Junge Leute unterschätzen Risiko der Erwerbsunfähigkeit

Umfrage Erwerbsminderungsrente-


„Was kann schon passieren und wenn gibt’s eine Rente?“. Viele junge Berufseinsteiger stehen im Irrglauben, dass sie der Staat bei einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit durch eine vermeintliche Berufsunfähigkeitsrente abfangen wird. Dass es aber gar nichts geben könnte, wissen längst nicht alle Berufsstarter.

Besonders junge Menschen unterschätzen die Risiken

Vorsorge BU
Falsche Vorstellungen zur BU
Bild: Alexandra H. / pixelio.de

Der markanteste und vielleicht auch folgenreichste Irrglaube zuerst. Jeder sechste befragte Bundesbürger ist der Auffassung, dass ein Berufseinsteiger im Fall einer Berufsunfähigkeit mindestens 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens erhielte. Von den Befragten unter 30 Jahren glaubte an dieses „Gerücht“ sogar jeder Fünfte. Die Realität zeigt allerdings ein „Ersatzeinkommen“ auf ein viel niedrigeres Niveau. Exakt 0 Prozent. Berufseinsteigern steht überhaupt keine Ersatzleistung bei Berufsunfähigkeit zu.

Große Hürden bis zur anerkannten Erwerbsunfähigkeit
Bei den jungen Leuten unter 30 Jahren kursiert ein weiterer nicht zu unterschätzender Irrglaube. Jeder dritte Berufsstarter ist der Ansicht, dass eine Erwerbsunfähigkeit bereits dann eintrete, wenn der ausgeübte Beruf in Folge von Krankheit nicht mehr ausgeübt werden und lediglich eine Tätigkeit mit geringeren Verdienstmöglichkeiten nachgegangen werden könnte. Nur die Hälfte unter 30-Jährigen weiß, dass in Deutschland ein Arbeitnehmer ab dann als voll erwerbsgemindert, bzw. erwerbsunfähig gilt, wenn nur noch weniger als drei Stunden einer Tätigkeit nachgegangen werden kann. Dabei muss aus Auslöser eine Krankheit vorangegangen sein und die „zumutbare“ Tätigkeit kann jegliche beliebige Arbeit sein.

Das Ergebnis der von Hannoverschen beauftragten Umfrage ergab allerdings durchaus wissende Personen im höheren Alter. 84 Prozent der Ruheständler wissen genau, ab wann jemand lt. Gesetz als erwerbsunfähig gilt.

Die Leistungen der Erwerbsminderungsrente sind sehr ernüchternd
Bis zum ersten Bezug der Erwerbsminderungsrente mussten mit Sicherheit mehrere (bürokratische) Hürden überwunden werden. Bis alle verlangten Kriterien für eine Anerkennung erfüllt und auch nachgewiesen sind, kann eine ganze Weile vergehen. Diese Zeit muss meist mit den finanziellen Reserven überbrückt werden. Der Bescheid über die Zustimmung und berechnete Höhe zur Erwerbsminderungsrente kann für den Betroffenen ein böses Erwachen bedeuten. Nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung liegt der Betrag durchschnittlich bei 695,- Euro mtl.

Für die Mehrheit dürfte der Ernstfall wie eine „kalte Dusche wirken“, denn lt. Umfrage ist nur jedem Siebten klar, dass die rund 1,6 Millionen Erwerbsminderungsrentner in Deutschland sprichwörtlich am „Hungertuch nagen“ müssen.

Durch Eigeninitiative die staatlichen Defizite ausgleichen
Die private Vorsorge betrifft nicht nur die Anhebung der späteren Rentenbezüge nach dem hoffentlich gesunden Eintritt in den Ruhestand, sondern ganz besonders für die Zeit davor. Nach dem Eintritt in die Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit würde die ggfs. bereits existierende Privatrentenversicherung min. stillgelegt werden müssen, falls die Einkünfte durch Erwerbsminderungsrente keine Beiträge mehr zuließen.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung dient zum Ausgleich der niedrigen staatlichen Rentenleistungen zum letzten Nettolohn. Günstige Anbieter bieten die Erwerbsunfähigkeitsversicherung bereits ab 2,5% des Nettomonatseinkommens an. Mit rund 3,5%zum Nettoeinkommen liegen die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zwar höher, dafür leistet die BU bereits, wenn der Versicherte in seinem derzeitigen Beruf zu 50% berufsunfähig ist, selbst dann wenn einer anderen Tätigkeit zu 100% nachgegangen werden könnte.

Beispiel der Hannoversche (Stand: Okt. 2012): Versicherter Mann, 35 Jahre, Steuerklasse I, Berufsgruppe I, mtl. Nettoeinkommen 2.050,- Euro. Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente 500,- Euro)

Zur Umfrage

Repräsentative Befragung von 1.052 Deutschen durch das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag der Hannoverschen.



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