Schäden durch Überspannung und Blitzschlag – Die Unterschiede

Blitzschäden & Überspannung-

Schaden durch Blitzschlag ist nicht gleich Überspannungsschaden! Im Umgang mit Schäden durch Blitzschlag, bzw. Überspannung (durch Blitz) werden die zwei Begriffe gerne in einen Topf geworfen. Von Grund auf liegt zwar der gleiche Ursprung vor, aber das Resultat sowie die möglichen Schadenfälle sind sehr unterschiedlich. Zweiteres ist besonders für Versicherung sehr relevant.

  1. Unterschied zwischen Überspannungsschutz & Blitzschlag
  2. Wege der Blitzströme
  3. Blitzschlag in der Nähe
  4. Verursachte Schäden
  5. Versicherer kennen die Unterschiede
  6. Wirkungsvoller Schutz
  7. Qualitativ hochwertiger Blitzschutz

Unwetter

Schaden durch Blitzschlag ist nicht gleich durch Überspannung

Ein Blitzschaden liegt dann vor, wenn z.B. elektrische Haushaltsgeräte nach einem Gewitter brach liegen. An diesem Punkt gilt es aber zu unterscheiden, ob die Ursache bei einer Überspannung oder einem (direkten) Blitzschlag liegt. Die Gothaer Versicherungen hat das Thema aus der Sicht des Versicherers behandelt und verdeutlicht, dass der Oberbegriff „Schadenersatz für Blitzschäden“ nur sehr eingeschränkt gilt.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Überspannung und Blitzschlag?

Relativ kurz wäre die Antwort:
„Der Unterschied liegt darin, wo der Blitz einschlägt“.
Ein direkter Blitzschlag liegt dann vor, wenn der Blitz ins Haus einschlägt. Ob Dach, Antennenmast, Blitzableiter, Wetterstation, oder sonstige Teile, die für den Blitz im Augenblick als „ideal“ erschien.

Eine Überspannung im Netz kann dann vorkommen, wenn der Blitz in relativer Nähe seine Entladung gefunden hat. Das können Freileitungen vom Stromnetz, der Funkmast, die Straßenlaterne oder auch einfach ein Baum sein.

Die Wege der Blitzströme unterscheiden sich erheblich

Ein Blitz sucht sich seinen „idealen und einfachsten“ Weg, einen Ladungsunterschied auszugleichen. Die Differenz zwischen den Potenzialen „Erde und Himmel“ kann 100 Mio. Volt übersteigen, der Blitz entsteht. Der im Augenblick des Blitzschlags fließende Strom „reißt“ alles mit.

Direkter Blitzeinschlag
Bei einem direkten Blitzschlag ist man der Naturgewalt im wahrsten Sinne des Wortes vollkommen ausgeliefert. Hat sich der Blitz z.B. den Antennenmast auf dem Haus ausgesucht, verteilt sich der Strom im Besten Fall auf alle zur Verfügung stehenden Leitungen gen Erde. Ideal wäre ein Abfließen an der Außenhaut des Gebäudes, über den äußeren Blitzschutz (ein Antennenmast muss gegen Blitzschlag gesichert sein).

Da es allerdings keinen „idealen Stromleiter“ (0 Ohm) gibt, fallen bei angenommen 100 Mio. Volt für alle zur Verfügung stehenden Wege noch immer ungeheure Spannungsabfälle und entsprechend hoher Stromfluss an. Ein Blitzstrom unterscheidet sich zudem durch seine „Stoßwirkung“ noch erheblich von einem „normalen Stromfluss“.

Übergangswiderstände (schlechte Verbindungen) sorgen für zusätzliche Hitzeentwicklungen.
Ein Dachstuhlbrand nach direktem Blitzschlag ist kein Ausnahmefall.

Blitzschlag in der Nähe

Ein Blitzeinschlag in der Umgebung ist in den unmittelbaren Auswirkungen zwar erheblich entschärft, aber keineswegs ungefährlich. Zusätzlich führen viele Wege für unliebsame Überspannungen ins Haus.

Schlägt der Blitz z.B. in eine Freileitung oder Strommasten ein, dann in der Regel in den am höchsten liegenden Strang, der „Erdungsleiter“. Der Weg bis zur Erde ist kurz, aber niemals kurz genug, damit keine Spannungsanhebungen im Netz zu bemerken wären.

