Dienstag, den 20. November 2018

Fragen zur Pflichtversicherung Elementarschäden: Politik vs. GDV

Elementarschädenversicherung


Die Frage einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden bzw. Naturgewalten in Deutschland flammt wieder auf. Die Politik hält eine Versicherung für alle Hausbesitzer für sinnvoll. Die Versicherungswirtschaft hält nach wie vor eine bessere Aufklärung als die bessere Lösung.

Ruine

Präventivmaßnahmen gegen Naturgewalten sind besser als Pflichtversicherung

GDV: Das Risikobewusstsein der Hausbesitzer fördern

Im Mittelpunkt der Naturgefahrenkonferenz der deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2014 steht die Flutkatastrophe vom vergangenen Jahr. Im Zuge der Diskussionen um Konsequenzen und mögliche Maßnahmen erlebt der Vorschlag einer Pflichtversicherung für Naturgefahren eine Renaissance.

Auf europäischer Ebene wurde das Thema einer einheitlichen Pflichtversicherung für Naturgewalten bereits im Februar abgehakt. Ein Gesetzesentwurf wurde vom EU-Parlament abgelehnt.

Die Auswirkungen der Flutkatastrophe 2013 in Deutschland sind jedoch für den Parlamentarischen Staatssekretär Bundesministerium für Umwelt, Florian Pronold (SPD), Anlass genug, um über eine Pflichtversicherung nachzudenken. Eine „bezahlbare Elementarschutzversicherung für alle“ sei eine gute Maßnahme. „Staatliche Gelder sind in der Prävention besser angelegt als in Hilfsfonds“ so Pronold zu den nach der Elbe-Flut 2002 gestarteten Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser.

Aufgrund der steigenden Naturgefahren sollte das Risiko-Bewusstsein gefördert werden, so Dr. Fritz Jaeckel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Hochwasser-Schutzmaßnahmen gehen richtig ins Geld, aber „wir können nicht alle vier bis sechs Jahre einen neuen staatlichen Hilfsfonds errichten“, so Jaeckel.

Die Folgen von Naturgefahren müssen auch in der Zukunft versicherbar sein. In diesem Punkt sind sich die Politik und die Versicherungswirtschaft einig. Doch von einer Pflichtversicherung gegen Naturgewalten hält der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nach wie vor nichts. Eine solche Pflichtversicherung berge das Risiko zu laxer Präventivmaßnahmen und würde die Beiträge der Versicherten in eine Aufwärtsspirale drängen.

Die Statistiken zeigten, dass nach wie vor zu wenig Hausbesitzer ihre Immobilien gegen Naturkatastrophen finanziell absicherten. Lediglich jedes dritte Haus sei gegen Hochwasser versichert. Eine Pflichtversicherung sei jedoch kontraproduktiv und schwäche das Risikobewusstsein der Hausbesitzer, so GDV-Präsident Alexander Erdland.

Viel mehr müsse das Gewicht auf mehr Informationen für die Hausbesitzer gelegt werden. Es mangelte an Informationsportalen und an der Nachfrage, jedoch nicht an Angeboten, so Erdland. 99 Prozent aller Wohngebäude seien versicherbar gegen Elementarschäden, doch viele Bürger wissen das gar nicht.

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