Hochwasserrisiken: Gerüchte und Irrtümer

Hochwasser-


Viele Hauseigentümer glauben vor Hochwasser sicher zu sein. Rund um die Hochwasserrisiken kursieren Gerüchte, die sich häufig als folgenreicher Irrtum herausstellen.

„Der Staat“ wird es schon richten

Flut
Hochwasser räumt mit Irrtümern schnell auf

Wer sich in falsch geglaubter Sicherheit wiegt, ist im nachher umso mehr überrascht. Weit und breit kein See, kein Fluss, nur ein kleiner Bachlauf. Haus und Grundstück scheinen vor Hochwasser und Überflutungen sicher zu sein.

Ein oft folgenreicher Irrtum, wie es u.a. die Hochwasserkatastrophen in den letzten Jahren zeigten.

Viele Hausbesitzer glauben vor Hochwasser gefeit zu sein, da Risiken vermeintlich nicht vorhanden sind. Welche Irrtümer von den Eigenheimbesitzern am meisten gepflegt werden, zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf.

Das Haus befindet sich in einem sicheren Gebiet

Kein großer Fluss in der Nähe, alles in Ordnung. Von dieser Einschätzung sind bereits zahlreiche Hausbesitzer abgekommen, nachdem u.a. bei der Flut 2013 85 Prozent der versicherten Schäden weitab der großen Flüsse aufgetreten sind. Kleine Bäche und Rinnsale entwickelten sich binnen weniger Stunden zu reißenden Wassermassen. Mehr als die Hälfte der entstandenen Schäden waren in Gebieten, die von den Statistikern nur alle 200 Jahre als betroffen berechnet wurden.

Wohngebäudeversicherung in Petto – Alles klar

Eben nicht. Brände, Blitzeinschläge, Hagel, Sturm und Leitungswasserschäden sind von der Wohngebäudeversicherung gedeckt. Nicht jedoch die sog. Elementarschäden und dazu zählt auch Hochwasser, bzw. Überschwemmung. Eine Wohngebäudeversicherung muss für Ersatz bei Hochwasser- und Überschwemmungsschäden die Elementarschadenversicherung beinhalten. In der Bundesrepublik ist es derzeit bei rund 40 Prozent aller versicherten Wohngebäude der Fall.

Das Haus ist „unversicherbar“ – Bringt also nichts

Fast drei Viertel der Bundesbürger sind lt. einer Forsa-Umfrage (2014) der Meinung, dass manche Häuser z.B. aufgrund ihrer Lage nur sehr schwer oder gar nicht versicherbar sind. Tatsache ist jedoch, dass es nur sehr wenige Häuser gibt, für die ein Versicherungsschutz unmöglich oder lediglich unwirtschaftlich ist. Im Bundesgebiet lassen sich 99 Prozent aller Gebäude ohne Probleme gegen Hochwasser versichern.

Wenn das Wasser schon mal hier ist, dann war’s es auch

Hausbesitzer sind in einem gewissen Rahmen nicht völlig machtlos den Gewalten des Hochwasser ausgeliefert. Der GDV gibt hierzu folgende Hinweise:

  • Dem Wasser ausweichen, etwa indem das Haus auf Pfähle gebaut oder
    erst gar nicht in einem Überschwemmungsgebiet errichtet wird.
  • Das Wasser durch bauliche Maßnahmen abwehren, zum Beispiel durch wasserdichte Fenster,
    Türen und Wände sowie durch eine Rückstausicherung.
  • Dem Wasser nachgeben, wenn der Druck auf das Haus zu groß wird.
    In diesem äußerst seltenen Fall müsste der Keller geflutet werden.

„Der Staat“ wird schon für mich einspringen

Tatsächlich war es so, dass der Bund für die letzten beiden Hochwasserschäden großzügig eingesprungen ist. In den Jahren 2002 und 2013 wurden den geschädigten Hausbesitzern große Summen ausbezahlt. „Das Glück im Unglück“ der Betroffenen: Die Hochwasser kamen jeweils „termingerecht“ kurz vor einer Bundestagswahl. Im Jahr 2014 gingen noch zwei Drittel der Bundesbürger davon aus, dass die finanzielle Hilfen bei Hochwasserschäden automatisch fließen.

Im Ernstfall ist lediglich die Elementarschadenversicherung zum Schadenersatz verpflichtet, nicht jedoch „der Staat“. Der Regelfall ist der, dass die Eigentümer ohne eine Wohngebäudeversicherung inkl. Elementarschadenversicherung auf den Hochwasserschäden sitzen bleiben.

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