Der weit verbreitete Glaube, Leitungen unter der Erde wären sicherer als Freileitungen, ist ein Irrtum. Selbst wenn der Blitz direkt in den Boden einschlägt, sorgt ein sog. Spannungstrichter noch für ausreichend Unbehagen, das zu viel Spannung ins Haus schicken könnte.

Dem „Blitzschlag in der Nähe“ steht auch die Telefonleitung zur Verfügung, um ungefragt ins Gebäude zu treten. Wer einen größeren Garten sein Eigen nennt, hat vielleicht eine Leitung bis zum Gartenhäuschen, ein paar Beleuchtungs-Strahler auf dem Grundstück und die elektrische Filter-Pumpe für den Pool. Ideale Pfade für den Blitz, um den Hausbewohnern die gute Laune auszutreiben.

Unterschiede bei den verursachten Schäden

Im Grunde ist es unerheblich, ob der geliebte Flachbildfernseher nur „tot“ ist oder zusätzlich „geröstet“ wurde. Defekt und außer Betrieb gesetzt.

Schäden durch Überspannung im Netz
Eine Überspannung im Stromnetz wird von elektronischen Geräten ab einem bestimmten Punkt nicht mehr verkraftet. Im Gerät „brennt“ irgendwas durch und führt letztendlich zum Schaden. Eigentlich sollten auf dem deutschen Markt zugelassene (geprüfte?) Geräte eine Überspannung von bis zu 2kV aushalten können, aber darauf sollte man sich nicht wirklich verlassen.

Blitzschlag-Schäden
Wenn man sich vor Augen hält, dass ein direkter Blitzschlag ins Haus die Unterputz verlegten Leitungen aus der Wand heraus sprengen kann (!), ist es nicht mehr weit her zu wissen, wie Elektrogeräte auf so ein Ereignis „reagieren“. Ein Fernsehtechniker sieht auf dem ersten Blick, ob es sich um einen Überspannungsschaden oder einem Blitzschlag-Schaden handelt.

Die Versicherer kennen die Unterschiede sehr genau

Blitzschlag
Schaden durch Blitzschlag
oder Überspannung?

Bild: Patrick Seesko / pixelio.de

Wer in seiner Hausratversicherung eine Position „Blitz“ enthalten hat, sollte die Zeilen noch einmal genauer durchlesen. In der Regel sind die Blitzschäden versichert, die durch einen (direkten) Blitzeinschlag verursacht wurden. Überspannungsschäden sind wenn überhaupt nur bis zu einem Höchstsatz (etwa 5 bis 10% der Versicherungssumme) mit eingeschlossen.

Die Statistik der Schäden
Die „Chance“, dass der Blitz direkt einschlägt ist weitaus geringer, als ein Einschlag an einem beliebigen Ort innerhalb eines Radius. Die Wahrscheinlichkeit alleine reicht bereits, einen Direkteinschlag „großzügig“ zu versichern, aber Überspannungsschäden außen vor zu lassen.

„Alle für einen, einer für Alle“
Hat der Blitz über verzweigte Wege seinen Weg ins häusliche Stromnetz gefunden, nimmt dieser alles mit, was gerade an der Steckdose hängt. Es gibt immer noch eine kleine Chance, dass ggfs. „nur“ jedes dritte Gerät (Drehstromnetz, Phasen-Aufteilung) ein jähes Ende findet, aber inzwischen sind die Haushalte vollgestopft mit empfindlicher Elektronik.

Sei es der PC, das Fernsehgerät, die Hifi-Anlage, die Waschmaschine, der Trockner, die Backofen-Elektronik, die Sauna, etc., die Aufzählung ließe sich beinahe beliebig fortsetzen. Der Schaden kann sprichwörtlich „mit einem Schlag“ in die tausende Euro gehen.

Eine nicht vorhandene Versicherung für Überspannungsschäden überlässt Reparatur- und Anschaffungskosten zu 100% dem Eigentümer. Sollte eine Schadendeckung in der Hausratversicherung vorhanden sein, könnten selbst 10% zur Versicherungssumme nur einen Teil des Gesamtschadens begleichen.

Wirkungsvoller Schutz vor Blitzschäden

Eines vorweg: Naturgewalten sind grundsätzlich nicht beherrschbar.
Mit dem Thema Blitzschutz wurde längst ein eigens spezialisierter Zweig in der Industrie und Forschung eingeschlagen. Häufigkeit und Stärke von Gewitterblitzen sind in den letzten Jahren messbar angestiegen. Die Technik versucht mit der Entwicklung Schritt zu halten und wirft stets neue und „stärkere“ Blitzsschutzkomponenten auf den Markt.

