Privat Haftpflicht Extras: Leistungen geliehene oder gemietete Sachen

Haftpflichtklauseln-


Die Privathaftpflichtversicherung sollte zur „Standardausstattung“ eines jeden Haushalts gehören. Schäden in Millionenhöhe können meist nur vom Versicherer getragen werden, kaum aber vom Schadenverursacher. Dennoch haben so manche Hergänge eines Schadens böse Überraschungen parat, die für noch mehr Frust und Ärger sorgen könnten. Als Besonderheit gilt neben den Gefälligkeitsschäden auch die Regelung für gemietete oder verliehene Gegenstände.

Schadenersatz für geliehene Sachen ist ein Leistungs-Extra

Privathaftpflicht
Besondere Haftpflichtklauseln
Bild: Peter Kirchhoff / pixelio.de

Durch Missverständnisse in der Privathaftpflichtversicherung (PHV) wiegen sich Verbraucher oft in falscher Sicherheit. Erst wenn der spezielle Schadenfall eintritt, fallen die Versicherten aus allen Wolken und der Frust, ggfs. auch der Streit ist vorprogrammiert. Doch mit manchen Klauseln in der PHV handelt es sich nicht um eine Auslegungssache, sondern um eindeutige Leistungsausschlüsse, die dennoch meist nur von Versicherungsfachkräften selbst „verständlich“ nachvollzogen werden können.

Gefälligkeitsschaden
Eine vermeintliche Fußangel betrifft der im Vertrag geregelte Schadenfall bei Gefälligkeit. Preist der Haftpflichtversicherer Leistungszusprüche bei sog. „Gefälligkeitsschäden“ an, sollte der Kunde einen Blick darauf werfen, ob eine Einschränkung bezüglich „grober Fahrlässigkeit“ vorliegt. Sollte z.B. dem Umzugshelfer die wertvolle Vase zu Bruch gegangen sein, nachdem er ein „akrobatisches Kunststück“ vorführen wollte, müsste er für den entstandenen Schaden aufkommen. Nur in einem solchen Fall springt seine Haftpflichtversicherung für den Schadenersatz ein. Zahlreiche Versicherer bieten den Passus „Gefälligkeitsschaden“ bereits bei „leichter Fahrlässigkeit“ an stellt im Leistungsumfang somit einen echten Pluspunkt dar.

Schaden an geliehenen Gegenständen
Zu Besuch bei Bekannten oder Verwandten und ein versehentlicher Handstrich lässt die teure Vase auf dem Boden zersplittern. Als Haftpflichtschaden ein relativ klarer Fall. Wurde jedoch ein teurer Gegenstand ausgeliehen oder gemietet und geht aus Gründen von Unachtsamkeit zu Bruch, könnte zur Schadensmeldung die Überraschung perfekt sein. Viele Versicherte sind gar nicht gegen derlei Fälle geschützt. Zahlreiche Versicherungen schließen den Ersatz für geliehene oder gemietete Gegenstände sogar explizit aus.

Alte Haftpflichtpolicen auf Leistungsextras prüfen

Stiftung Warentest hat wiederholt zahlreiche Versicherungen für eine PHV unter die Lupe genommen und dabei speziell die Kriterien zu Schadenregulierungen für geliehene oder gemietete Gegenstände hervorgehoben. Zur Januar-Ausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest zitiert fr-online (Dienstag) eine dringende Empfehlung, vorhandene Alt-Policen auf Ein- und Ausschlussklauseln zu überprüfen. Das auch bezüglich der meist bereits viel zu geringen Mindestversicherungssumme in Altverträgen.

Zum Test der Haftpflichtversicherer zog das Fachmagazin u.a. mögliche Schäden an Inventar und Möbel in ausländischen Ferienwohnungen mit ein. Darüber hinaus wurde dem Fall „Gefälligkeit“ ebenfalls ein besonderer Schwerpunkt gegeben.

Die bereits im September geprüften 73 Familientarife zur Haftpflicht wurden wieder zur Hand genommen und die Anbieter mit der Bewertung „Sehr gut“ speziell auf die Leistungsextras untersucht. Bei zahlreichen Versicherern sind bereits Leistungen enthalten, die geliehene oder gemietete Sachen sowie Schäden nach Gefälligkeitshandlungen bis zu einem Wert von min. 5.000,- Euro abdecken. Auffällig sind lt. Finanztest, dass es nicht „besonders teure“ Policen sein müssen, sondern auch besonders günstige Haftpflichttarife vertreten sind, die bereits für weniger als 70,- Euro/Jahr angeboten werden.

Besonders hervorgehoben wurden die PHV-Leistungen des Direktversicherers Asstel. Der Tarif Komfort deckt Schäden und Verluste für gemietete und geliehene Sachen bis zur gesamten Versicherungssumme ab.

Der Schadenersatz für geliehene Kraftfahrzeuge bleibt dennoch ein „pauschaler Leistungssauschluss“ aller PHV-Anbieter. Hierfür leistet die Vollkaskoversicherung ihre Dienste, die ohnehin meist ein Bestandteil des Mietvertrages zum Auto oder Motorrad ist.

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