Psychische Erkrankungen sind häufigster Grund für Berufsunfähigkeit

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Psychische Erkrankungen gehören zwar nicht zu den am meisten diagnostizierten Krankheitsbilder in Deutschland, stellen allerdings den häufigsten Grund für die Berufsunfähigkeit dar.

Krankenhauskosten

Risiko Psychische Erkrankung: Seelische Störungen führen sehr häufig zur Berufsunfähigkeit

Ärzte spielen bei Häufigkeit der psychischen Erkrankungen eine Rolle

Die einer Berufsunfähigkeit vorangegangen Krankheit hat in Deutschland immer mehr psychische statt physische Ursachen. Nicht zwangsläufig das chronische Leiden nach einem Bandscheibenvorfall setzt den Arbeitnehmer auf den „Stand-By Modus“, sondern zu einem immer höheren Anteil ein seelisches Leiden.

Die aktuelle Untersuchung des BKK-Dachverbandes zeigt, dass rund 15 Prozent aller Krankentage inkl. ärztlichem Attest auf eine psychische Erkrankung zurückführen. Im Durchschnitt dauert eine derartige Krankschreibung 40 Tage, also in der Regel eine langwierige Angelegenheit. Den größten Anteil bei Psychischen Erkrankungen nehmen dabei die „affektive Störungen“ ein. Dazu zählen u.a. Depressionen. Diese Sparte für sich betrachtet nimmt im Durchschnitt sogar 58 Krankheitstage in Anspruch.

Seit dem Jahr 2003 hat sich lt. der Untersuchung die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund seelischer Leiden verdoppelt. Die Dauer der Krankschreibungen verlängert sich innerhalb des gleichen Zeitraumes um rund ein Viertel. Allerdings zeigten empirische Studien keine nennenswerte Zunahme der psychischen Störungen. „Eine der Erklärungen hierfür ist, dass die Menschen ihr psychisches Leiden akzeptieren und Hilfen im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen. Entsprechend häufiger werden Beschäftigte wegen sogenannter F-Diagnosen krankgeschrieben. Die heutzutage umfangreicheren Kenntnisse psychischer Krankheitsbilder bei Allgemeinmedizinern und Hausärzten tragen ebenfalls zum Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme bei. Noch vor 10, 15 Jahren wurden Patienten mit Symptomen, die auf ein psychisches Leiden hindeuten, viel häufiger unspezifische körperliche Beschwerden attestiert“, so Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes.

Professor Frank Jacobi von der Psychologischen Hochschule Berlin stellte im Zeitraum seit Ende der 1990er Jahre keine generelle Zunahme psychischer Störungen fest. Er geht davon aus, dass es möglicherweise auch mit einer „Überdiagnostizierung“ handeln könnte. „Eine Diagnose wird häufig unspezifiziert oder bei nur leicht beeinträchtigten Personen gestellt, um überhaupt eine Unterstützung, anbieten zu können. Der Trend der kontinuierlichen Zunahme von Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme könnte aber auch dazu führen, dass sich Menschen zu schnell als behandlungsbedürftig erleben und auch bei ‘normalen‘, vorübergehenden psychischen Belastungen das Hilfesystem aufsuchen“, so Jacobi. Die Benennung der psychischen Störungen als ein „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ wäre „übermäßig dramatisierend“.

Sind die Bayern psychisch schwerer belastet als die Nordlichter?

Der BKK-Dachverband stellte anhand der internen Abrechnungsdaten bei der Häufigkeit der auftretenden psychischen Störungen große regionale Unterschiede fest. Bei den Fällen von Depressionen trete ein Süd-Nord-Gefälle auf. In Bayern und Baden-Württemberg seien demnach die Fälle von Depressionen häufiger aufgetreten als z.B. im Norden oder Osten Deutschlands. Seelische Leiden treten in großen Städten wie München, Berlin und Hamburg generell häufiger auf als in ländlichen Regionen.

Deutliche regionale Unterschiede bei der Feststellung von Depressionen und des Burn-out-Syndroms ergaben die detaillierten Analysen der erfassten Fälle. Im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) erhielten lediglich 0,3 Prozent der BKK-Versicherten eine Burn-out-Diagnose. Im Kreis Ansbach (Bayern) waren es dagegen 3,4 Prozent. Nach der Auswertung der verordneten Antidepressiva ergibt sich ein ähnliches Bild. Im Kreis Meißen (Sachsen) erhielten 4,4 Prozent der BKK-Versicherten ein Antidepressivum verschrieben. In Straubing (Bayern) lag der Wert mit 11,5 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Eine wesentliche Rolle zu dieser großen Bandbreite spielten lt. BKK-Dachverband die regionalen Indikatoren, wie u.a. die Ärztedichte (Psychotherapeut, Psychiater, Nervenarzt, Hausarzt). Mit anderen Worten: Je mehr Ärzte im Umkreis sind, desto mehr psychische Erkrankungen werden diagnostiziert.

Häufigkeit psychische Erkrankung Nr.3, aber Nr.1 für Berufsunfähigkeit

Die Ursachen für die Berufsunfähigkeit gründen nach wie vor am häufigsten auf Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Atemwegserkrankungen. Der Grund für die Krankschreibung wegen Psychischer Störungen folgt allerdings gleich danach und liegt an dritter Position. Nervenkrankheiten sind allerdings mit einem Anteil von knapp 30 Prozent der häufigste Grund für die Berufsunfähigkeit. Ein Krankheitsbild, das von der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung durchaus gedeckt ist.



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