Die gute Nachricht: Häufig vorkommende Überspannungen sind sehr gut beherrschbar.
Die schlechte Nachricht: Wirksame Geräte kosten richtig Geld.

„Baumarkt-Qualität“ beruhigt höchstens das Gewissen
Eine sog. Steckdosenleiste mit eingebautem „Überspannungsschutz“, zum Preis für ein paar Euro (ggfs. Made in China), ist gelinde ausgedrückt nur mangelhaft. Drinnen steckt vielleicht nur ein sog. Varistor (spannungsabhängiger Widerstand), der sehr schnell, sehr leicht zu überfordern ist.

Ein wirkungsvoller Überspannungsschutz braucht ein Konzept
Die Steckdosenleiste noch vor dem Endgerät ist die „letzte Instanz“ des Gesamten. Wer sein elektronisches Hab & Gut gegen Überspannungen sichern will, braucht einen „Grobschutz“ und „Mittelschutz“ vorgeschaltet. Was hilft eine Steckdosenleiste, die von 10.000 V oder mehr schlicht „überrollt“ wird?

Die Abwehr beginnt dort, wo der Blitz zuerst reinkommt
Überspannungen „verschleppen“ sich über das Stromnetz von außen ins Haus. Am ersten Anschlusskasten, spätestens beim Zähler, sollte der erste „grobe“ Schutz platziert sein. An diesem Punkt sind auch die höchsten Ströme zu erwarten.

Ob ein sog. „Mittelschutz“ notwendig ist, hängt von baulichen Gegebenheiten (Entfernungen und Leitungslängen) sowie der Art des „Grobschutzes“ ab. Für Einfamilienhäuser sind bereits Schutzgeräte verfügbar, die beide Schutz-Stufen gleichzeitig integriert haben.

Erst danach kann auch ein „Feinschutz“, die Steckdosenleiste, als sinnvoll betrachtet werden.

Der Rund-Um-Schutz erfordert noch mehr
Was für die Hauptstrom-Leitung notwendig ist, zählt ebenso für die Telefonleitung sowie alle anderen Leitungen, die von Außen ins Haus gelangen (Gartenleitungen, Garage, Gartenhaus, etc.).

Vergleichbar mit dem Abdichten der letzten Löcher und Ritzen, damit kein Wasser mehr eindringen kann.

(Schutzklassen: Außenschutz (Blitzableiter) = Typ 0
Grobschutz = Typ 1 / Mittelschutz = Typ 2 / Feinschutz = Typ 3)

Teuer in der Anschaffung, dennoch rentabel

Die Investition für einen wirkungsvollen Blitzschutz kann selbst für ein Einfamilienhaus weit über 1.000,- Euro hinaus gehen.

Manche Versicherer sind bereits mit ins Boot gestiegen und bieten besonders für gewerbliche Betriebe Rabatte zu den Versicherungsprämien an, wenn ein (innerer und äußerer) Blitzschutz vorgesehen wurde.

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen

Erst vor wenigen Jahren hat sich bezüglich Blitzschutz-Vorschrift etwas Wichtiges geändert.
Für private Einfamilienhäuser ist ein sog. „äußerer Blitzschutz“ (Blitzableiter) nicht zwingend vorgeschrieben. Sollte sich aber der Bauherr dazu entschließen, sich einen Blitzableiter errichten zu lassen, muss auch ein innerer Blitzschutz mit eingebaut werden (Schutzgeräte).

Im umgekehrten Fall würde ein Verzicht auf einen Außenhaut-Blitzschutz auch keine Verpflichtung für den Innenbereich nach sich ziehen.

Auf den ersten Blick eine „unlogische“ Regelung. Dennoch ergibt die Vorgehensweise einen Sinn.
Der Blitzableiter leitet den Strom schnellst möglich in die Erde. Dadurch wird aber in der unmittelbaren Nähe das Erd-Potenzial (Spannung) angehoben. Diese Anhebung betrifft demnach alle „Schutzleiter“ im Haus, auch die Schutzkontakte der Steckdosen. Ein gefährlicher Spannungsunterschied, den es durch den inneren Blitzschutz zu entschärfen gilt.



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