Neuer Rekord Elementarschäden an Gebäude im Jahr 2011

Wohngebäude Elementarschäden-


Das Jahr 2011 wurde zu einem neuen „Rekord-Jahr“ für Hausbesitzer und den Hausrat- und Wohngebäudeversicherern. Rund 820.000 Schäden an Gebäuden verursachten Kosten in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Alleine die elementaren Naturkräfte stellten mit 80.000 Fällen ein neue Höchstmarke auf. Nach wie vor werden Naturgefahren mehrheitlich unterschätzt.

Schwere Schäden durch elementare Naturgewalten

Elementarschäden
Unterschätzte Naturgewalt
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Ein einzelner Verursacher hätte für das vergangene Jahr 2011 alleine in Deutschland einen Schadenersatz in Höhe von min. 1,2 Milliarden Euro zu leisten, sofern dieser dazu bereit wäre, für den angerichteten Schaden überhaupt Verantwortung zu nehmen. Die Natur und ihre Launen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) meldete heute diese enorm hohe Schadensumme, die u.a. durch Sturm- und Hagelwetter und Elementarschäden hervorgerufen wurde. Insgesamt kam es zu rund 820.000 gemeldeten Schadenfällen in der Bundesrepublik und mit einem Anteil von 80.000 Fällen durch die sog. Elementarschäden wurde sogar eine neue Rekordmarke aufgestellt.

Naturgewalten sind und bleiben schwer einzuschätzen und noch viel schwerer zu beherrschen. Die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten lt. GDV im Jahr 2012 eine Summe in Höhe von 1,2 Mrd. Euro für Hochwasser-, Starkregen-, Sturm- und Hagelschäden. Bereits seit Jahren liegen die Ersatzleistungen der Sachversicherer mit mehr als 1 Mrd. Euro auf einem hohen Niveau, so der Vorsitzende der GDV- Hauptgeschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth.

Neue Rekordhöhen der Schäden seit 2002

Noch im Jahr 2002 verursachte das Elbhochwasser eine Rekord-Schadensumme, die bis heute nicht mehr erreicht wurde und als Maßstab für die Entwicklungen in den anschließenden Jahren diente. Im Jahr 2011 kamen die durch Elementarereignisse verursachten Schäden der „Elbe-Markierung“ von 107.000 Einzelfällen am nächsten. Die Sachversicherer ersetzten im letzten Jahr rund 140 Millionen Euro an die geschädigten Kunden.

Alleine im Januar 2011 kam es durch abschmelzende Schneemassen in weiten Bereichen des Landes zu Überschwemmungen. Die Bilanz der Versicherer belief sich auf 30 Millionen Euro für das gesamte Bundesgebiet, repräsentiert allerdings nicht den tatsächlich verursachten Gesamtschaden, da zu diesem Zeitpunkt lediglich 30 Prozent der Hauseigentümer im Besitz einer Elementarschadenversicherung gewesen sind. Nur die diese Erweiterung einer Wohngebäudeversicherung deckt auch Schäden durch Naturgewalten wie Starkregen, Schneedruck oder Hochwasser.

Weitere besondere Einzelereignisse waren die beiden Stürme „Bert“ am 26.08.2011 und „Frank“ am 11.09.2011. Beide Tiefdruckgebiete reichten 2011 bereits aus, um einen Gesamtschaden in Höhe von 400 Millionen Euro zu verursachen. „Bert und Frank“ tobten sich überwiegend in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz aus. Im Jahr 2011 sorgten besonders die lokalen Sturm- und Hagelunwetter für die schwerwiegenden Schäden an Gebäuden.

Die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer bearbeiteten lt. GDV im Jahr 2011 rund 740.000 Sturm- und Hagelschäden. Gegenüber dem Vorjahr wurde damit ein Rückgang um 37% festgestellt. Dennoch änderte dieses Ergebnis nichts am konstant hohen Niveau von mehr als 1 Mrd. Euro für den geleisteten Schadenersatz. Treibende Kraft für diese „Schadensummen-Stabilität“ sind demnach die steigenden Kosten für Sanierung und Reparaturen.

Absicherung gegen Elementarschäden ist „Mangelware“ in Deutschland

Im gleichen Zuge zu den Ergebnissen der Wohngebäudeschäden im Jahr 2011 beauftragte der GDV das Meinungsforschungsinstitut forsa zu einer Umfrage. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es mit der Risikoeinschätzung der Bundesbürger zu den Naturgefahren steht.

Das Umfragergebnis ist klar. Die überwiegende Mehrheit (knapp 90%) der Deutschen schätzt das Risiko, dass ihr Eigenheim durch ein Naturereignis zu Schaden kommt, als gering ein. Diese Einschätzung, die sich wiederholt als ein Fehler herausstellte, wird durch die Versicherungsdichte belegt. Die Naturgefahren wie Überschwemmung, Sturzfluten oder Hochwasser werden offensichtlich besonders unterschätzt und eine Maßnahme zur finanziellen Absicherung fehlt bei rund 70% aller Hausbesitzer.

Zwar wäre fast jeder Hauseigentümer im Besitz einer Wohngebäudeversicherung, die vor Sturm- und Hagelrisiken schützt, aber eine Elementarschadenversicherung besäße nur eine Minderheit, erklärte Fürstenwerth. Nur die spezielle Erweiterung greift auch dann, wenn Ereignisse wie Starkregen oder Überschwemmungen den Keller überfluten.

Statistiken zu Sturm- und Hagelschäden

Anzahl der gemeldeten Schadenfälle und Ersatzleistungen der Hausrat-
und Wohngebäudeversicherer. Schadenursachen je Sturm- und Hagelschäden.

Jahr Anzahl der Schäden Leistungen in Euro
2007 2,57 Mio. 2,3 Mrd.
2008 1,14 Mio. 1,1 Mrd.
2009 0,51 Mio. 0,5 Mrd.
2010 1,18 Mio. 1,2 Mrd.
2011 0,74 Mio. 1,1 Mrd.

Quelle: GDV

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