Erwerbstätige unterschätzen Risiken einer Berufsunfähigkeit

Vorsorgebereitschaft Berufsunfähigkeitsversicherung-


Wer als Betroffener bereits eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente bezieht, weiß um den vorherigen „Papierkrieg“, bis letztendlich eine Zusage erteilt worden ist. Die zwingende Aufgabe des Berufs bedingt durch eine Krankheit wird von einer Mehrheit der Erwerbstätigen nach wie vor unterschätzt. Nicht nur das Risiko

Nur jeder Dritte ist mit BU-Police ausreichend abgesichert

Risiko Berufsunfähigkeit
Unterschätzte Berufsunfähigkeit
Bild: Peter Kirchhoff / pixelio.de

In Deutschland sind rund 26 Millionen Deutsche nicht ausreichend versichert, falls der Berufstätige aus Gründen einer Krankheit zur Aufgabe der bisherigen Tätigkeiten gezwungen sein sollte. Derzeit gibt es in Deutschland rund 41 Millionen erwerbstätige Menschen und weit mehr als die Hälfte davon ist im Falle einer Arbeitsunfähigkeit nicht ausreichend abgesichert.

Eine Online-Befragung (1.019 Personen) des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Direktversicherers Asstel, ergab, dass mit 37% nur jeder Dritte eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) besitzt. Asstel sprach von einer „beunruhigenden Erkenntnis“, da der Staat ohnehin seine Hilfeleistungen in Form der gesetzlichen Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrente deutlich reduzierte.

Eine einheitliche und relativ geringe Erwerbsminderungsrente erhalten alle Menschen, die nach 1961 geboren wurden. Die Bemessung zur Rentenhöhe ist unabhängig vom gesamten Einkommen. Dazu kommt der Umstand, dass die volle Erwerbsminderungsrente lediglich 38% des letzten Bruttoeinkommens beträgt und nur dann gewährt wird, wenn der Betroffene nicht in der Lage ist, wenigstens drei Stunden pro Tag zu arbeiten. Der Begriff „Verzicht auf abstrakten Verweis“ kommt bei der gesetzlichen Rente nicht in Betracht. Somit wäre nur jegliche erdenkliche Arbeit als „zumutbar“ möglich.

Marc Lüke, Geschäftsführer Produktmanagement Asstel, erklärte, „eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht zu unterschätzen. Sie sichert ein geregeltes Einkommen, wenn das Gehalt krankheitsbedingt wegfällt. Die staatliche Unterstützung allein ist für den Lebensunterhalt unzureichend.“

Das Risikobewußtsein ist unabhängig von den Einkommenshöhen

Die Wahrscheinlichkeit, als Berufstätiger von einer Krankheit „außer Gefecht gesetzt“ zu werden, steigt mit dem zunehmenden Alter. Selbst, oder gerade wegen einem hohen Einkommen sollte auch der Fall einer Invalidität bestmöglich abgesichert sein. Die Bürger scheinen lt. dem Umfrageergebnis jedoch einer anderen Meinung Folge leisten.

Privathaushalte mit einem relativ hohen Nettoeinkommen von 4.000,- Euro (42 Prozent) oder darüber sehen nur geringfügig bessere Vorsichtsmaßnahmen vor als Haushalte mit einem geringeren Netto-Einkommen im Bereich 2.000,- bis 2.999,- Euro (32 Prozent).

Mit 30 Prozent hat nur ein knappes Drittel der Altersgruppe zwischen 41 und 50 Jahren eine vorbeugende Versicherungspolice abgeschlossen. Dazu Lüke, „jeder sollte sich so früh wie möglich für einen Arbeitsausfall absichern. In jungen Jahren bestehen kaum Vorerkrankungen und die Wahrscheinlichkeit einer Invalidität ist sehr gering. Die Versicherungsprämie ist somit erheblich günstiger“.

Nur leichtes Ungleichgewicht zwischen Männer und Frauen

Frauen und Männer schätzen das Risiko einer Berufsunfähigkeit in ähnlicher Anzahl ein. 33 Prozente der Frauen und 40 Prozent der Männer sind bereits im Besitz einer BU-Police, obwohl lt. dem Bundesamt für Statistik die männlichen Arbeitnehmer ein höheres Einkommen vorweisen als ihre Kolleginnen. Die ab dem 21. Dezember gültige Unisex-Regelung könnte den ohnehin geringen Unterschied noch näher zusammen bringen. Denn durch die gleichgeschlechtliche Behandlung werden Frauen zukünftig mit geringeren Beiträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung zu rechnen haben. Das bisherige Kriterium einer längeren Lebenserwartung, die zu erhöhten Beitragssätzen führte, wird entfallen.

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