekannt. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen wusste dies nur jeder Dritte.

„Junge Familien sollten sich frühzeitig mit ihrer Vermögenssituation und den langfristigen Belastungen auseinandersetzen und sich privat absichern“, rät Horst Meyer, Vorsorgeexperte der Hannoverschen. Eine Risikolebensversicherung hat keine kapitalbildenden Bestandteile, es dient nicht zum Ansparen eines Vermögens. Die RLV leistet im Todesfall eine vertraglich vereinbarte einmalige Summe. Aus diesem Grund sind die Beiträge relativ gering.

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