Festlegung Versicherungssumme für Hausratversicherung

Wertermittlung Hausratversicherung-


Die finanzielle Absicherung von Hab & Gut in den eigenen vier Wänden übernimmt die Hausratversicherung. Nach Schaden wird zum Neuwert ersetzt. Wie wird jedoch der komplette Wert für die Bestimmung der Versicherungssumme ermittelt? Hausratversicherer stellen in der Regel zwei Varianten zur Wahl.

Hausrat

Versicherungssumme: Den Hausrat-Wert über Wohnfläche oder per Einzelstücke ermitteln

Wertermittlung für „Durchschnittliche“ und „Individualisten“

Für die Ermittlung der Hausratsumme stehen zwei grundsätzliche Wege zur Verfügung. „Die Einfache und die Umfangreiche“. Schnell und unkompliziert erfolgt die Ermittlung der Versicherungssumme per Quadratmeter der Wohnfläche. Für den durchschnittlichen Haushalt ohne „Picasso an der Wand“ kann diese Variante durchaus geeignet sein. Wer jedoch vermeiden will, auch nur einen Euro zu viel für „Nichts“ zu bezahlen, kann auch jedes Einzel-Stück innerhalb der vier Wände erfassen und dessen Neuwert ermitteln.

Versicherungssumme mit Quadratmeter der Wohnfläche bestimmen

Die Einschätzung des Wertes zum Hausrat kann „Auge mal Phi“ erfolgen und man liegt goldrichtig oder eben völlig daneben. Eine Näherung zum richtigen Wert der Versicherungssumme bringt dagegen die Verwendung der Wohnfläche in Quadratmeter. Dabei wird von einem Wert von 650,- Euro pro Quadratmeter ausgegangen. Ist die Wohnfläche für den zu versichernden Hausrat z.B. 85 qm groß, so ergibt sich eine Versicherungssumme in Höhe von 55.250,- Euro (650, – Euro x 85 qm).

Vorteil dieser Berechnungsgrundlage: Die Versicherungsgesellschaft verzichtet auf eine sog.
Unterversicherung. Damit läuft der Versicherungsnehmer nicht Gefahr, den Schaden nur zu einem Teil ersetzt zu bekommen, weil der tatsächliche Hausratwert die Versicherungssumme übertrifft. Die Wertsteigerung des Hausrats ist oft ein schleichender Prozess über die Jahre hinweg und wer denkt schon daran, ggfs. die Versicherungssumme anzupassen?

Nachteil der Quadratmeter-Variante: Die Versicherungssumme ist oberes Limit. Die Versicherung wird die Schäden, die über die Versicherungssumme hinausgehen, nicht ersetzen. Wer als Versicherungsnehmer einen Haushalt führt, in dem z.B. in allen Räumen Top-Marken-Geräte in Mahagoni-Möbel platziert sind, könnte mit dieser Variante der Wertermittlung sehr daneben liegen. Im Fall eines kompletten Schadens könnte die Versicherungssumme an den Neuwert nicht mehr heranreichen.

Hausratsumme individuell festlegen

Diese Methode ist zwar die genaueste, erfordert aber die Bereithaltung von Stift und Papier oder einem Diktiergerät, dazu eine Menge Zeit. Sämtliche Gegenstände, die beim Bezug sowie bei jedem Einkauf Einzug in die vier Wände erhalten haben, müssen aufgenommen werden. Das entspricht beinahe einer Katalogisierung des eigenen Hausrats.

Dafür führt diese Variante zielsicher zu einer angepassten Versicherungssumme.

Vorteil der individuellen Erfassung: Die Versicherungsprämie ist dem tatsächlichen Hausrat-Wert angepasst, ein „Zuviel“ ist bei gewissenhafter Wertermittlung ausgeschlossen. Die Hausratsumme würde bei riesigen Wohnflächen mit lediglich einem Bett, zwei Schränken und ein TV-Gerät weit über das Ziel hinaus schießen.

Nachteil dieser Methode: Der Fall „Unterversicherung“ kann durchaus zum Tragen kommen. Die ermittelte Versicherungssumme gilt für den „Stichtag“ Werteermittlung. Wird über den künftigen Zeitraum hinweg weiteres Inventar eingekauft, kann der wachsende Hausrat die vereinbarte Hausratsumme schnell übersteigen. Eine Hausratversicherung ersetzt den Schaden zum Neuwert. Befinden sich Gegenstände im Haushalt, deren Wert ansteigt, könnte es im (Total-) Schadenfall zu Überraschungen kommen.

Prämien abhängig vom Wohnort

An diesem Punkt spielen Statistiken eine große Rolle. Die Gesellschaften greifen auf Erfahrungs- sowie statistische Werte zurück, um die Risiken einschätzen zu können. Ein zu versichernder Hausrat in der Großstadt bzw. in Region mit einer hohen Anzahl von Einbruchdelikten, wird mit einer etwas höheren Prämie veranschlagt. Zusätzlich spielt auch die Natur eine Rolle. Höhere Prämien werden dann fällig, sollte sich der Haushalt z.B. in einer Region mit höherem Hochwasser-Risiko befinden.

Bild: CC0 1.0 Universell – Quelle: Gothaer

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