Dienstag, den 20. November 2018

Kritik: Verbraucherschützer werfen BU-Versicherern Versagen vor

Kritik Berufsunfähigkeitsversicherung


Verbraucherschützer attackieren die private Berufsunfähigkeitsversicherung scharf. „Versagen in ihrer sozialpolitischen Verantwortung“ lautet der Vorwurf Verbraucherzentrale NRW und BdV. Die Politik müsse die Gesellschaften mit gesetzlichen Vorgaben zu einem Berufsunfähigkeitsschutz für alle Arbeitnehmer zwingen.

Daumen runter

Vernichtendes Urteil für die Berufsunfähigkeitssparte durch die Verbraucherschützer

„BU-Gesellschaften haben sozialpolitisch versagt“

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) geriet unter kräftigen Beschuss. „Versagen in ihrer sozialpolitischen Verantwortung“, lautet der von den Verbraucherschützern Bund der Versicherten (BdV) und der Verbraucherzentrale NRW zusammengefasste Vorwurf gegen die BU-Gesellschaften. Die Mängel der BU-Versicherungen werden als so gravierend eingestuft, dass die Verbraucherschützer den Staat dazu auffordern, wieder zur gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung für alle zurückzukehren.

Das Versagen auf der ganzen Linie in ihrer Aufgabe der sozialpolitischen Verantwortung begründen die Verbraucherschützer mit der „Aushöhlung der privaten Absicherung“ durch „Rosinenpickerei“ hinsichtlich der Vorerkrankungen und Berufsgruppen, der zu geringen Anzahl der Verträge, begrenzte Vertragslaufzeiten und nicht zuletzt den zu geringen Rentenhöhen. Die private Absicherung – „wenn denn überhaupt eine solche besteht“ – durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sei mit diesen Vorgaben kaum zu erreichen.

Den BU-Versicherern solle ein verbindlicher Leitfaden vorgegeben werden. „Damit die Versicherungswirtschaft ihrer sozialpolitischen Aufgabe gerecht wird, muss sie langfristig gezwungen werden, flächendeckend Absicherungen anzubieten“, so Axel Kleinlein, BdV-Vorstandssprecher. Die Chance, Krankheits- und Unfallrisiken vernünftig abzusichern, müsse jeder erhalten und dazu brauche es bedarfsgerechte Produkte, so Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

In erster Linie müsse den Verbrauchern der vereinfachte Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht werden. Rund jeder vierte Arbeitnehmer wird berufs- oder erwerbsunfähig. Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist somit sehr hoch und davon sind vordergründig Arbeitnehmer mit körperlich schweren Tätigkeiten betroffen. Ausgerechnet diese Berufsgruppen haben es besonders schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. „Meist scheitert ein Abschluss an dem viel zu teuren Beitrag oder an schon bestehenden Vorerkrankungen“, so Schuldzinski.

Im Vertragsverhältnis zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer bestehe ein massives Ungleichgewicht und für die Schaffung ausgeglichener Verhältnisse und mehr Fairness müsse zwingend flächendeckende professionelle Unterstützung geschaffen werden. Dies treffe vor allem auf das Ausfüllen der Gesundheitsfragebögen oder bei den Beantragung von Leistungen zu.

Der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW sieht nun die Politik in der Pflicht, „die existentielle Absicherung der Bürgerinnen und Bürger im Falle der Berufsunfähigkeit als drängendes Problem aufzugreifen und zum Vorteil der Betroffenen zu lösen“.

HanseMerkur Versicherungsgruppe

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